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Ausstrahlung am 14.05.2008 um 23:30 Uhr auf ARD(tsch) Beim ersten Zionistenkongress 1897 notierte der Wiener Journalist Theodor Herzl in sein Tagebuch: "In Basel gründete ich den Jüdischen Staat. Wenn ich das öffentlich erklärte, würde man als Antwort darüber lachen. In vielleicht fünf Jahren, bestimmt in 50, wird es jeder erkennen." Bis sich sein Wunsch erfüllte, sollten noch 51 Jahre vergehen: Am 14. Mai 1948 verlas der Politiker und spätere Premier David Ben Gurion die israelische Unabhängigkeitserklärung in Tel Aviv. Was sich heute in Israel, dem damaligen Palästina, abspielt, entspricht nicht unbedingt Herzls Traum. Von Anfang an war kaum ein Land so umkämpft, so sehr von Ideologien besetzt. 60 Jahre danach blickt das Erste in der historischen Reportage "1948 - Jüdischer Traum, arabisches Trauma" auf das Jahr der Staatsgründung zurück.
Gleich nach dem Rückzug der Briten aus Palästina und der Staatsgründung begann der Krieg, der mit der massenhaften Vertreibung der Palästinenser aus deren Dörfern und Siedlungen endete, während man auch in Israel ums Leben bangte.
Die Autorin Gabriele Helmer will die historischen Ereignisse anhand persönlicher Schicksale zeigen. Sieben "Berichterstatter", teils jüdischer, teils palästinensischer Herkunft beschreiben die Ereignisse von damals aus ihrer eigenen Sicht, fern von Ideologie und der ihnen auferlegten Politik.
Danny Angel, 1919 geborener jüdischer Bäckerssohn, schildert den Status vor der Gründung des Staates Israel. Spannungen gab es damals nicht, so sagt er, als er seine Frau, eine libanesische Jüdin, kennenlernte. Erst allmählich habe sich in den 30er-Jahren das Leben in Palästina gewandelt, unter dem Großmufti von Jerusalem, einem Anhänger Hitlers. Angel schloss sich der jüdischen Untergrundorganisation Hagana an, dann der jüdischen Brigade unter britischer Führung. Heute kämpft er für das friedliche Zusammenleben, das er aus seiner Kindheit kennt. In seiner Bäckerei, einer der größten des Landes, arbeiten Juden und Araber seit Generationen zusammen.
Die Palästienserin Saada Suleiman wurde 1947 aus ihrem Dorf vertrieben. Noch heute lebt sie, mittlerweile 87, in einem palästinensischen Flüchtlingslager im Libanon. Esther Eisen wiederum hatte als Einzige der Familie den Holocaust überlebt. Mit ihrem Mann kam sie nach Israel, doch der fiel im Krieg, als sie 20 Jahre alt war.
Da sind aber auch die früh schon getrennten arabischen Brüder: Der eine kehrte nach der Flucht nach Israel zurück, der andere musste für immer im Libanon bleiben. Seit ihrer Trennung haben sie sich nie mehr gesehen.
Sieben Porträts, die dazu zwingen, jenseits aller Rechthaberei noch einmal genauer hinzusehen. Nur der Blick auf die Anfänge lässt die Grausamkeiten der Gegenwart verstehen - und er zeigt, dass hinter den Ideologien einander ähnliche Menschen stehen.