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Ernst-Marcus Thomas: Ein Mann wie Himbeerjoghurt

2/05/2008 1:00. By teleschau - der Mediendienst GmbH
Foto vergrößern (tsch) Seine Mutter hat es "aus den Puschen gehauen", als sie vom neuen Job ihres Sohnes erfuhr, und seine Freunde waren zum Teil "hysterisch". Für Ernst-Marcus Thomas selbst bedeutet die Moderation des "ZDF-Fernsehgartens" (ab 04.05., sonntags, 11.03 Uhr) die Erfüllung eines langen Traumes. Der Mann, der seine TV-Karriere vor 19 Jahren mit einer "waffenscheinpflichtigen" Hans-Dietrich-Genscher-Imitation bei Hape Kerkelings "Total Normal" begann, ist nun endlich angekommen. "Jetzt mache ich das, was ich schon mit 16 wollte", freut sich der 35-Jährige: "Show!"

"Noch bin ich relativ tiefenentspannt", verrät EMT, "Herr Thomas" oder auch "Herr EMT", wie er der Einfachheit halber seit seinem Zivildienst bei "Essen auf Rädern" genannt wird. "Aber ich kenne mich. Ich denke schon, dass mir kurz vor der Sendung der Schweiß auf der Oberlippe stehen wird." Schließlich sei ein Moderator auch nur ein Mensch, ein "Naturprodukt, das gewissen natürlichen Schwankungen unterliegt". "Das ist wie bei Himbeerjoghurt. Ich muss schauen, dass ich einen guten Tag erwische."

Wer die Frohnatur mit dem friesischen Charme bereits bei der Arbeit erlebt hat - etwa im NDR-Wissensmagazin "plietsch" oder im "ARD-Buffet"-, der weiß, dass gute Tage relativ häufig vorkommen. Dank Ernst-Marcus Thomas wird künftig ein frischer Wind durch den "Fernsehgarten" wehen, auch wenn die Veranstaltung seiner Meinung nach eine Frischzellenkur gar nicht nötig hat. Nicht nur ist EMT der erste Mann, der auf dem Mainzer Lerchenberg durch das bekannte Musikformat führt - und er wird dementsprechend auch "nicht ganz so häufig ein Sommerkleid tragen" -, der Wahl-Amsterdamer hat außerdem einen ausgesprochen guten Sinn für Humor.

Ist das "Fernsehgarten"-Publikum in sonntagmorgendlicher Feierlaune bereit für seine manchmal recht ironischen Späße? Keine Frage für Ernst-Marcus Thomas. "Warum denn nicht? Ich bin doch nicht Schmidt und mache intellektuelle Komik. Das ZDF wollte mich so, wie ich bin. Und ich zieh' die Nummer jetzt eisenhart durch." Für gute Stimmung will er sorgen, sympathisch und natürlich rüberkommen und vor allem "einfach wahnsinnig gut aussehen. Da muss die Maske alles leisten."

Obwohl er schon einen gewissen Erfolgsdruck verspüre, startet Thomas ansonsten "völlig unbelastet" in sein neues Engagement. "Ich habe Andrea Kiewel immer gerne als Moderatorin gesehen. Aber es ist das Normalste von der Welt, dass Leute aus irgendwelchen Gründen aufhören. Und dann gibt es einen Nachfolger. Das bin ich. Und ich habe mit dem, was davor gewesen ist, wirklich gar nichts zu tun."

Schleichwerbung, wie bei seiner Vorgängerin, wird es bei EMT nicht geben. "Ich mache durch meine Moderation einfach Werbung für mich", scherzt der Single, der seit einigen Jahren in Amsterdam lebt. Seine Traumstadt ist nicht nur "internationale Metropole und trotzdem dörflich", wie er schwärmt, sondern hat außerdem noch "den härtesten Flirt-Markt Europas" zu bieten. "Holländische Frauen: Wer's da schafft, schafft es überall!" Heiratsanträge nimmt Ernst-Marcus Thomas gerne entgegen. "Ganz ehrlich, wenn's einen gäbe, ich würde den sofort annehmen. Ich warte seit Jahren", lacht er.

Neben dem "Fernsehgarten", der EMT freitags bis sonntags in Anspruch nimmt, moderiert er auch weiterhin eine Talkshow beim größten Schweizer Privatsender, Star TV, bei dem er auch im Management tätig ist. Viel Zeit für die Liebe dürfte beim Pensum des notorischen Multitaskers, der schon parallel zur Fernsehkarriere studierte und überall, "nur nicht im Hörsaal war", also nicht übrigbleiben. "Ach, die Zeit würde ich mir nehmen. Das sind doch alles Ausreden!", sagt er bestimmt.

Die schönsten Abende sind für ihn aber die allein zu Haus. Wenn er einfach mal seine Ruhe hat und Musik hört. Denn der wortgewandte Moderator ist in seiner Freizeit eben "manchmal auch sehr unkommunikativ", wie er verrät. Auch wenn er unterwegs ist. "Dann stecke ich mir die Kopfhörer ins Ohr und bin sehr für mich." Auf der Strecke von Deutschland nach Amsterdam falle dann alles von ihm ab. "Wenn ich in Amsterdam bin, ist es wurscht, ob die Sendung nicht ganz so gut war oder die Quote nicht ganz so brillant." Seine holländischen Freunde hätten sowieso noch nie eine Sendung von ihm gesehen und könnten auch mit dem "Ferrnsehngaten" wenig anfangen.

Ganz im Gegensatz zu seiner Mutter und dem "hysterischen" Teil des deutschen Freundeskreises. "Wo hat man das sonst", schwärmt er, "dass man ein so großes Publikum erreicht? Von Scooter bis Mary Roos ist in der ersten Sendung alles dabei. Eine solche Schere muss man erst mal hinkriegen." Diese breite Spanne sei eben auch das Schöne daran. Denn dank ihr kann man gleich verschiedene Generationen sonntagsmorgens aus den Puschen hauen.