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Exil: Musik, Freiheit, Identität

2/05/2008 1:00. By teleschau - der Mediendienst GmbH
Ausstrahlung am 15.05.2008 um 21:00 Uhr auf ARTE

(tsch) Das Leben des algerischen Regisseurs Tony Gatlif ist filmreif. Der Sohn andalusischer Sinti und Roma wuchs als Straßenkind und Schuhputzer in Algier auf und wanderte mit 14 Jahren nach Frankreich aus. Dort schlug er sich ohne einen Cent in der Tasche durch und kam durch Glück und Zufall in die Schauspielerei und schließlich zur Regie. Seine Herkunft hat er nie vergessen - seine Filme handeln von sesshaft gewordenen Sinti und Roma, von der Suche nach der eigenen Identität und immer wieder von der Musik. ARTE zeigt im Rahmen des Programmschwerpunktes zum Festival von Cannes Gatlifs Road-Movie "Exil" (2004).

Die Freiheit ist das Grundthema in "Exil". Tony Gatlif schickt Zano (Romain Duris), den Sohn algerischer Einwanderer, und dessen Freundin Naïma (Lubna Azabal) auf eine Reise zu seinen Wurzeln. Zano will seine Ursprünge entdecken, seine Identität bestimmen und dadurch frei sein. Von Paris aus machen sich die beiden über Spanien auf den Weg nach Algerien. Das Drama "Exil", das 2004 in Cannes den Preis für die beste Regie gewann, ist eine Entdeckunsgreise, wild und ungezügelt wie die Landschaften, durch die das Paar reist und die Musik, die dort gespielt wird.

Die Reise ist wichtig, die Erfahrungen, die Zano und Naïma machen, die Erweiterung ihres Horizontes. Das Ziel steht ohnehin fest, und es ist auch klar, dass die islamische Realität zu einer Zerreißprobe für die beiden jungen Menschen wird, die in der westlichen Welt aufwuchsen und mit den kulturellen Unterschieden zu kämpfen haben. Die Musik spielt eine große Rolle. Gatlif nutzt sie, um die Veränderungen deutlich zu machen. Beginnend beim Techno in Paris über den sinnlichen Flamenco Andalusiens bis zu den Klängen des algerischen Sufi-Tanzes erzählt die Musik von den Veränderungen Zanos und Naïmas.