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Ausstrahlung am 14.08.2008 um 20:15 Uhr auf ARD(tsch) Großer Beifall und ein anhaltender medialer Nachhall wiesen schon nach der Premiere beim Hamburger Filmfest 2004 darauf hin, dass Regisseur Miguel Alexandre mit "Die Diebin & der General" wieder einmal eine kleine Perle geglückt war. Nun wird seine außergewöhnliche Geschichte, die sich auf angenehm leichte Weise mit einem erdrückend schweren Themenspektrum aus Generationenkonflikt, Älterwerden und Sterben auseinandersetzt, im Ersten wiederholt. In der vielschichtigen Hauptrolle einer charakterstarken alleinerziehenden Mutter überzeugt Katja Riemann auf der ganzen Linie.
Erzählt wird die an sich wenig spektakuläre Geschichte von Jessie (Riemann), die sich rührend um ihren Sohn Toby (Mischa Knobloch) kümmert und sich mit wechselnden Jobs mehr schlecht als recht über Wasser hält. Jessies Problem sind ihr ausgeprägter Dickkopf und ihr Gerechtigkeitssinn: Sie hat sowohl Rückgrat als auch eine große Klappe - eine klassische Gegen-den-Strom-Schwimmerin. Wohin das in heutigen Zeiten führen muss, ist klar: schnurstracks ins soziale Abseits.
Weil sie ein Gläschen Krabben für ihren Sohn geklaut hat, fliegt Jessie mal wieder aus einem Job. Außerdem wird sie zu 100 Stunden gemeinnütziger Arbeit verurteilt und arbeitet ihre Strafe als Aushilfsbetreuerin in einem Seniorenheim ab. Schicksal. Denn so hart diese neue Aufgabe auch ist, Jessie steigert sich wie immer in diese Herausforderung hinein, schnell hat sie ihr Herz für die hilfsbedürftigen, wenngleich nicht immer umgänglichen alten Menschen entdeckt. Der griesgrämige Walter Voss (Jürgen Hentsch), von allen nur "Der General" genannt, macht es ihr dabei besonders schwer.
Der verschrobene Alte hat eine bewegende Geschichte, die Jessie nicht loslässt: Nach dem Tod seiner Frau ließen ihn seine Kinder entmündigen, nahmen ihm das Vermögen weg und steckten ihn ins Heim. Mit dem Lehrer Thomas (Heio von Stetten) an ihrer Seite, der sich sogleich unsterblich in sie verliebt, kämpft Jessie ab sofort um Gerechtigkeit für den "General".
Miguel Alexandre und Autor Martin Rauhaus schaffen es mit dieser kleinen Geschichte, den Zuschauer zum Nachdenken zu bringen und somit zwischen Jung und Alt zu vermitteln. Eine kuriose, aber tiefe Freundschaft als Brücke zwischen den Generationen - diesen Versuch darf man als geglückt betrachten. Dreh- und Angelpunkt ist Katja Riemann als außergewöhnliche Alltagsheldin, die glaubwürdig zwischen einfacher Hausfrau und attraktiver Femme fatale pendelt.