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Ausstrahlung am 14.08.2008 um 22:45 Uhr auf ARD(tsch) "Um jeden Preis gefallen", heißt der Grundsatz beim ersten Treffen mit den künftigen Schwiegereltern. Stottern, feuchte Hände und reichlich steife Gespräche gehören dazu. Das perfekte Komödien-Thema, dessen sich "Austin Powers"-Regisseur Jay Roach in "Meine Braut, ihr Vater und ich" (2000) annahm. Das Erste wiederholt das aberwitzige Feuerwerk an urkomischen Vorfällen nun im Rahmen einer Robert-De-Niro-Filmreihe zum 65. Geburtstag (17.08.) des Ausnahmeschauspielers. Der Jubilar brilliert in der Rolle des personifizierten Grauens. Als eifersüchtiger Schwiegervater in spe macht er einem jungen Mann (Ben Stiller) das Leben zur Hölle.
Der jüdische Krankenpfleger Greg (Stiller) ahnt nicht, was ihm bevorsteht, als er mit seiner Freundin Pam (Teri Polo) zu deren streng christlichen Eltern fährt. Er will um ihre Hand anhalten. Die Hochzeit von Pams Schwester scheint der perfekte Zeitpunkt dafür zu sein. Schwiegervater in spe und Ex-CIA-Agent Jack (De Niro) wartet schon auf ihn: Ganz sicher ist Greg nicht der Richtige für seine geliebte Pam! Das wird sich glasklar herausstellen - vor allem, weil Greg alles versucht, das Gegenteil zu beweisen.
Was dem armen Burschen widerfahren soll, lässt den Zuschauer mitleiden. Greg, mit dem unglücklichen Nachnamen Focker (die Verwechslung mit dem bösen englischen F-Wort ist ein Running Gag im Film) gesegnet, tappt von einem Fettnäpfchen ins nächste und erobert dabei die Sympathie des Publikums im Sturm. Der Unglücksrabe knallt mit einem Sektkorken die Urne mit den Überresten von Jacks Mutter vom Sockel, legt unabsichtlich Feuer, schlägt Pams Schwester ein Feilchen und überflutet die Senkgrube vor dem Haus. Dabei verstrickt er sich immer tiefer in Ausflüchte, nur um Jack zu gefallen. Als dann noch dessen geliebter Hauskater Mr. Jinx (Unglücksbringer) spurlos verschwindet, eskaliert die Situation vollends, die mit einem Lügendetektortest schon kurios genug begann.
Die liebevoll entwickelten Charaktere, die bissigen Dialoge und absurden Ereignisse überzeugen auch den Skeptiker, dem ein "Austin Powers" noch zu schräg und konfus war. Drehbuchautor Jim Herzfeld griff hier die universelle Geschichte eines Kurzfilms von Greg Glienna auf und strickte daraus eine aberwitzige Komödie, die rundum sehenswert ist. Das spiegelte sich auch in den Zuschauerzahlen wieder: "Meine Braut, ihr Vater und ich" lockte hierzulande rund 3,2 Millionen Besucher in die Kinos und spielte an den US-Kassen über 160 Millionen Dollar ein. Die Fortsetzung "Meine Frau, ihre Schwiegereltern und ich" konnte 2005 an den Erfolg anknüpfen.
Auch mit 65 Jahren denkt Geburtstagskind Robert De Niro noch lange nicht an die Rente und dreht einen Film nach dem anderen. Mitte September kommt in den USA das Krimi-Drama "Righteous Kill" in die Kinos, in dem De Niro und Al Pacino zwei erfahrene New Yorker Cops geben. Ein Deutschlandstart steht noch nicht fest. Am 19. Februar 2009 soll hierzulande aber die Satire "What Just Happened?" anlaufen, in der der Star in der Rolle eines abgehalfterten Hollywood-Produzenten zu sehen ist.