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Stefan Lust: Was für ein Name, mit dem Florian Simbeck an der Seite von John Friedmann im Comedy-Duo Erkan & Stefan berühmt wurde! Statt Trainingsanzug trägt Simbeck nun am Set von "Sturm der Liebe" (montags bis freitags, 15.10 Uhr, ARD) einen schnieken Einreiher, statt fetter Goldkette eine lederne Aktentasche. In der Telenovela spielt er den Ganoven Dr. Klein, der mit dem geldgierigen "Fürstenhof"-Chefkoch Konopka (gespielt von Joachim Lätsch) unter einer Decke steckt (ab Mi., 17.06. - zehn Tage vor Simbecks 38. Geburtstag). Zuletzt wirkte der Kult-Spaßmacher häufiger an seriösen Produktionen mit. Er stand unter anderem für das "Großstadtrevier", "SOKO 5113" oder "Die Rosenheim-Cops" vor der Kamera. "Ich muss fast wieder ganz von vorne anfangen, um aus der Comedy-Schublade herauszukommen", sagt Simbeck.Trotz eines plötzlichen Regengusses während des Außendrehs und eines Staus auf dem Weg zum Set ist Florian Simbeck gut gelaunt. Er macht Witze und hat immer einen flotten Spruch auf den Lippen. Eigentlich, überlegt er kurz, bringe ihn wenig aus der Fassung. "Was mich wirklich stört, ist Dummheit aufgrund von Unachtsamkeit. Am Set, das kenne ich auch noch aus meiner Zeit als Produzent, werde ich sehr unruhig, wenn ich merke, dass gerade etwas richtig schief geht und sich keiner verantwortlich fühlt." Umso mehr genieße er es, bei "Sturm der Liebe" einfach mal nur Schauspieler sein zu können. Er lächelt zufrieden: "Ich bin nicht verantwortlich für das Drehbuch, nicht für die Überstunden und am Schluss auch nicht für die Presse."
Florian Simbeck möchte sich aber nicht gänzlich auf die ernste Schauspielerei festlegen: "Die Menschen zu unterhalten, ist mir schon wichtiger, als mir einen großen Anspruch auf die Fahne zu schreiben oder betroffen zu machen. Ich habe ein eigenes Stand-Up-Programm und auch Erkan & Stefan wird's weiterhin geben. Die Figur ist mir sehr ans Herz gewachsen." Den Stefan Lust, einen liebenswerten Proleten, entwarf er noch als "Laie" zur Belustigung seiner Freunde. Mit John Friedmann alias Erkan begann Simbeck Ende der 90-er in einer Radioshow, bevor das Proll-Duo 1999 seinen ersten Kinofilm "Erkan & Stefan" (Regie: Michael "Bully" Herbig) drehte. Zwei weitere Filme und zwei Staffeln der TV-Show "Headnut TV" (ProSieben) folgten. Doch in den letzten Jahren wurde es still um das Paar, das nun öfter getrennte Wege ging und gehen wollte. Aber: "Wenn ich eine Frage oder ein Problem habe, dann kann ich mich an ihn wenden, und ich weiß, er kennt mich", sagt Florian "Stefan" Simbeck über John "Erkan" Friedmann.
Es ist schwer zu glauben, wenn man Florian Simbeck quasi ungeschminkt erlebt: Aber tatsächlich, sagt er, sei die Rolle im Chaoten-Doppel seinem eigenen Charakter relativ nahe. "Wie er bin ich selbst kein impulsiver Mensch, und ich versuche, erst nachzudenken, bevor ich etwas tue. Das probiert Stefan auch, aber dabei bleibt es leider", lacht der Schauspieler. "Wie Stefan bin ich eigentlich auch schüchtern ..." Wirklich? Dabei berichtet er wenig später, dass er als Jugendlicher in einer Tanzschule arbeitete, weil "das ganz cool war, um Mädchen kennenzulernen. Ich habe wohl alle Tanzkurse gemacht, die es gibt."
Heute ist der 37-Jährige glücklich verheiratet und hat zwei Kinder: Mit seiner Frau Stephanie und den Kindern Emma und Steward lebt er in Reichertshausen bei München. "Meine Frau hält mir für meine Arbeit den Rücken frei. Ich habe aber unterm Strich mehr Tage, die ich zu Hause verbringen kann, als andere Berufstätige. Jemand, der von 9.00 bis 19.00 Uhr in der Firma sein muss, sieht seine Kinder wesentlich seltener als ich", so der Schauspieler. "Ich muss ja manchmal erst abends weg. So gesehen, kann ich Familie und Job sehr gut verbinden." Auch vom "Sturm der Liebe"-Set in den Münchner Bavaria-Studios fährt er am späten Nachmittag wieder nach Hause zur Familie.
Beständigkeit wünscht sich Simbeck auch im Beruf. Er kann sich durchaus vorstellen, eine feste Rolle in einer TV-Serie zu spielen. "Früher rümpfte man die Nase über einen Serien- oder Daily-Soap-Darsteller. Aber heutzutage ist es gut, wenn man am Monatsende weiß, was man auf dem Konto hat - und auch, was in zwei Monaten sein wird." Die Serie müsste nebenbei aber auch noch Zeit für die Comedy lassen. Nach wie vor hat der Schauspieler für Auftritte mit dem Freund und Kollegen John Friedmann die passende Ausrüstung im Schrank: "Viele Trainingsanzüge habe ich verschenkt oder zu Charity-Auktionen gegeben. Im Moment besitze ich noch um die acht bis zehn Stück."
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