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Was beschert einem deutschen Fernsehsender mit Sicherheit Quote? Der FC Bayern München dürfte neben Heidi Klums "Topmodels" Anwärter auf eine Top-Platzierung in dieser Frage sein. Und außerdem? Castingformate gehen immer (noch) gut. Warum also nicht beides verbinden? Mit "Sportfreunde Pocher - Alle gegen die Bayern" schustert Sat.1 Oliver Pocher, einem seiner neuen Stars, gleich zum Start in die Senderfamilie einen todsicheren Quotenjob zu.Gemeinsam mit dem früheren Erfolgstrainer Werner "Beinhart" Lorant sucht Hobbykicker Pocher eine Elf, die am Samstag, 25. Juli, "auf Schalke" gegen den FC Bayern München antritt. In vier zuvor stattfindenden Castings (ab Sa., 27.06., 22.00 Uhr) soll ein 24 Mann starker Kader zusammengestellt werden. Jetzt schon fest dabei ist neben "Capitano" Pocher und Rapper Bushido ein weiterer neuer Sat.1-Star in seinem ersten Spiel: Neu-Anchorman Johannes B. Kerner.
Auch wenn die vier Casting- und Trainingseinheiten plus Live-Spiel so klingen, als hätte sich das ein kluger Sat.1-Stratege ausgedacht - der Anstoß für den cleveren Mix aus Fußball, Casting und Promi-Schaulaufen gab die Fitness-Studio-Kette "McFit". Das bayerische Unternehmen, das über 100 Studios in Deutschland betreibt, hatte den FC Bayern München im Rahmen der Gala "Ein Herz für Kinder" für eine Million Euro ersteigert. Nun fand der Fitness-Discounter offensichtlich die perfekte Vermarktungsmöglichkeit für seinen "Einkauf". Die Bayern werden sich im Rahmen ihrer Saisonvorbereitung nicht allzu weh tun, und seit der Demission von Ex-Trainer Jürgen Klinsmann kann man davon ausgehen, dass der deutsche Rekordmeister sogar eine gute Chance hat gegen die von Pocher und Lorant trainierten "McFit Allstars".
Zwölf der 24 Plätze im Kader der TV-Truppe werden von Promis belegt sein. Neben Pocher, Kerner und Bushido haben auch die Ex-Profispringer Carlo Tränhardt und Tim Lobinger zugesagt. Ein Dutzend weitere Plätze im Team werden mit Normalos über ein herkömmliches Casting besetzt. Im Internet können sich Männer ab 18 Jahren bewerben, Voraussetzung ist lediglich körperliche Gesundheit und die aktive Mitgliedschaft in einem Fußballverein. "Wir werden den Bayern nicht den Gefallen tun, sie zu unterschätzen", witzelt Oliver Pocher in gewohnter Manier über seine erste Sat.1-Mission.
Dass die Vorbereitung der "Allstars" auf ihren großen Tag wohl nicht bierernst vonstatten geht, lassen Ankündigungen vermuten, dass im Rahmen der Vorbereitung auch Oliver-Kahn-Parodien von Pocher und "Beckenbauer-Auftritte" des Impersonators Matze Knop eine Rolle spielen werden. Nichtsdestotrotz hat der Gala-Kick auch sein Gutes. Die Einnahmen aus dem Ticketverkauf gehen an "Ein Herz für Kinder", und der FC Bayern unter Neu-Trainer Louis van Gaal hat sich verpflichtet, in Bestbesetzung anzutreten. Großer Sport also.
Die Idee, Fußball mit Casting- oder Dokusoap-Elementen zu verbinden, ist im deutschen Fernsehen nicht neu. Für die Sendung "Helden der Kreisklasse" schickte kabel eins Ex-Profi Manni Burgsmüller von 2004 bis 2006 in die Dortmunder Kreisliga B und C. Nachdem Burgsmüller in 45 Sendungen die Ruhrpott-Freizeitkicker zunächst nicht vor dem Abstieg rettete, in einer zweiten Staffel jedoch zum direkten Wiederaufstieg führen konnte, stellte der Sender das Format ein. Im Schnitt sahen in Staffel eins etwas über eine halbe Million Zuschauer zu. Besonders hoch war der Marktanteil mit 8,3 Prozent - kaum überraschend - bei den jungen Männern.
Noch etwas ulkiger wurde es 2005 bei RTL II mit "Borussia Banana - Helden des Strafraums". Dort hatte Lothar Matthäus die Aufgabe, aus einem Haufen Anti-Sportler eine konkurrenzfähige Mannschaft zu machen. Die Idee der Sendung stammte aus Dänemark, ein Import des dortigen Erfolgsformats "FC Nerd". "Sportfreunde Pocher - Alle gegen die Bayern" ist nun der erste Versuch eines Fußball-Castings zur Primetime bei einem großen Sender. Und man darf gespannt sein, was im Erfolgsfalle im Vorfeld der WM 2010 noch alles an Kuriositäten folgen wird.
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