Steffen Groth: Lieber Kellnern als Festanstellung

6/11/2009 0:00. By teleschau - der Mediendienst GmbH teleschau - der Mediendienst GmbH
Foto vergrößern Steffen Groth? Wer ist das denn nochmal? Das Gesicht kennt eigentlich jeder Fernsehzuschauer, nur den Namen nicht. Der Schauspieler verzichtet meistens auf Auftritte in der Öffentlichkeit, vom Starrummel hält er sich am liebsten fern. "Es passiert mir oft, dass Leute mich ewig anstarren. Dann läuft durch ihren Kopf wahrscheinlich gerade: 'Wohnt der bei mir um die Ecke? Hab ich den auf 'ner Party gesehen? Woher kenn' ich den?' Man sieht so richtig die Gedanken rattern", amüsiert er sich. In letzter Zeit allerdings wissen die meisten Leute - seien wir ehrlich, die meisten Frauen - ganz genau, wen sie da anstarren: Alexis von Buren, beziehungsweise den Hochstapler Frank aus der RTL-Serie "Doctor's Diary". Nun macht der 35-Jährige im ZDF "Urlaub mit Papa" (Sonntag, 15.11., 20.15 Uhr) - wo er es mit der Wahrheit ebenfalls nicht allzu genau nimmt.

Eigentlich hätte Groth in der RTL-Erfolgsserie noch eine ganz andere Rolle spielen können: die des Mehdi Kaan, Herzschmerzgynäkologe und eine der zwei männlichen Hauptfiguren, die um die junge Ärztin Gretchen buhlen. Das Casting damals sagte er allerdings ab. "Ich dachte: 'Nee, ich hab keinen Bock auf 'ne Serie, erst recht nicht auf eine Arztserie. Das liest sich zwar lustig, aber wer weiß, wie es am Ende aussehen wird'", erinnert sich Groth, der sein Geld hauptsächlich mit Spielfilmen verdient. "Und dann schaute ich mir die erste Staffel an und fand's total toll. Da ging ich für die zweite Staffel wieder zum Casting. Auch weil die neue Rolle super ist, ich mag diesen Alexis von Buren total gerne, weil der so breit gestreut ist und so viel verrücktes Zeug macht."

Verrücktes Zeug liegt Groth persönlich allerdings eher fern: Er ist Familienvater und hat zwei Kinder im Vorschulalter. Auch für unehrlichen Umgang mit Frauen hat er abseits des Bildschirms wenig Verständnis: "Ich finde, grundsätzlich sollte man in Beziehungen die größtmögliche Ehrlichkeit aufbringen, ansonsten ist das Ding doch eh für'n Arsch."

Aus seiner Heimatstadt Berlin ist die treue Seele auch nie wirklich herausgekommen: Hier ist Groth geboren und aufgewachsen, hier hat er seine Schauspielausbildung abgeschlossen und hier lebt er mit seiner Familie. "Ich hab mir nicht genug in den Hintern getreten", gesteht Groth. "Früher hatte ich die Idee, mal für eine Weile nach Paris zu gehen oder in Hamburg zu leben, aber irgendwas kam immer dazwischen ..." Inzwischen möchte er auch gar nicht mehr weg - obwohl er mit seiner neuen Rolle im ARD-"Großstadtrevier" doch immerhin einen Anlass hätte, Hamburg zu erkunden: Ab 14. Dezember spielt er zunächst als Gaststar für vier Folgen den Ermittler Hauke Jessen, ab 2010 gehört er dann fest zur Mannschaft - zunächst. Denn eigentlich hat Groth für Serienrollen nicht allzu viel übrig: "Mich gruselt es vor einer Festanstellung. Auch beim Theater fand ich es immer schlimm, dass man da im schlechtesten Falle Stücke spielen und mit Leuten zusammenarbeiten muss, auf die man keine Lust hat. Meine Arbeit hat so viel mit emotionaler Einstimmung zu tun, da ist es schwierig, wenn man keine Lust an der Arbeit hat. Da ginge ich dann lieber kellnern."

Vom Kellnern ist Groth derzeit aber weit entfernt. Stattdessen nutzt er seine sichere Basis in Berlin, um kleinere Ausflüge zu unternehmen - in ungewohntes schauspielerisches Terrain wie bei "Doctor's Diary" und "Großstadtrevier", aber auch ganz real nach München - da findet "Das große TV Total Turmspringen 2009" statt (Samstag, 28.11., ProSieben, 20.15 Uhr). Letztes Jahr hatte Groth recht spontan an dem Wettbewerb teilgenommen und gleich den ersten Platz sowohl im Einzel- als auch im Synchronspringen belegt. "Das Training ist wirklich großartig, es macht mir den Kopf richtig frei", erklärt Groth. "Ich fühle mich wie ein kleines Kind auf dem Rummel, wenn ich so durch die Luft fliege und mich drehe, das ist einfach toll." Manchmal erlaubt er sich eben doch ein ganz klein bisschen verrücktes Zeug.

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