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Die dunkle Seite: Düstere Detektivin

9/05/2008 1:00. By teleschau - der Mediendienst GmbH
Foto vergrößern Ausstrahlung am 18.05.2008 um 20:15 Uhr auf RTL

(tsch) RTL hätte wohl nichts dagegen, wenn seine beiden Krimis nach Büchern des Erfolgsschriftstellers Frank Schätzing ("Der Schwarm") so viele Zuschauer finden würden, dass man daraus erfolgreiche Serien oder Reihen stricken könnte. Sowohl der Thriller "Die dunkle Seite" als auch der eher klassische Kriminalfilm "Mordshunger" (Di. 22.05., 20.15 Uhr, RTL) wirken aufgrund ihrer starken Fokussierung auf ihre Ermittler wie Pilotfilme zu Fortsetzungsgeschichten: Da wären Hans-Werner Meyer als sinnlicher Kommissar mit Vorliebe für Gourmet-Küche und schöne Frauen ("Mordshunger) und Melika Foroutan in der Rolle der knallharten, kickboxenden Privatdetektivin Vera Gemini, die selbstredend in ihrem Inneren ein verzweifelter, traumatisierter Mensch ist (So. 18.05., 20.15 Uhr, RTL).

Boxen hat Vera Gemini (Melika Foroutan) gelernt, damit sie niemand mehr verprügelt. Die Schläge ihres Ex-Freundes sorgten dafür, dass die schöne Polizistin nicht nur den Dienst quittierte, sondern auch zu Männern ein eher distanziertes Verhältnis pflegt. Desillusioniert, zynisch und dennoch zerbrechlich wirkt die Berliner Detektivin - ein Setting, das an die alten amerikanischen Detektivfilme der "Schwarzen Serie" erinnert. Eines Tages spaziert ein ebenso attraktiver wie mysteriöser Mann (Misel Maticevic) in Geminis Büro, um sie für einen - scheinbaren - Routineauftrag zu gewinnen - auch das erinnert an die Welt von Philip Marlowe, nur eben unter umgedrehten sexuellen Vorzeichen.

Ein vor Jahren für tot erklärter Fremdenlegionär soll aufgespürt werden, Gemini nimmt die Ermittlungen auf. Gleichzeitig sucht Kommissar Menemenci (Hilmi Sözer), Geminis Ex-Chef, nach dem Schuldigen in einem bestialischen Gewaltverbrechen. Haben die beiden Fälle etwas miteinander zu tun? Während immer mehr Fährten darauf hinweisen, werden Fakten und frühe Wahrheiten in den beiden Fällen immer unglaubwürdiger. Nichts ist, wie es scheint und dass sich Vera Gemini immer mehr zu ihrem Auftraggeber hingezogen fühlt, macht die Sache nicht einfacher.

Regisseur Peter Keglevic ("Tarragona") inszenierte seinen Großstadt-Thriller um Lügen und Selbstfindung in der vor allem von deutschen Privatsendern viel beschworenen "modernen Optik": düstere Bilder, schnelle Schnitte und sinistere Charaktere, die entweder kaputt, cool oder am besten beides sind. Trotzdem wird man das Gefühl nicht los, dass die Macher das Styling mehr interessiert als ihre Geschichte oder die Psychologie der Charaktere. Wie man all dies - großartige Geschichten, Charaktere und innovative Optik - miteinander verbinden kann, zeigt "Vera Gemini" zurzeit an anderer Stelle. Hauptdarstellerin Melika Foroutan brilliert als Polizistin in der mit großem Abstand besten deutschen Serie derzeit: "KDD - Kriminaldauerdienst", die im ach so überalterten Sender ZDF läuft.