Foto vergrößern
Ausstrahlung am 16.05.2008 um 22:30 Uhr auf ZDF(tsch) Wo immer er singt, egal ob an der Scala, in Covent Garden oder an der Met: Jonas Kaufmann, der Mann mit dem dunklen, warmen Timbre bekommt stets höchstes Lob. "Makellos" sei sein leidender Alfredo beispielsweise in der Zürcher "La Traviata" gewesen, so wird von dort vermeldet, - und das, obwohl er in der modern ausgerichteten Marthaler-Inszenierung erst einmal einen Rasenmäher auf der Bühne reparieren musste. Ein Wundersänger aus Deutschland also, der mit Anna Netrebko eben wieder in Covent Garden brillierte, sich aber hierzulande im Hintergrund hält. Angst vor dem Ruhm? - Das muss sich ändern, sagt sich nicht zuletzt Götz Alsmann, und lud den 1969 geborenen Münchner zur Aufzeichnung seiner beliebten "Nachtmusik" in den Bavaria-Studios ein.
Kaufmann dürfte der Höhepunkt des sechsten Alsmann-Abends sein, der nun im Zweiten ausgestrahlt wird. Wieder einmal macht's beim musikalisch-vielseitigen Entertainer aus Westfalen die Mischung. Götz mischt E und U ohne allen Respekt. Hauptsache Musik - und Hauptsache, die ist gut.
Nicht zuletzt die heiteren Zugaben, zu denen Alsmanns Gäste gebeten werden, sind der schlaue Trick: So kommt kaum Langeweile auf - Abnudeln gilt nicht, im Augenblick liegt hier die Würze.
Dabei fährt Alsmann selbst gleich zu Beginn schwere Geschütze auf. Zusammen mit dem Orchester der Ludwigsburger Schlossfestspiele unter der stets engagierten Leitung des jungen Dirigenten Michael Hofstetter will er mit Leroy Andersons Boston-Pops-Hit "Typewriter" den 200. Geburtstag der Schreibmaschine feiern.
Alle Gäste - neben Jonas Kaufmann - sind auch diesmal hochkarätig: David Garrett, der als Rockstar unter den jüngeren Geigern gilt und viel junges Publikum in die Konzerte zieht, spielt Pablo de Sarasates "Zigeunerweisen". Anschließend wird er sich mit Alsmanns Banjo duellieren. Max Raabe greift gemeinsam mit dem Gastgeber tief in die Gefühlstöpfe der 20er-Jahre, und der amerikanische Shooting-Star Danielle de Niese (Sopran) präsentiert sich nach einer Händel-Arie aus ihrem neuen Album mit Götz im Slapstick-Duett ("Alles, was du kannst ...") von Irving Berlin. Schließlich feiern dann auch noch die genreübergreifenden King's Singers aus England ihr 40-jähriges Tournee-Jubiläum. Klassik light vom Feinsten.