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Holger Wienpahl: Von Beruf Philanthrop

9/05/2008 1:00. By teleschau - der Mediendienst GmbH
Foto vergrößern (tsch) Seine neue Aufgabe ist wie gemacht für Holger Wienpahl. Ab 19. Mai tritt er beim "ARD-Buffet" (montags bis freitags, 12.15 Uhr) die Nachfolge von Ernst-Marcus Thomas an, der zum "ZDF-Fernsehgarten" wechselte. Mit einer großen Portion Neugier und viel menschlichem Gespür will der 42-Jährige an die Moderation der Ratgebersendung im Ersten herangehen. "An dem Koch oder Bastelexperten interessiert mich auch immer der Mensch. Warum ist er so geworden, wie er ist? Das ist fast so wichtig für mich wie das, was am Ende bei seiner Arbeit herauskommt", erzählt der gebürtige Wuppertaler begeistert. Ein echter Philanthrop, dieser Wienpahl.

Seine Neugier und das Interesse an seinen Mitmenschen waren es dann auch, die den BAP-Fan eine journalistische Laufbahn einschlagen ließen. Nach seinem Sport- und Geschichtsstudium absolvierte er 1995 ein Volontariat beim damaligen SWF. "Schon mit 14 Jahren haben mein Bruder und ich auf dem Bolzplatz Sportreportagen nachgespielt", erinnert sich Holger Wienpahl lachend. Neben seiner eigenen Leidenschaft für Sport und Aktivität - der Wahl-Kaiserslauterer spielte in seiner Jugend bis zu einem Kreuzbandriss im Kreisligaverein Fußball und ist auch heute noch begeisterter Läufer und Bergwanderer - gibt es noch einen anderen Grund für seine Affinität zum Sportfernsehen: "Ich habe Leistungssportler immer bewundert, weil ich weiß, wie schnell etwas dazwischen kommen kann, wie viel Ehrgeiz man haben und auf wie vieles man verzichten muss."

Es blieb nicht nur bei Sportreportagen und der Arbeit in der Nachrichtenredaktion. Bald durfte er beim SWR auch als Moderator durch das Sportmagazin "Flutlicht" und durch die rheinland-pfälzische "Landesschau" führen. Mit der Sendung "Weggefährten" stellte Holger Wienpahl dann ein ganz eigenes Projekt auf die Beine, in dem er sein größtes Hobby - das Wandern - quasi zum Beruf machte. Mit prominenten Gästen wandert er regelmäßig am idyllischen Rheinsteig entlang. Es begleiteten ihn unter anderem schon Johann Lafer, Susanne Fröhlich, Theo Zwanziger und Wolfgang Niedecken.

"Die großartige Kulisse entspannt ungemein, und wir quatschen oft über Gott und die Welt. Die Kamera vergisst man ganz schnell", erklärt der sympathische Moderator. Obwohl er für die neuen Folgen von "Weggefährten" schon eine Reihe namhafter Persönlichkeiten gewinnen konnte, fehlt ihm noch ein prominenter Kollege auf seiner Liste: "Es gibt einen Weggefährten, der mich tatsächlich längere Zeit begleitet hat. Wir sind zusammen zur Schule gegangen und waren neun Jahre in einer Klasse. Das ist Christoph Maria Herbst. Nach dem Abitur haben wir uns leider aus den Augen verloren."

Egal, was der Allrounder anpackt - immer wieder nimmt ihn seine Faszination an anderen Menschen gefangen. "Ich finde Biografien spannend. Vor allem diejenigen, die Brüche haben, in denen einer wieder aufstehen musste, nachdem er tief gefallen ist. Wie das eben so ist, wenn man eine Zeit lang - wie in der Fußballersprache - auf der Tribüne sitzt." Der Sportsgeist haftet dem Vater von Zwillingsmädchen wohl rund um die Uhr an. Trotzdem hat er nicht vor, mehr sportliche Inhalte im "ARD-Buffet" zu behandeln. "Ich glaube, es ist gewünscht, dass ich mich einbringe. Was nicht heißt, dass ich jetzt alles anders machen will. Diese Sendung läuft seit zehn Jahren erfolgreich und hat ihre bestimmten Rituale, und die werde ich bestimmt nicht mit neuen Ideen durcheinanderwirbeln."

Am 9. Mai, kurz vor Antritt seines neuen Amts, heiratete Holger Wienpahl seine Lebensgefährtin Sabine. Auf seine neuen Kollegen und seinen neuen Job freut er sich "wie Bolle" und hofft, seine nach eigenen Aussagen eher bescheidenen Kochkünste verbessern zu können, indem er den Spitzenköchen, die regelmäßig zu Gast sind, über die Schulter schaut. Mit seiner Rolle im Unterhaltungsfernsehen, die er mit dem neuen Engagement weiter ausbauen wird, fühlt er sich pudelwohl: "Ich bin nicht der investigative, immer nach Skandalen suchende Journalist, sondern eher ausgleichend, den Kompromiss findend. Und dazu passt Unterhaltung ganz gut. Sie muss auch nicht flach sein, man kann sich und andere auch auf einem schönen Niveau unterhalten."