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Liane Forestieri: Stolz, stur und sympathisch

9/05/2008 1:00. By teleschau - der Mediendienst GmbH
Foto vergrößern (tsch) Unter Tage würde man diese Frau am wenigsten vermuten. Liane Forestieri könnte ohne Weiteres als Prinzessin durchgehen. Die Halbitalienerin mit den großen Rehaugen und den langen braunen Haaren wirkt elegant und zart. Dass sie aber nicht nur in romantischen Komödien ("Der Mann, den Frauen wollen", "Cappuccino zu Dritt") oder TV-Schnulzen ("Inga Lindström: Die Frau am Leuchtturm") das süße, charmante Mädchen spielen kann, hat sie nun im ProSieben-Event-Movie "Abgrund - Eine Stadt stürzt ein" (Montag, 02.06., 20.15 Uhr) unter Beweis gestellt. Dort gibt die 33-jährige Wahl-Berlinerin die furchtlose Heldin im Bergwerk. Mit Dreck und Schweiß beschmiert, lässt die Schöne in der Zeche alles Prinzessinenhafte hinter sich und zeigt, dass sie vor allem eines ist: ein echter "Kumpel"-Typ.

Endlich durfte Liane Forestieri mal ein "bisschen ruppiger" sein. "Das liegt mir total", lacht sie. Gerade in der Schauspielbranche solle man als Frau immer süß aussehen. "Das ist auf aber Dauer wahnsinnig langweilig." Über mangelnde Aufregung konnte sie sich bei den Dreharbeiten zum ProSieben-Katastrophenfilm "Abgrund" ganz sicher nicht beklagen. Liane Forestieri verkörpert darin eine Geologin, die befürchtet, dass verschiedene stillgelegte Stollen im Ruhrgebiet nicht vorschriftsmäßig verfüllt wurden. Zahlreiche Grubeneinbrüche - unter anderem unter einem voll besetzten Fußballstadion - könnten die Folge sein. Auf eigene Faust begibt sie sich mit einem kleinen Trupp unter Tage.

Eine große Herausforderung für die Schauspielerin, denn es wurde in echten, zu Museen umgebauten Bergwerken gedreht. "Es war unglaublich anstrengend. Es war eng. Es war dreckig. Wir wurden den ganzen Schmutz auch gar nicht mehr los. Der saß in jeder Pore", erklärt sie, und man merkt, dass ihr - dem "Jeanshosentyp", der keinesfalls "aus Zucker" ist - das Abenteuer wahnsinnig Spaß gemacht hat. Auch wenn sie mittlerweile Romantic Comedys inklusive hübscher Frisuren und sauberer Kleider wieder richtig zu schätzen weiß. "Ich bin experimentierfreudig und nicht ängstlich", verrät sie. "Außerdem will man sich als einzige Frau im Stollen neben diesen ganzen Männern auch beweisen und kein 'Mädchen' sein."

Leichtsinnig ist Liane Forestieri jedoch nicht - nicht mehr. "Früher war ich risikobereiter", erinnert sie sich. "Mittlerweile habe ich zwei Kinder (einen sechsjährigen Sohn und eine zwei Monate alte Tochter, d. Red.). Ich weiß, ich werde gebraucht. Und ich möchte auch einfach für sie da sein. Das Leben ist komplett anders, wenn man Mutter ist." Ihre Freizeit verbringt sie nun auf dem Fußball- oder Spielplatz - und zwar sehr gerne. Der "rote Teppich" war noch nie etwas für die eher scheue Darstellerin. "Mir ist es unangenehm, in der Öffentlichkeit aufzutreten. Eine Homestory könnte ich mir beispielsweise überhaupt nicht vorstellen. Diese Einstellung hat sicherlich auch Nachteile für meinen Beruf, weil mich nicht so viele Leute kennen. Aber da muss man sich selbst einfach treu bleiben."

Und das tut sie. Liane Forestieri hat ihren eigenen Kopf. Wenn sie sich etwas vorgenommen hat, dann zieht sie es auch durch. "Mein Freund sagt, ich sei stur und irre stolz", verrät sie. "Er versucht, das immer auf meine Herkunft zu schieben." Auch von ihrem Wunsch, Schauspielerin zu werden, ließ sich Liane Forestieri nicht abbringen, obwohl ihr Umfeld damit eher wenig anfangen konnte. "Ich komme aus einer Arbeiterfamilie. Da hieß es: 'Geh doch lieber zur Bank oder zur Post! Da hast du ein Dach über dem Kopf.' Aber ich habe mich durchgesetzt - klar", lacht sie. "Ich glaube, meine Familie denkt immer noch, ich spinne." Ihr ungewöhnlicher Auftritt unter Tage wird an dieser Überzeugung wohl nicht viel ändern.