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Ausstrahlung am 17.05.2008 um 23:20 Uhr auf ARTE(tsch) Dieser "Sportsmann des Jahrhunderts" ist nicht gerade einer, den man sich ohne Weiteres als solchen vorstellen würde. Doch der 1962 in Amsterdam geborene Autor und Regisseur Mischa Alexander sieht das ganz anders: Für ihn ist der friesische Bauernsohn Taeke Jongsma ein wahrer Held - einer, der seine Sportart, das Pfahlsitzen, zu seiner Überzeugung macht und darüber hinaus auch im Alter die Liebe dazu nicht verliert. Fiktive Lebenssaga und skurriles Nachkriegsmärchen zugleich, gilt Alexanders 2005 gedrehter Debütfilm (Koproduktion NDR / ARTE, Erstausstrahlung) als "Meilenstein in der friesischen Filmhistorie".
Für den friesischen Bauernsohn Taeke Jongsma gibt es nur ein Mittel, um gegen die Unterdrückung der Bauern zu kämpfen: das Pfahlsitzen. Der ebenso haarsträubende wie aufreibende Sport soll ihn zu einem Nationalhelden machen, posthum soll er den Titel "Friesischer Sportler des Jahrhunderts" erhalten ...
Als im Jahr 2000 ein Komitee aus Sportjournalisten den friesischen "Sportler des Jahrhunderts" wählen soll, kommt für den Journalisten Ger Beitema nur einer in Frage: Taeke Jongsma. Beitema rollt dessen Geschichte noch einmal auf, um auch seine Jury-Kollegen zu überzeugen.
Als kleiner Junge muss Taeke mit ansehen, wie sich sein Vater für den Großgrundbesitzer Pijlsma zu Tode schuftet. Um selbst diesem Schicksal zu entgehen, betreibt Taeke eine besondere Sportart - das Pfahlsitzen, das er nicht weniger als 500 Tage durchhalten will. Hinzu kommt, dass er durch den ungewöhnlichen Sport breite Aufmerksamkeit bei der Bevölkerung erreicht. Taeke wird zum Sprachrohr der armen Landarbeiter und Knechte. Als Zeitvertreib auf dem Pfahl halten Karl Marx ("Das Kapital") und Trotzki her. Aber auch Tjitske, seine Verlobte, umsorgt ihren Sportshelden rührend.
Als Tjitske jedoch dringend die Hilfe ihres Verlobten bräuchte, da sie bei einem Unfall ihren Vater verliert, will der den Rekordversuch nicht unterbrechen. Ein Fehler vielleicht - denn da läuten für Tjitske plötzlich die Hochzeitsglocken ...
Der Schauspieler Jochum ten Haaf schafft es, dem "Jahrhundertsportler" tatsächlich Leben einzuhauchen. Nicht zuletzt auch, weil er zeigt, was man auf dem Kopf eines Pfahles alles so treiben kann. Als Vorbild für die Titelfigur diente offensichtlich Hermann Kümmerlehn, der als Leeraner Bürgermeisterkandidat einst den Armen zu einer Lobby verhelfen wollte, sich als Charmeur in zahlreichen Talkshows versuchte und gerne im Heidepark Soltau auf einem Rekordversuchs-Pfahl saß.