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Ausstrahlung am 18.05.2008 um 20:15 Uhr auf ARD(tsch) So krumm ist er gar nicht, der riesige Hund, der im neuen "Tatort" eine hübsche Nebenrolle spielt. Im Gegenteil: er weiß genau, was er will: Würstchen nämlich. Nur vom Kalb. Oder ein hübsch angerichtetes Geburtstagsbüffet. Charmant sind sie stets, die Münsteraner Krimis, die zwar nicht unbedingt glaubwürdig, aber stets unterhaltsam sind. So auch diesmal.
Der Hund, der im direkten Vergleich eine Schnauze größer ist als Kommissar Thiel (Axel Prahl), gehört dem Mordopfer. Der bedauernswerte Privatdetektiv bekommt erst ein Messer in den Rücken, taumelt dann halbnackt über die Straße, fällt schließlich in ein Loch auf einer Baustelle und landet mit dem Gesicht in Säure. Kein schöner Tod. Dem Rechtsmediziner Prof. Karl-Friedrich Boerne (Jan Josef Liefers) gelingt es jedoch mithilfe des Computers, das Gesicht des Opfers wiederherzustellen. Welch Überraschung: Der sieht aus wie Boerne selbst. Und hat auch noch dieses Muttermal am Kopf, das die meisten aus Boernes Familie ebenso zeichnet.
Kommissar Thiel indes hat, da sein Lieblingsclub St. Pauli in der letzten Minute das entscheidende Gegentor gefangen hat, ob einer forschen Wette fortan eine Frisur, die er nahezu den gesamten Film über unter einer Mütze verbergen muss. Erst am Ende, wenn der Fall gelöst ist, wird er sie stolz zur Schau tragen. Thiel stellt bald fest, dass es sich bei dem Toten um einen Detektiv namens Mang handelte, dessen letzter Fall der der Familie Rummel war.
Dort betrügt Markus Rummel (Alexander Beyer) seine Frau Sabine (Henriette Heinze). Und zwar wenig überraschend mit seiner ungemein attraktiven Assistentin (Nadeshda Brennicke). Doch die Ehe der Rummels stand ohnehin vor dem Aus. Sollte deswegen ein Mord geschehen sein? Oder hat die Tat doch ihren Hintergrund in der Familie Boerne? Dort feiert ein vermögender Onkel seinen 100. Geburtstag. Handelt es sich bei dem Toten also um ein bislang verschollenes Familienmitglied, der es auf das Erbe abgesehen hatte?
Sie erinnern immer mehr an die legendäre Krimiserie "Die 2", die spritzigen und originellen Dialoge zwischen Thiel und Boerne, die auch diesmal einen Gutteil zum Unterhaltungswert des Films beitragen. Stefan Cantz und Jan Hinter verfassten das fantasievolle und abwechslungsreiche Buch zum mittlerweile 13. Fall des Münsteraner Duos (Regie: Manfred Stelzer, schrieb und inszenierte auch den Götz-George-Thriller "Meine fremde Tochter", der am Mi., 28.05., 20.15 Uhr, im Ersten läuft), der sich dank seines Humors erneut deutlich von der gesamten "Tatort"-Konkurrenz abhebt. Nicht immer glückte dieses Wagnis in der Vergangenheit, diesmal aber schon. "Krumme Hunde" ist ein durchweg kurzweiliger und - man vergisst das gerne zu erwähnen - von den Hauptdarstellern exzellent gespielter Krimi, den man nach 90 Minuten einfach nur "zum Fressen gern" haben kann.