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Tom Beck: "Ich spiel' gern mal den Volltrottel!"

9/05/2008 1:00. By teleschau - der Mediendienst GmbH
Foto vergrößern (tsch) "Früher gaben meine Kumpels und ich uns den Namen: 'Die Romantiker'. Das stimmte aber überhaupt nicht. Wir nannten uns nur so, um Frauen zu imponieren." Erfrischend unkompliziert und locker gibt sich Tom Beck im Interview. Grund dafür hat er: Die Karriere des 30-jährigen Newcomers kommt gerade so richtig ins Rollen. In "Inga Lindström - Hochzeit in Hardingsholm" (Sonntag, 04. Mai, 20.15 Uhr, ZDF) spielt er neben den Jungstars Janin Reinhardt und Alissa Jung. Und er ergatterte eine Hauptrolle im RTL-Dauerbrenner "Alarm für Cobra 11". Der Zuspruch des weiblichen Publikums dürfte dem gebürtigen Nürnberger sicher sein - doch von Eitelkeit keine Spur. Offen spricht Tom Beck über Vorurteile, mit denen er oft zu kämpfen hat und darüber, was ihm in der deutschen Filmbranche fehlt.

Neben der Schauspielerei hat Beck noch eine zweite Leidenschaft: die Musik. Er spielt seit seinem sechsten Lebensjahr Orgel, fühlt sich aber auch am Klavier, an der Gitarre und am Schlagzeug zu Hause. So kam es dann auch, dass er von 1999 bis 2003 an der Bayerischen Theaterakademie München Musical studierte und sein gesangliches und tänzerisches Können in Bühnenproduktionen wie "Grease", "Wild Party" und "Moulin Rouge" unter Beweis stellte. Gleichzeitig arbeitete Tom Beck auch an einer Karriere im Fernsehen. Das war vor seinem musikalischen Hintergrund nicht immer einfach. "Ich hatte wegen meines Studienganges lange Zeit Komplexe. Deswegen bezeichne ich es gerne als 'Schauspielstudium mit Schwerpunkt Musical'. Manche Kollegen meinen sonst, ich wäre kein richtiger Schauspieler."

Letztlich setzte sich Beck aber durch und kann nun auf eine Reihe von Film- und Serienauftritten zurückblicken. Neben seinen Rollen in Tanzfilmen wie "Eine unter Tausend" und "Beim nächsten Tanz wird alles anders" sammelte er mit Kurzauftritten in zahlreichen Krimireihen - darunter "SOKO 5113", "Polizeiruf 110" und zuletzt "Commissario Brunetti" - Erfahrungen für seine Rolle in "Alarm für Cobra 11". Mit "Hochzeit in Hardingsholm" drehte der 1,84 Meter große Mime nun die dritte Romanze für das ZDF, nachdem er bereits in den "Rosamunde Pilcher"-Verfilmungen "Land der Sehnsucht" und "Pfeile der Liebe" reihenweise Frauenherzen zum Schmelzen brachte. Ein echter Experte, also? "Früher habe ich mir unter Romantik immer so etwas wie eine Kerze anzuzünden vorgestellt. Da steckt aber schon mehr dahinter - wie ich im Laufe der Jahre begriffen habe", schmunzelt Beck.

Im neuen "Inga Lindström"-Film spielt der begeisterte Sportler (Fußball, Tennis, Ski) den Weltenbummler Lars, der es nicht lange an einem Fleck aushält. In diese Rolle konnte er sich gut hineinversetzen: "Ich bin selbst die letzten vier Jahre viel gereist. Ich hatte meine Basis zwar in München, aber trotzdem war ich immer irgendwo anders. Durch meine Arbeit kam ich zum Beispiel nach Schweden, Teneriffa und England und wurde dafür auch noch bezahlt - traumhaft." Dennoch ist der abenteuerlustige Schauspieler froh, dass er sich seit Januar für die Dreharbeiten zu "Alarm für Cobra 11" erst einmal eine Weile in Köln niederlassen kann. "Das ist für mich das Größte: in meine Wohnung kommen, mir in meiner Küche Essen zu machen und meinen Fernseher einzuschalten. Immer in Hotels zu wohnen, ist auf Dauer ätzend."

Für die Rolle des Herzensbrechers ist Tom Beck wie gemacht, auch als beinharter Ermittler dürfte er künftig eine gute Figur machen. Beck hat dazu noch ein Faible für ein ganz anderes Genre - Comedy. "Ich spiel' gerne mal den Volltrottel. Da kann man sich einfach austoben. In 'Dörtes Dancing' habe ich zum Beispiel einen leicht dümmlichen fränkischen Vollproleten gespielt. Das war toll. Leider habe ich gemerkt, dass ich doch eher anders besetzt werde." Dabei ist es das Schlimmste für ihn, auf einen bestimmten Typ reduziert zu werden. "Ich kämpfe dafür, dass wir in Deutschland ein bisschen von dieser Katalogisierung und dem In-die-Schublade-Stecken wegkommen. In den USA funktioniert das irgendwie ganz anders. Da kommt es darauf an, wie viel und wie gut man gearbeitet hat."

Auch in puncto Comedy könne sich die deutsche Filmwelt von Hollywood eine Scheibe abschneiden, meint Beck. "Wenn die Amerikaner Komödien spielen, dann drücken sie voll drauf und haben keine Angst vor Klischees - ganz anders als wir Deutschen." Er findet: "Deutsche Comedy arbeitet oft mit Schenkelklopfer-Humor. Das mag ich gar nicht. Man darf den Witz nicht spielen und dem Zuschauer auf die Stirn hämmern: 'So, jetzt lachen!"

Kritische Worte - Tom Beck ist eben eine ehrliche Haut. Hoffentlich bewahrt er sich diese Offenheit auch in Zukunft, wenn er durch seine Rolle bei "Alarm für Cobra 11" endgültig ins Licht der Öffentlichkeit rückt. Noch ist er jedenfalls ganz entspannt. "Im Grunde bin ich schon zufrieden, wenn es einfach so weiter geht wie bisher. Man darf nicht zu verbissen und ehrgeizig sein. Es gibt so viele Schauspieler in Deutschland, dass man sich glücklich schätzen kann, überhaupt Arbeit zu haben. Dafür bin ich dankbar."