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Ausstrahlung am 19.05.2008 um 20:15 Uhr auf Sat.1(tsch) Die Welt ist ein Dorf, und es liegt im Herzen Kenias. Es ist die Welt des Stammeskriegers Lemalian. Aus ihr kann er nicht ausbrechen. Und es ist schwer für Außenstehende, diesen Mikrokosmos, wie es ihn in der Steppe Afrikas hundert-, wenn nicht tausendfach gibt, zu verstehen. Eine Touristin, von Magenkribbeln beim Anblick des edlen Wilden übermannt, versucht es dennoch und folgt ihm in die Wildnis. Sie scheitert. Regisseurin Hermine Huntgeburth verfilmte die Autobiografie von Corinne Hofmann und inszenierte mit "Die weiße Massai" ein Liebes- und Gesellschaftsdrama, das auf gängige Klischees beim Aufeinanderprallen der Kulturen verzichtet. Mit 2,2 Millionen Besuchern war "Die weiße Massai", nun als TV-Premiere bei Sat.1 gegen "Die Patriarchin" (ZDF) programmiert, der kommerziell erfolgreichste deutsche Film 2005. Nina Hoss erhielt im gleichen Jahr für ihre Darstellung der mutigen Frau den Bayrischen Filmpreis.
Erzählt wird die Geschichte von Carola (Nina Hoss) und Lemalian (Jacky Ido), es ist die Geschichte der Gegensätze der westlichen Zivilisation und eines urtümlichen Afrikas. Carola, mit ihrem Freund Stefan (Janek Rieke) in Kenia im Urlaub, verliebt sich in einen bunt geschmückten Massai-Krieger. Die beiden unterhalten sich, es funkt, irgendwie. Magenkribbeln, Schmetterlinge, Exotik.
"Ich komme nicht mit, Stefan", sagt Carola plötzlich am Airport, als sie schließlich die Heimreise antreten soll. Einmal, zweimal, dreimal: "Ich komme nicht mit." Der Flieger hebt ab, Carola bleibt zurück in einem fremden Land, das ihr Zuhause werden soll, falls der Massai-Krieger von Stamme der Samburu sie als Frau annimmt.
Zunächst macht sich Carola auf die Suche nach Lemalian, und die führt sie weit abseits der Touristen-Routen. In der Stadt Maralal trifft sie auf die deutsche Auswandererin Elisabeth (Katja Flint), die mit einem kenianischen Mann verheiratet ist. "Wenn er sich für dich entscheidet", gibt sie Carola den Rat, "wird er kommen und dich zu ihm holen". Carola wartet, sehnt sich, und plötzlich steht der schillernde, edle Wilde vor ihrer Tür.
Ein unsentimentales, karges Hotelzimmer: Der Sex ist hart und kurz. Der Mann ist der Herr, der Macher. Enttäuschung, Verwirrung und Ratlosigkeit machen sich bei Carola breit. Sie verschwindet. Bis Lemalian wieder, mit seinem unerschütterlichen Grinsen, an ihre Tür anklopft und wie selbstverständlich erklärt: Komm mit, du wirst meine Frau.
Es ist der Anfang vom Ende. Lemalian verhält sich in seinem Dorf stammesgerecht. Frauen sind nicht viel wert, doch der stolze Krieger versucht den Spagat zwischen den Kulturen zu meistern. Carola bleibt nicht lange die Fremde, doch nach und nach versucht die weiße Frau, der schwarzen Gesellschaft ihren Stempel aufzudrücken. Sie eröffnet mitten im kenianischen Busch einen Tante-Emma-Laden, verkauft Lebensmittel, Alltagswaren und Alkohol. Unbewusst erhebt sie ihre Lebensvorstellung über die ihrer neuen Heimat. Schlimmer noch: Sie degradiert als Geschäftsfrau ihren Ehemann, der Ziegenhirt ist.
"Die weiße Massai" wurde unweit der Originalschauplätze gedreht, wo Schriftstellerin Corinne Hofmann mit ihrem damaligen Samburu-Krieger Lketinga vier Jahre lang lebte. Die Missionsstation, die im Film zu sehen ist, wurde nach den Aufnahmen zu einer Schule umgebaut, die vom Produktionsteam finanziert wird. Die Autobiografin begleitete die Dreharbeiten, nachdem sie vor 14 Jahren mit der gemeinsamen Tochter ihre Koffer packte und Kenia den Rücken kehrte. "Vieles hat sich verändert", berichtet die ehemalige weiße Massai nun. "Es ist traurig mit anzusehen, wie diese Kultur verschwindet. Ich glaube nicht daran, dass sie überdauert."