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Ausstrahlung am 17.05.2008 um 20:20 Uhr auf ARD(tsch) Hat sich nicht jeder angesichts des erratischen Verhaltens mancher Familienmitglieder schon einmal gefragt, ob die Verwandtschaftsverhältnisse einer TÜV-Prüfung standhalten würden? Tatsächlich, will man Schätzungen glauben, haben Zweifel an der Verwandtschaft - insbesondere am Vater - durchaus Berechtigung: Bis zu zehn Prozent aller Sprösslinge könnten "Kuckuckskinder" sein. Drehbuchautor Ted Griffin beschäftigte sich bereits in seinen Vorgängerarbeiten "Tricks" und "Ocean's Eleven" mit echten und falschen Identitäten und verquickte 2005 in der romantischen Komödie "Wo die Liebe hinfällt ..." (nun im Ersten) das Phänomen der Kuckuckskinder mit einer originellen Grundidee: Wie würde es wohl jemandem ergehen, der vermutet, dass seine Familie die Vorlage für den Bestseller und Filmklassiker "Die Reifeprüfung" geliefert hat?
Diesem Gefühlstumult ausgesetzt sieht sich die frisch verlobte, aber von Selbstzweifeln geplagte New Yorker Nachrufschreiberin Sarah (Jennifer Aniston). Sie erfährt bei der Hochzeit ihrer hysterischen Schwester Annie (Mena Suvari) von einem kurzen Seitensprung der inzwischen verstorbenen Mutter mit dem Playboy Beau Burroughs (Kevin Costner). Kurz nachgerechnet - und schon ist Sarah der Überzeugung, sie sei bei eben jener Affäre gezeugt worden und zwar von einem Mann, der zuvor schon ihre Oma Katharine (Shirley MacLaine) flachgelegt hatte!
Sarahs Welt gerät ins Wanken, und sie begibt sich auf die Suche nach dem vermeintlichen Erzeuger. Als sie Burroughs gefunden hat, behauptet der jedoch, er sei impotent. Und es kommt noch schlimmer: Wie sich nach einem alkoholseligen Abend mit dem charismatischen Multimillionär herausstellt, kann auch sie seinem Charme nicht widerstehen.
Mit "Harry und Sally" lieferte Rob Reiner 1989 die ultimative Beziehungskomödie ab und landete einen weltweiten Erfolg, den er seither vergebens zu wiederholen versucht. Auch wenn diesmal Darsteller und Grundidee stimmen, verfehlt er mit "Wo die Liebe hinfällt ..." das Ziel erneut. Der zugegeben pfiffige Handlungskern wird einfach zu uneinheitlich bearbeitet.
Und doch bleibt diese Romanze positiv in Erinnerung, hauptsächlich dank Shirley MacLaines vergnügt ausgelebter und herrlich schnoddriger Spielfreude und Costners Nonchalance, mit der er sich immer mehr als in Würde und mit Stil alternder Frauenfreund empfiehlt. Hauptdarstellerin Jennifer Aniston bleibt dem Genre treu: Gerade hat sie das Liebesdrama "Traveling" an der Seite von Aaron Eckhardt abgedreht. In dem Film verliebt sie sich in einen Schriftsteller, der den Tod seiner Frau nicht verwunden hat.