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An Ostern kommt das Gelbe vom Ei: Das Durchstöbern des Fernsehprogramms nach Blockbustern gestaltet sich an den Feiertagen traditionell leichter als die Eiersuche im heimischen Garten. Free-TV-Premieren der Fabergé-Güteklasse ("Herr der Ringe", "Harry Potter") haben die Programmplaner den Zuschauern allerdings dieses Jahr nicht ins Nest legen können. Dafür bringt der Hase neben den obligatorischen Sandalen-Filmen und Jesus-Dokus viele frische, bunte "CG-Eier". Ganz alleine sorgen Dreamworks und Pixar dann aber doch nicht für die Festtagsunterhaltung, wie die Liste der zehn dicksten TV-Ostereier zeigt.Ei Nummer eins - "Madagascar" (2005, Freitag, 10.04., 17.55 Uhr, ARD): Das Erste setzt am Karfreitagnachmittag nicht auf Besinnlichkeit. Vier New Yorker Stadtneurotiker sind reif für die (Oster-)Insel. Nach ihrem Zoo-Ausbruch verschlägt es Löwe Alex, Zebra Marty, Nilpferd Gloria und Giraffe Melman nach "Madagascar". Auf das Leben in der freien Wildbahn sind die verwöhnten Chaoten allerdings denkbar schlecht vorbereitet. Der schräge Dreamworks-Trip, eine farbenfrohe Melange aus Slapstickhumor, stilisiert gezeichneten Tieren und zahlreichen Anspielungen auf Filmklassiker, ist ein würdiger Auftakt des verlängerten Osterwochenendes. Schließlich könnte die Message des Spaßes auch Jesus unterschreiben: Kinder, man soll auch in schweren Zeiten zu seinen Liebsten stehen!
Ei Nummer zwei - "Die Unglaublichen" (2004, Free-TV-Premiere, Freitag, 10.04., 20.15 Uhr, RTL): Auch das Schicksal der "Unglaublichen" passt - mit ein wenig Fantasie - ins Karfreitagsprogramm. Die vielseitig begabte Zeichentrick-Familie muss feststellen: Die Welt ist ungerecht zu ihren Superhelden. Weil sie wegen unerwünschter Heldentaten von einem aufgebrachten Mob vor den Kadi gezerrt wurden, leben Mr. Incredible und seine Angetraute Elastigirl dank Zeugenschutzprogramm fortan mit Sohn und Tochter in einem ganz normalen Vororthäuschen ein ganz normales, langweiliges Leben. Doch dann taucht Superschurke Syndrome auf. Das rasante und mit viel Ironie inszenierte Pixar-Werk ist mit den liebenswerten Figuren sowohl für die Kinderstube geeignet als auch für die Eltern - dank explosiver Action und zahlreicher Reminiszenzen an die Helden der Filmgeschichte.
Ei Nummer drei - "Final Destination 3" (2005, Free-TV-Premiere, Freitag, 10.04., 22.20 Uhr, RTL): Nach den "Unglaublichen" sollte das ganz junge Publikum allerdings schnellstens ins Bett gebracht werden. Denn Gevatter Tod legt in der zweiten Fortsetzung der "Final Destination"-Reihe mal wieder eine Sonderschicht ein, um die Überlebenden eines Achterbahn-Unglücks heimzusuchen. Die Sensenmann-Sause präsentiert sich, abgesehen von nie da gewesenen, skurrilen Todesarten, jedoch recht einfallslos.
Ei Nummer vier - "Ab durch die Hecke" (2006, Free-TV-Premiere, Samstag, 11.04., 20.15 Uhr, Sat.1): Zur mentalen Vorbereitung auf die Eiersuche geht's am Ostersamstag schließlich in den Garten. Dahin kommen bekanntlich nur die Harten, und so gestaltet sich die Mission "Ab durch die Hecke" und rein in die Vorratskammer der Menschen für Waschbär Richie und seine tierisch-durchgeknallte Clique auch alles andere als leicht. Trotz tiefgründigem Witz reicht das freche Tiere-in-der-Vorstadt-Abenteuer nicht an andere Dreamworks-Produktionen wie "Shrek" heran. Dafür versteckt sich auch in diesem "CG-Ei" eine Botschaft der Nächstenliebe.
Ei Nummer fünf - "Happy Feet" (2006, Free-TV-Premiere, Sonntag, 12.04, 15.40 Uhr, ARD): Gleich drei Wünsche auf einmal erfüllt das Erste am Ostersonntag. George Millers "Happy Feet" ist oscarprämierter Animationsspaß, Musical und hat natürlich wieder (mindestens) eine Botschaft fürs junge Publikum parat: Gib niemals auf, glaub an das, was in Dir steckt, und sei immer tolerant! Vor macht's der niedliche Kaiserpinguin Mumble, der nicht wie alle seine Artgenossen meisterhaft singen, sondern "nur" steppen kann. Zu allem Übel wird der Sonderling auch noch für eine Fischflaute verantwortlich gemacht - natürlich nur, weil er irgendwie anders ist. Im Exil erkennt Mumble aber sein wahres Talent.
Ei Nummer sechs - "Nachts im Museum" (2006, Free-TV-Premiere, Sonntag, 12.04., 20.15 Uhr, RTL): Ausnahmsweise mal auf tatsächliche Schauspieler setzt RTL am Ostersonntag zur Primetime. Die Kölner schicken Star-Comedien Ben Stiller auf Nachtschicht. Ohne eine Vielzahl von Computereffekten kommt das Fantasy-Spektakel "Nachts im Museum" allerdings nicht aus. Denn nachdem die Besucher abends das Gebäude verlassen haben, erwachen alle Ausstellungsstücke plötzlich zum Leben. Und so kommt es, dass der gelinde gesagt verdutzte Stiller schon mal für den Tyrannosaurus Rex (oder vielmehr dessen Skelett) Stöckchen werfen muss.
Ei Nummer sieben - "Crank" (2006, Free-TV-Premiere, Sonntag, 12.04., 22.25 Uhr, RTL): Ja, "Crank" klingt nicht umsonst so ähnlich wie "krank". Zur Erbauung der vollgestopften Festtagsgemeinde vor den Fernsehern jagt hier Jason Statham anderthalb Stunden lang einem Adrenalin-Kick nach dem anderen hinterher. Dem Ex-Auftragskiller in spe wurde im Schlaf eine chinesische High-Tech-Droge in die Venen gejagt. Einzige Überlebensmöglichkeit: Er muss seinen Puls stets auf 180 bringen, sei es durch waghalsige Kamikaze-Aktionen oder öffentlichen Sex mitten auf der Straße.
Ei Nummer acht - "Blood Diamond" (2006, Free-TV-Premiere, Sonntag, 12.04., 20.15 Uhr, ProSieben): Schwer verdauliche Kost serviert ProSieben am Osterabend. Als zynischer Einzelgänger und Diamantenschieber glänzt Leonardo DiCaprio in "Blood Diamond". Hier wird scharf auf die Diamantenindustrie geschossen und gleichzeitig wirkungsvoll auf das Leiden in Afrikas Krisenregionen aufmerksam gemacht. Regisseur Edward Zwicks Aufarbeitung der Ausbeutungsproblematik ist trotz blutigem und ungeschöntem Realismus verblüffend massenkompatibel.
Ei Nummer neun - "Prestige - Meister der Magie" (2006, Free-TV-Premiere, Montag, 13.04., 20.15 Uhr, ProSieben): Karnickel werden an Ostermontag nicht aus dem Hut gezaubert. "Wolverine" Hugh Jackman und "Batman" Christian Bale begeistern das Publikum als "Meister der Magie" mit ausgefeilteren Tricks. Bei ihrem erbarmungslosen Konkurrenzkampf müssen allerdings nicht nur ein paar Tauben Federn lassen. Eine bemerkenswerte Geschichte, die zeigt: Illusionen und doppelte Böden sind das Metier von Christopher Nolan. Zu Recht sieht der Regisseur auch seinen Film als einen großen Zaubertrick.
Ei Nummer zehn - "Der Herr der Ringe - Die Rückkehr des Königs" (2003, Montag, 13.04., 20.15 Uhr, RTL): Feierlich klingt das Osterwochenende bei RTL aus. Weil ein Feiertag ohne "Der Herr der Ringe" irgendwie nur halb so schön ist, zeigen die Kölner erneut Peter Jacksons "Die Rückkehr des Königs". Noch einmal darf das Publikum bestaunen, wie J.R.R. Tolkiens Saga der Superlative endet. Mit Ringträger Frodo (Elijah Wood) und seinem treuen Freund Sam (Sean Astin) geht es zum Schicksalsberg, während die anderen Gefährten (unter anderem Viggo Mortensen, Orlando Bloom) den Truppen von Sauron gegenüberstehen. Was bleibt, ist Ehrfurcht ...
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