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(tsch) Sein Name ist Programm. Jumbo Schreiner ist ein Mann der Superlative. Wo das schwergewichtige Original mit dem losen Mundwerk auftaucht, wird nicht gekleckert, sondern geklotzt. Das DSF-Publikum kennt den 40-jährigen Münchner als rasanten Autotester mit Benzin im Blut. Seit geraumer Zeit hat sich Jumbo, der eigentlich Thomas heißt, auch als Gourmet der ganz besonderen Sorte einen Namen gemacht. Wann immer es bei "Galileo" (sonntags bis freitags, 19.10 Uhr, ProSieben) XXL-Portionen zu vertilgen gibt, ist der Super-Size-Moderator mit Messer und Gabel zur Stelle. Weder der größte Burger der Welt, noch Deutschlands gigantischster Knödel sind vor dem Essenstester sicher. Doch in Jumbo steckt noch viel mehr als ein volksnaher Feinschmecker. Im Interview entpuppt sich der glatzköpfige Kumpeltyp als wahre Wundertüte.teleschau: Jumbo, Du trägst einen sehr treffenden Spitznamen. Wie bist Du dazu gekommen?
Jumbo: Als 19-Jähriger spielte ich in den USA American Football. In den 70er-Jahren gab es dort einmal einen österreichischen Einwanderer - einen ziemlichen Brocken -, der von allen "Jumbo the Fridge" genannt wurde. Aufgrund meines "Äksents" habe ich die Amis direkt an Jumbo erinnert. Und so hatte ich meinen Spitznamen weg. Auf "Thomas" höre ich schon seit 21 Jahren nicht mehr.
teleschau: Als XXL-Tester bist Du bei ProSieben der Mann für die Jumbo-Portionen. Man könnte fast den Eindruck bekommen, der Sender möchte Dich mästen ...
Jumbo: Das sehe ich anders. Wir starten in jeder Sendung mit ganz normalen Speisen. Wenn es etwa um die Pizza geht, wollen wir zunächst herausfinden, wo sie herkommt und wo es in Deutschland die beste Pizza gibt. Und erst später machen wir uns auf die Suche nach der größten. Die ersten zwei Drittel des Weges geht es also um die Perfektion des jeweiligen Gerichts. Und außerdem esse ich immer nur so viel, wie ich möchte.
teleschau: Dein Job ist für viele sicher ein Traumberuf. Wie wird man denn XXL-Essenstester?
Jumbo: Mein Leben im Schnelldurchlauf: Zunächst machte ich in München Comedy-Radio. Dann traf ich auf Hape Kerkeling. Gemeinsam produzierten wir "Darüber lacht die Welt" und gründeten die finnische Rap-Band R.I.P. Uli. Mit "Helsinki is Hell" waren wir sogar in den deutschen Charts. Dann beobachtete ich sehr lange für die Kirch-Gruppe Auslandsformate und arbeitete an Adaptionen für den deutschen Markt. Danach konzentrierte ich mich mehr auf Musik und Werbung. Unter anderem war ich auch an der Erfindung des weltweiten McDonald's Claims "Ich liebe es" beteiligt und flog durch die ganze Welt, um in über 80 Ländern die passenden Interpreten für den Slogan-Song zu casten.
teleschau: Von McDonald's bis zum Burger-Testen ist es dann nicht mehr so weit ...
Jumbo: Nein. Ein Freund von mir ist der Chefredakteur von "DSF-Motor". Eines Tages sagte er: "Mensch Alter, ich kenne keinen, der so viel Auto fährt wie Du. Und außerdem hast Du so eine lose Schnauze. Hast Du nicht Lust, für uns ein paar Autotests zu machen." Jedenfalls wurde ich dann in meiner legendären Ferrari-Reportage von einer Produktionsfirma, die für ProSieben arbeitet, entdeckt.
teleschau: Was war so legendär an dem Beitrag?
Jumbo: Ich besorgte mir in Maranello einen fabrikneuen Ferrari und fuhr damit einmal quer durch Deutschland. Dabei beobachtete ich die Leute, vor allem, wie sie reagieren, wenn so ein Typ wie ich aus dem Auto steigt, sich auch mal am Kiosk eine Bockwurst holt, mit den Jungs dort philosophiert oder einfach sagt: "Hier hast du die Schlüssel. Fahr mal 'ne Runde!" Da waren die meisten platt. So etwas macht ein Ferrari-Fahrer normalerweise nicht. Die Zuschauer hatten großen Spaß an diesem "Sakrileg" und bescherten dieser DSF-Reportage Mörder-Einschaltquoten.
teleschau: Dein Job bei "Galileo" steht im krassen Gegensatz zum sonstigen Ernährungs-TV, das vor allem auf die Gesundheit bedacht ist ...
Jumbo: Stimmt. Aber Gegensätze ziehen sich ja bekanntlich an, oder? Ich glaube, dass dieser Gesunde-Ernährungs-Wahn ein Trend ist wie jeder andere auch. Eine Modeerscheinung. Wenn ich Nordic Walker sehe, kriege ich schon mal die Krise. Das sind Menschen, die sich für 250 Euro Equipment kaufen, um dann mit Stöcken, aber ohne Schnee, auf der Straße zu laufen. Das sind die gleichen Typen, die mit dem Lift in den fünften Stock fahren, ihr Sportzeug holen, mit dem Lift wieder runterfahren, um eine Stunde Sport auf dem Stepper im Fitness-Studio zu machen. Da denk ich nur: "Spar Dir doch die 90 Euro Fitness-Studio-Beitrag und nimm die Treppe!" Aber das ist eben nicht hip.
teleschau: Was antwortest Du auf Kritik an Deinen Schlemmereien?
Jumbo: Ich weiß es nicht mit Bestimmtheit, aber ich glaube, es hat auch schon dicke Steinzeitmenschen gegeben. Das waren die, die das große Mammut gegessen haben. Und die Dünnen haben gedacht: "Scheiße, das hätte ich auch gern!"
teleschau: Warum wollen die Zuschauer Dich als Typen immer wieder sehen?
Jumbo: Ich bin ein Mann vom Volk fürs Volk. Ich glaube, dass die Zuschauer genug haben von diesem "Nicht-in-ihrer-Welt-Fernsehen". Nichts ist schlimmer, als wenn Du nicht standesgemäß unterhalten wirst. Ich denke, die Leute mögen nicht explizit mich, sondern meine Art. Das erinnert sie immer ein bisschen an Heimkommen.
teleschau: Wirst Du oft von Fans angesprochen?
Jumbo: Das passiert jeden Tag ein paar Mal. Und jetzt kommt der Knaller: Zu 60 Prozent sind es Frauen. Das kann ich mir, ehrlich gesagt, überhaupt nicht erklären.
teleschau: Ein schöner Nebeneffekt ...
Jumbo: Als Mensch freut mich das. Als Mann umso mehr. Aber ansonsten bin ich sehr geerdet. Ich verbringe keine zwei Stunden im Badezimmer. Was sicher auch daran liegt, dass ich keine Haare habe.
teleschau: Können sich die Damen denn noch Hoffnungen machen, oder bist Du vergeben?
Jumbo: Nein. Ich bin nicht vergeben. Wenn sich junge Damen melden wollen - jederzeit!
teleschau: Gegen Deine Hobbys, Essen und Autofahren, dürfte Deine Partnerin aber nichts haben?
Jumbo: Ich glaube, ich tue nichts, was so schlimm ist. Gut, falsche Ernährung ist gesundheitsschädigend. Aber das sind Rauchen oder Bungee-Jumping auch. Ich lebe lieber 60 Jahre mit einem Lächeln, als dass ich 70 Jahre krampfhaft versuche, nicht zu sterben.
teleschau: Hast Du denn schon mal eine Diät gemacht?
Jumbo: Noch nie im Leben. Ich stehe zu mir. Ich habe keine körperlichen Gebrechen. Wer mich kritisieren möchte, soll es machen. Aber meiner Erfahrung nach kommt auf 100 Leute, die sich freuen, nur einer, der das Ganze fragwürdig findet. Damit kann ich gut leben. Das könnte ich übrigens auch, wenn es genau umgekehrt wäre.
teleschau: Was macht so ein Energiebündel wie Du, um mal zu entspannen?
Jumbo: Ruhe ist mir sehr wichtig. In der heutigen Gesellschaft wollen die Leute immer unterhalten werden. Ich gehöre zu den wenigen Menschen, die sich noch mit sich selbst beschäftigen können. Ich sitze auch gerne einfach mal ruhig da und denke nach. Nachdenken zu können ist eine Gabe, die wir bekommen haben, und die wir auch nutzen sollten. Außerdem bin ich ein großer Filmfan. Ich schreibe auch selbst Drehbücher zur Entspannung.
teleschau: Wie verbringst Du Deinen Urlaub?
Jumbo: Mitte Juli werde ich mir einen Traum erfüllen. Dann fahre ich zwei Wochen lang mit einem Geländewagen durch die Mongolei. Dort gibt es die kleinste Marine der Welt. Sie besteht aus sieben Männern, von denen nur einer schwimmen kann. Als ich mit Rick Kavanian an seinem Soloprogramm "Kosmopolit" geschrieben habe, stießen wir bei Recherchen für die Rubrik "Männer auf verlorenem Posten" auf die Typen. Dazu muss man wissen, dass die Mongolei kein Meer hat. Die fahren in einem ausgemusterten russischen Kanonenboot Patrouille auf einem mongolischen See. Und ich möchte mit ihnen einen Appell abhalten.
teleschau: Du bist ja ein wahres Multitalent. Welche Projekte sind in Zukunft noch von Dir zu erwarten?
Jumbo: Ich habe einen guten Draht zu "Bully" Herbig, der nun Leute für seine Realverfilmung des Kult-Comics "Wickie und die starken Männer" sucht. Ich habe als böser Ritter auch in "(T)Raumschiff Surprise" mitgespielt. Als wir uns das letzte Mal sahen, sagte ich zu "Bully": "Wenn Du mich nicht als 'starken Mann' besetzt, verhaue ich Dich Wikinger-artig." (lacht) Ganz besonders freue ich mich auch auf die neue "Galileo"-Rubrik "Auf Achse", denn hier kann ich meine Lust auf spannende Menschen und Geschichten ausleben.