Ausstrahlung am 19.08.2009 um 21:45 Uhr auf BR1997 ließ eine Sequenz in "In & Out" Besucher in amerikanischen Kinos laut aufschreien: Hauptdarsteller Kevin Kline und "Magnum" Tom Selleck streiten über den vermeintlichen Hang von Klines Rolle zur gleichgeschlechtlichen Liebe. In der Folge geht Selleck als Reporter Peter aufs Ganze und küsst Kline lang und innig. Zum damaligen Zeitpunkt - lange vor TV-Serien wie "The L Word" und "Queer as Folk" - ein echter Schocker. Der BR wiederholt nun Frank Oz' Komödie, die trotz des Themas Homosexualität als recht leichter Familienfilm daher kommt.
Kline spielt den Kleinstadtbürger Howard Brackett, der eines Tages eine unglaubliche Erfahrung machen muss. Sein ehemaliger Schüler Cameron Drake (Matt Dillon) erhält einen Oscar, dankt in seiner Rede vor einem Millionenpublikum seinem Lehrer und beendet die Ansprache mit den Worten: "... und er ist schwul". Nun - Brackett ist es nicht, glaubt er zumindest. Jedenfalls hat er eine funktionierende Beziehung mit Emily (Joan Cusack), der bald eine Ehe folgen soll.
Das Outing stürzt das Örtchen in Aufruhr: Nicht, dass man es Brackett übel nehmen würde, aber in die Männerkabine der Basketball-Mannschaft soll er nun doch nicht mehr. Je mehr die öffentliche Meinung in das Leben des Mannes eingreift, umso mehr stellt er sein Liebesleben selbst in Zweifel. Er unterzieht sich Männlichkeitstests - ein paar äußerst amüsante Sequenzen, die den Stand-Up-Komödianten in Kevin Kline zu Tage bringen, werten den Film auf. Schließlich folgt der kratzfreie Kuss mit dem schnauzbartlosen Malloy, einem homosexuellen Fernsehreporter (Selleck, der ab 5. August 2010 in der Actionkomödie "Five Killers" in den deutschen Kinos zu sehen sein wird).
Frank Oz' Film basiert auf den tatsächlichen Erlebnissen von Tom Hanks, der in seiner Oscar-Rede 1994 versehentlich seinen ehemaligen Lehrer outete. Trotz des sensiblen Themas entstand eine recht kurzweilige, gesellschaftspolitisch komplett harmlose Komödie, die zur Akzeptanz von Homosexuellen nichts beitragen kann und wohl auch nicht will. Dazu gibt es wesentlich geeignetere Filme - wie "Milk" (2008) über den ersten geouteten homosexuellen Politiker der USA, Harvey Milk, für dessen Darstellung Sean Penn den Oscar als bester Hauptdarsteller erhielt.
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