Ausstrahlung am 18.08.2009 um 23:00 Uhr auf NDREs ist wohl der berühmteste Tod in der Filmgeschichte: Eine junge Frau unter der Dusche, ein Schatten hinter dem Vorhang. Ein Messer, das immer wieder zusticht. Blut erst in der vorletzten von 70 (!) Kameraeinstellungen. - Sieben Tage brauchte Alfred Hitchcock (13. August 1899 - 29. April 1980), um die berühmt-berüchtigte Duschszene aus "Psycho" zu drehen. Der Erfolg, den dieser Film hatte, galt 1960 übrigens nicht als ausgemacht. Die Gewalt ging schließlich über alles bisher da Gewesene hinaus, Hitchcock schuf etwas völlig Neues. Zum ersten Mal in der Geschichte des amerikanischen Films bekam es das Publikum so richtig mit der Angst zu tun.
Doch all die Brutalität, die der Zuschauer in der Duschszene vermutet, findet in erster Linie in dessen Kopf statt: Kein einziges Mal dringt das Messer sichtbar in den Körper ein, Blut ist erst am Ende zu sehen. Es ist die ohnehin unheimliche Atmosphäre, die diesen Moment so gewaltgeladen macht. So ist Marion Craine (Janet Leigh), die erste Sympathieträgerin in diesem Film, nach 45 Minuten tot. Auf eine Identifikationsfigur muss der Zuschauer nun verzichten.
Es sei denn, er erwählt Norman Bates (Anthony Perkins), den Besitzer des Hotels. Der wirkt zwar etwas seltsam und versucht, die Spuren des Mordes zu beseitigen, aber was soll's: Irgendwie macht er doch einen ganz sympathischen Eindruck. Denn für den Mörder der Marion Craine hält der Zuschauer eher die schwer kranke Mutter, die in einem etwas zurückgesetzten Herrenhaus nahe dem Hotel lebt und auf den jungen Mann einen dominanten Druck auszuüben scheint. Sie glaubt man schließlich auch bei dem brutalen Mord zu sehen ...
Hitchcocks Klassiker, der nun wieder einmal beim Spielfilmsender Das Vierte zu sehen ist, zählt zu den besten Thrillern aller Zeiten. Mit 800.000 Dollar war "Psycho" auch für damalige Zeiten ein ausgesprochen preiswerter Film. Bereits wenige Jahre nach Kinostart hatte er das 16-fache eingespielt. Hitchcock selbst sorgte mit einer geschickten Medienkampagne für Gesprächsstoff: So verbot er Kinobetreibern, auch nur eine Minute nach Beginn der Vorstellung noch irgendjemanden in die Säle zu lassen.
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