Scoop - Der Knüller: Fauler Zauber

14/08/2009 1:00. By teleschau - der Mediendienst GmbH teleschau - der Mediendienst GmbH
Ausstrahlung am 21.08.2009 um 22:35 Uhr auf ZDF

Woody Allen kann's nicht lassen. Seine Hingabe, mit der er Jahr um Jahr einen Film in die Kinos bringt, hat dem kauzigen Regisseur und Autor mittlerweile einen Status der Vertrautheit eingebracht, wie ihn sich sonst nur ein Fernsehshowmaster über Jahrzehnte hinweg erarbeiten kann. Für "Scoop - Der Knüller" (2006) arbeitete der Alfred Hitchcock der neurotischen Komödie zum zweiten Mal nach "Match Point" (2005) mit Scarlett Johansson zusammen. Und ist diesmal selbst an ihrer Seite zu sehen. Das ZDF zeigt den Film nun in einer Free-TV-Premiere.

Scarlett Johansson ist das blonde Naivchen: eine Studentenzeitungsredakteurin mit Brille, die von einem verstorbenen Enthüllungsjournalisten aus dem Jenseits die Story ihres Lebens zugespielt bekommt.

Wenn sie ihren Notizblock zückt, um die Tipps der Reporterlegende festzuhalten, den Kopf - ganz Mauerblümchen - mal nach vorne schiebt, mal in den Nacken wirft und dabei durch ihre runden Brillengläser strahlt, dann zeigt das zwar kein komisches Talent, doch ihre schauspielerische Wandlungsfähigkeit.

Gemeinsam mit dem Magier und Medium Sid (Allen) soll Sondra (Johansson, die gerade "Iron Man 2" dreht, deutscher Kinostart: 06.05.2010) einen Serienkiller zur Strecke bringen. Das Problem: Ihr Informant ist der tote Reporter Joe Strombel (Ian McShane), und bei dessen Hauptverdächtigen handelt es sich um Peter Lyman (Hugh Jackman) - ein waschechter Gentleman und Lord, der so gar nicht nach Meuchelmörder aussieht. Zudem verliebt sich die Schnüfflerin in ihr Observationsobjekt.

Dass damit alles komplizierter wird, am Ende aber doch Klarheit herrscht, keine tragischen Wendungen eintreten und erst recht niemand im Publikum auch nur daran denkt, es könnte sich um einen waschechten Liebesfilm handeln, ist dem beispiellosen Übermut zu verdanken, den das Drehbuch auf jeder Seite ausstrahlt. Das schließt auch vereinzelte Albernheiten nicht aus, doch drückt man gerne ein Auge zu; ist ja Woody Allen. Der darf das.

Jackman und Johansson spielen allerdings, als würden sie ihrem Chef einen Gefallen tun: beherzt, aber ohne die nötige Überzeugung. Wenn sich die Jagd nach dem wahren Gesicht des sonst so makellosen Charmeurs dann endlich zuspitzt und eine Deklassierung kurz bevorzustehen scheint, möchte man förmlich scharf (und ein wenig affektiert) einatmen, um dem Treiben eine Illusion von Spannung zu verleihen. Kurzweilig und unterhaltsam ist Allens Version vom urbritischen Kriminalspiel aber allemal.

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