Tatort: Mit ruhiger Hand: Das tägliche Bierchen

14/08/2009 1:00. By teleschau - der Mediendienst GmbH
Ausstrahlung am 23.08.2009 um 20:15 Uhr auf ARD

Drei der letzten fünf "Tatorte" des WDR hat die Regisseurin Maris Pfeiffer inszeniert. Allesamt mit sensiblen Themen - Pädophilie, Ausländerfeindlichkeit. Diesmal geht es, zumindest am Rande, um Alkoholmissbrauch in gehobenen bürgerlichen Schichten. Der tägliche Stress, Erfolgsdruck im Beruf, ein unglückliches Privatleben - das sind potenzielle Auslöser. "Wann war der letzte Tag, an dem Du keinen Alkohol getrunken hast", fragt Freddy Schenk (Dietmar Bär) irgendwann seinen Kollegen Ballauf (Klaus J. Behrendt). Der wiegelt brüsk ab, doch er weiß: Das ist lange her.

Zunächst aber geschieht ein Mord: Professor Julius Gann (Roeland Wiesnekker) kommt mit seiner Frau von einer Charity-Gala nach Hause. Dort wird er von einem Unbekannten überfallen, seine Frau stirbt, er selbst überlebt schwer verletzt und wird in seine eigene Privatklinik gebracht. Als die Kommissare eintreffen, entdecken sie den jugendlichen Sohn der Familie (Vincent Redetzki), der während der Tat im Haus war. Mitbekommen hat er aber offensichtlich nichts - sternhagelvoll schlief er im Nachbarzimmer. Bald ist klar: Sein Verhältnis zu den Eltern, die ihn in ein Internat steckten, ist nicht das beste.

Doch nicht nur im privaten Umfeld ermitteln die Kölner Kommissare. Auch in der Klinik finden sich eine ganze Reihe von Verdächtigen. Denn offensichtlich führt Julius Gann im Alltag mit harter Hand, was sein Mitarbeiter Dr. Wolf (Fabian Hinrichs) deutlich zu spüren bekommt. Auch die OP-Schwester Sylvia (Maria Simon) scheint mehr zu wissen, als sie zu sagen bereit ist. Und sie weiß um die Alkoholsucht von Julius Gann. Schließlich taucht Stefan Koschinski (Robert Gallinowski) auf. Dessen Frau ist nach einer OP von Gann verstorben. Ein Kunstfehler?

Immer wieder wird der Zuschauer gefragt: Wo ist die Grenze zwischen einem Bierchen am Abend und der Alkoholsucht? Eine Frage, die sich nicht zuletzt auch Kommissar Ballauf stellen lassen muss, der am Abend gerne mal mit Freunden einen über den Durst nimmt. Ihm wird gar eine Polizeipsychologin (Juliane Köhler) zur Seite gestellt.

Darüber hinaus hat Autor Jürgen Werner einen zwar mäßig spannenden, aber doch interessanten Fall konstruiert, dessen Auflösung am Ende allerdings etwas zu gewagt ausgefallen ist. Dennoch: Nach vielen Wochen der Sommer-Wiederholungen ist's gut, mal wieder einen neuen "Tatort" vorgesetzt zu bekommen.

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