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Ausstrahlung am 25.05.2008 um 20:50 Uhr auf ARTE(tsch) Nanu, hat ARTE sich im Programm geirrt? Oder will der Sender demonstrieren, dass man sich in der Programmredaktion mit Schmuddelheftchen gar nicht auskennt? Gleich zu Beginn des Themenabends "Playboy World" wird nämlich die Konkurrenz des Hasen mit der Fliege in den Vordergrund gestellt: der "Hustler". Larry Flynt, ein Junge aus ärmlichen Verhältnissen, brachte das Sexmagazin 1974 auf den Markt - und liegt bis heute im Clinch mit den Behörden. Er verpulverte Millionen in seinem Bestreben gegen Zensur und die Einschränkung des Rechts der freien Meinungsäußerung. Regisseur Milos Forman unternahm 1996 den Versuch, das alles und dazu die privaten Verhältnisse Flynts zu verfilmen.
Auf Sex und Sensationsgetue, die zu Flynts Erfolgsgeheimnis wurden, durfte sich Oscar-Preisträger Forman nicht verlassen. "Larry Flynt - Die nackte Wahrheit" ist ein anständiger Film. Ein andauernder Streit vor Amerikas Gerichtshöfen bestimmte das Leben des Herausgebers. Der Zuschauer mag nur ahnen, was nun eigentlich das Schlimme am "Hustler" gewesen war.
Im Kampf für die Freiheit hat Flynt (Woody Harrelson) zwei Fürsprecher: seinen Anwalt Alan Isaacman (Edward Norton) und seine Ehefrau Althea Leasure. Courtney Love hatte es eigentlich leicht in ihrem Debüt, in einer Hauptrolle, die tatsächlich ihre Eintrittskarte nach Hollywood wurde. Parallelen zum eigenen Leben der Bandleaderin und Cobain-Witwe taten sich auf.
Forman treibt die Handlung hin und her: Von zahllosen Prozessen und Verhaftungen Flynts hin zu seinem ausschweifenden Privatleben, das ihn mit Drogen in Kontakt kommen ließ, und wieder zurück zu seinem exzessiven öffentlichen Auftreten im Gerichtssaal.
Dabei würde man den Film falsch einschätzen, stufte man ihn als ein Plädoyer für die Freiheit ein. "Larry Flynt" ist in erster Linie eine Biografie, vielleicht eine Satire auf die Doppelzüngigkeit der Gesellschaft, ganz sicher aber keine grundsätzliche Kritik an deren Wert- und Moralvorstellungen. Zwar veränderten die Drehbuchautoren Scott Alexander und Larry Karaszewski einige Fakten aus dem Leben Flynts (zum Beispiel war es nicht sein Anwalt Isaacman, der bei einem Attentat neben Flynt angeschossen wurde), doch halten sie sich auch nach Rücksprache mit dem Protagonisten selbst recht akurat an dessen Lebenslauf.
Im Anschluss kommen die Hasenfreunde dann doch noch auf ihre Kosten: In der Dokumentation "Let's Play, Boy" (Regie: André Schäfer, Ingmar Trost) wird die Erfolgsgeschichte von Hugh Hefners berühmten Männermagazin erzählt. Der Film erzählt die Geschichte des Kultur- und Wirtschaftsphänomens "Playboy". Die Macher besuchten Hugh Hefner, den Gründer des "Playboy"-Imperiums, in seinem legendären Playboy Mansion und sprachen mit seiner Tochter Christie, die 1988 die Geschäftsführung von ihrem Vater übernommen und den angeschlagenen Verlagskonzern zu neuer Blüte ins Online-Zeitalter geführt hat. Außerdem besucht das Kamerateam "Playboy"-Redaktionen in Deutschland, Bulgarien und Brasilien.