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(tsch) "Nanu, Marlene Lufen am Vorabend?", stutzt der Sat.1-Kenner beim Blick in die Fernsehzeitung. Tatsächlich, am Sonntag, 25. Mai, ist die "Urlaubsvertretung vom Dienst" des "Sat.1-Frühstücksfernsehens" ungewöhnlich spät auf der Mattscheibe zu sehen. Kollidiert "Überraschung - Heute heiraten wir" um 19.05 Uhr nicht mit dem Schlafrhythmus der fröhlichen Brünetten, die Fernsehdeutschland sonst ab 5.30 Uhr das Aufstehen erleichtert? "Mir fällt es nicht so schwer wie anderen Menschen, sich morgens aus dem Bett zu quälen. Ich merkte schon vor zehn Jahren, dass ich auch mit drei Stunden Schlaf auskomme, wenn es sein muss", beruhigt die 37-Jährige ihre Fangemeinde im Interview.teleschau: Frau Lufen, den wievielten Hochzeitstag feiern Sie dieses Jahr?
Marlene Lufen: Den elften, Claus und ich heirateten 1997.
teleschau: Wie lernten Sie ihn kennen?
Marlene Lufen: Es war sehr romantisch: Wir begegneten uns im Sommer 1996 bei den Olympischen Spielen in Atlanta und wussten sofort, dass wir heiraten wollen. Das sprach natürlich keiner aus, aber es war uns beiden klar. Nach relativ kurzer Zeit machte mir mein Mann den Antrag, und auf den Tag genau ein Jahr nach dem Kennenlernen gaben wir uns das Jawort.
teleschau: Verraten Sie ein wenig über Ihre Hochzeit?
Marlene Lufen: Es war eine große Party, auf einem 70er-Jahre-Boot in Berlin Kreuzberg. Die Feier dauerte bis 6 Uhr morgens. Weil wir uns noch nicht so lange kannten, trafen zwei Freundeskreise aufeinander, der meines Mannes aus Köln und mein eigener aus Berlin. Es wurde geflirtet bis zum Abwinken. Daraus entstanden drei Partnerschaften und eine Ehe. Es war sehr sehr lustig.
teleschau: Können Sie sich erklären, warum sich Menschen vor Fernsehpublikum trauen lassen?
Marlene Lufen: Es ist bestimmt schön, an diesem besonderen Tag nicht nur für den Freundeskreis und die Verwandtschaft die Prinzessin zu sein, sondern für ganz Deutschland. Das Paar, das ich in der Sendung begleite, hätte zudem ohne unsere Hilfe dieses Jahr nicht mehr heiraten können - aus finanziellen Gründen. Was sehr schade gewesen wäre, denn die Mutter des Bräutigams ist todkrank und wollte die Vermählung gern noch erleben.
teleschau: In "Überraschung - Heute heiraten wir" überrumpelt die Braut ihren Liebsten mit einer fertig arrangierten Hochzeit. Welche Rolle spielen Sie dabei?
Marlene Lufen: Im Grunde bin ich die Hochzeitsexpertin - dabei kommt mir natürlich zugute, dass ich selbst schon einmal Braut war und etwas Erfahrung habe. Ich bin die, die alles organisiert. Ich berate, weiß, was zu tun ist, und kümmere mich vom Brautkleid über die Ringe bis zum Hochzeitsort. Wir nehmen der Braut die Planung ab, sodass das Endprodukt auch für sie eine Überraschung ist.
teleschau: Zurzeit wird auf allen Kanälen "Ja" gesagt. Kommt die Ehe wieder in Mode?
Marlene Lufen: Ich denke, dass die jungen Menschen wieder ein bisschen konservativer werden und gerne heiraten. Es ist ein Statement gegenüber dem Partner, aber auch dem Umfeld.
teleschau: Auf wie vielen Hochzeiten waren Sie bisher zu Gast?
Marlene Lufen: Dass müssten etwa 15 gewesen sein - und ich weinte auf jeder einzelnen, nur nicht auf meiner eigenen. Erstaunlich.
teleschau: Was rät die Hochzeitsexpertin den Heiratswilligen vor dem Fernseher?
Marlene Lufen: Die Feier so gut wie möglich im Voraus organisieren, und dann den Tag an sich einfach nur genießen. Für mich waren die schönsten Hochzeiten immer die, bei denen das Brautpaar eine Portion Gelassenheit mitbrachte.
teleschau: Bekommen Sie Kinder und Karriere auch ganz gelassen unter eine Hut?
Marlene Lufen: Ich habe glücklicherweise einen Mann, der sehr gern Vater ist und auch die Aufgaben übernimmt, die meist die Mütter erledigen: Früh aufstehen, Frühstück machen, Schulbrote schmieren, zum Sport fahren, ins Bett bringen und so weiter. Als Sportjournalist arbeitet Claus fast nur am Wochenende, so können wir die Erziehung gut untereinander aufteilen.
teleschau: Ihre Kinder heißen Fritz und Frida - sehr traditionelle Namen ...
Marlene Lufen: Uns war von vornherein klar, dass wir keine ausgefallenen hawaiianischen Namen für unsere Kinder wollen. Fritz kam mir erst ganz am Ende der Schwangerschaft in den Sinn, es gab noch zwei oder drei andere Favoriten. Doch wir dachten uns, wenn er rauskommt und aussieht wie ein kleiner frecher Fritz, dann bekommt er den Namen. Und genauso war es.
teleschau: Darf Ihr Nachwuchs fernsehen?
Marlene Lufen: Vor dem Abendessen ist für die beiden eine halbe Stunde Kinderfernsehen erlaubt. Mittlerweile streiten sie sich ab und zu, was geschaut wird. Die Wünsche eines Zweitklässlers unterscheiden sich eben von denen einer Dreijährigen, die am liebsten Trickfilme und die Teletubbies sehen würde. Aber da müssen sie sich einigen.
teleschau: Was ist derzeit in bei Fritz und Frida?
Marlene Lufen: "SimsalaGrimm", eine Märchensendung im Kinderkanal, und Pippi Langstrumpf. Das freut mich ganz besonders, denn Pippi war auch ein Teil meiner Kindheit.
teleschau: Und sehen die Kleinen manchmal auch die Mama auf der Mattscheibe?
Marlene Lufen: Morgens läuft der Fernseher eigentlich nicht, aber wenn ich eine ganze Woche weg bin, dürfen sie kurz "Frühstücksfernsehen" schauen und Mama "Guten Morgen" sagen.
teleschau: Wie reagieren Ihre Kinder darauf?
Marlene Lufen: Von meinem Sohn kam schon der Kommentar: "Mama, ich finde das nicht schön, wenn du eine Hose anhast, ein Kleid ist schöner."
teleschau: Also ist er daran schuld, dass Ihre Beine auf Fanpages im Internet gepriesen werden?
Marlene Lufen: Ich weiß bis heute nicht warum, aber es gibt ein großes Interesse an meinen Beinen und Füßen. Mir wäre daran nie etwas Besonderes aufgefallen.
teleschau: Es gibt also kein bestimmtes Schönheitsprogramm für ihre Beine?
Marlene Lufen: Nicht direkt. Ich treibe schon mein ganzes Leben lang Sport, allerdings nicht mehr auf Leistungsebene wie früher als Leichtathletin und Schwimmerin. Ich halte mich weiterhin fit, aber so viel mache ich auf sportlicher Ebene nicht mehr.
teleschau: Nur Turmspringen ...
Marlene Lufen: Ich habe beim "TV Total Turmspringen" letztes Jahr schneller zugesagt als mir alle Konsequenzen klar waren. Meine erste Sorge war "Ach Gott, da musst du im Badeanzug vor die Kamera" - am Ende war das absolut unwichtig. Da quälte mich die Frage, wie ich mich überwinden sollte, da hinunterzuspringen. Im Grunde war ein Kopfsprung vom Ein-Meterbrett das Maximum, das ich zuvor aus mir herausholen konnte.
teleschau: Würden Sie es wieder tun, wenn Stefan Raab anklopft?
Marlene Lufen: Es war ein Riesenspaß, aber direkt danach sagte ich mir "Nie wieder". Mal sehen, was passiert, wenn es soweit ist.
teleschau: Könnten Sie sich neben dem Moderieren noch ein anderes Tätigkeitsfeld vorstellen, wenn schon aus der Turmspringerkarriere nichts wird?
Marlene Lufen: Ich habe während der Schulzeit Theater gespielt, und ich musste mich entscheiden, ob ich Journalistin oder Schauspielerin werden möchte. Ich war mir sicher, dass ich mich beim Journalismus besser aufgehoben fühle, aber es juckt mich doch immer wieder...