Foto vergrößern
Ausstrahlung am 24.05.2008 um 20:15 Uhr auf vox(tsch) Gibt es Filme, die niveaulos sind, sich einen Kehricht um Fragen des guten Geschmacks scheren, Vertreter sämtlicher Randgruppen auf die Barrikaden gehen lassen und die - jetzt kommt es - trotzdem witzig sind? So witzig, dass nicht nur picklige Schüler, sondern sogar Kulturkritiker und Zeitgeistintellektuelle wegen des grandiosen Fäkalhumors lachend unter dem Tisch liegen? Ja, es gibt sie. "Verrückt nach Mary" ist der Beweis - den Farrelly-Brüdern sei Dank. Dem Regiegespann gelang vor genau zehn Jahren ein Überraschungserfolg, der es bis an die Spitze der Kino-Charts schaffte und nun noch einmal bei vox zu sehen ist.
"Verrückt nach Mary" ist einer dieser Filme, bei denen diverse menschliche Körperflüssigkeiten eine nicht unerhebliche Rolle spielen. Der ultimative Abgesang auf jegliche Form der "Political Correctness". Bei den Farrellys wird onaniert, Sperma in die Haartolle geschmiert, und das männliche Geschlechtsorgan wird Belastungsproben der härteren Sorte ausgesetzt.
Eine in doppelter Hinsicht besonders schmerzliche Erfahrung muss auch Ted (Ben Stiller) machen, als er das Mädchen seiner Träume zum Schulball abholen will. Der Gang auf die Toilette endet in einem Fiasko, weil sich Teds kleiner Freund im Reißverschluss verhakt. Anstelle des angestrebten Rendezvous' mit Mary (Cameron Diaz) gibt es eine Freifahrt ins Krankenhaus. Doch nicht nur das: Ted ist nach diesem Vorfall so beschämt, dass er seine Annäherungsversuche einstellt und Mary schließlich vollkommen aus den Augen verliert.
15 Jahre später will er das Versäumte nachholen. Er beauftragt den Privatdetektiv Healy (Matt Dillon), seine Jugendliebe, die mittlerweile als erfolgreiche Ärztin in Florida lebt, ausfindig zu machen. Doch der schmierige Schnüffler verliebt sich selbst in die schöne Mary und gaukelt seinem Auftraggeber falsche Tatsachen vor, um Ted von ihr fernzuhalten. Als sich dieser schließlich mit einem Freund nach Florida aufmacht, ist das Liebeschaos perfekt.
Natürlich ist "Verrückt nach Mary" Geschmacksache. Wertkonservative und Feministinnen werden sich mit Grausen abwenden. Unbestritten ist jedoch, dass es den Farellys gelungen ist, eine meisterhafte Mixtur mit hohem Spaßfaktor zusammenzumischen, die nicht zuletzt durch die ausgezeichneten Schauspielerleistungen die Lacher auf ihrer Seite hat.
Nachdem die Zusammenarbeit von Ben Stiller und den Farrellys bereits 1998 gut funktionierte, wagten sie 2007 erneut eine gemeinsame Komödie: "Nach 7 Tagen ausgeflittert" lockte jedoch deutlich weniger Zuschauer in die Kinos. Womöglich fehlte dem Publikum schlicht und ergreifend Cameron Diaz, die seit 8. Mai im Kinofilm "Love Vegas" mit Ashton Kutcher turtelt.