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Ausstrahlung am 23.05.2008 um 20:15 Uhr auf ARTE(tsch) Ein Impfstoff gegen Krebs? Alle reden davon. Schon seit Jahren. Dennoch sind die Mediziner gegen die aggressiven Krebsarten nach wie vor machtlos. Was ist dran an der Vision, aus einer unheilbaren Krankheit eine behandelbare zu machen? Der auf wissenschaftliche Themen spezialisierte Dokumentarfilmer Dirk Pohlmann ("Ufos, Lügen und der Kalte Krieg", "Ich wollte nicht mehr aufstehen", "Kriegsbeute Mensch") ging dieser Frage nach. Ein spannendes Thema, das jeden angeht - fanden auch die Programmplaner bei ARTE und räumten der Science-Doku "Der Zucker-Code", die versucht, das Hochkomplexe greifbar zu machen, eine Dreiviertelstunde zur besten Sendezeit ein.
Obwohl viele Mediziner noch skeptisch sind, glauben Glykol-Wissenschaftler, also diejenigen, die sich mit verschiedenen Zuckern auf und in Körperzellen befassen, dass sie im Kampf gegen einige der gefürchtetsten Krankheiten vor dem Durchbruch stehen - oder ihn bereits geschafft haben.
Einer der "Stars" der neuen Biotech-Forscher ist Prof. Dr. Peter H. Seeberger. Seine Leidenschaft: der Zucker-Molekül-Synthesizer. Für seine Experimente hat er ein altes Laborgerät umgebaut. Äußerlich unscheinbar, ist die Maschine ein Meilenstein der Wissenschaft. In seinen Forschungen an der ETH Zürich skizziert Seeberger die Strukturformel des Zuckers, den er für seinen Malaria-Impfstoff verwenden wird. Seeberger hat den Code des Parasiten geknackt.
Setzt man also alles auf Zucker? An der TU Braunschweig, wo man einen Sensor für die Struktur und Wirkung von Kohlenhydratverbindungen entwickelte, ist man vorsichtig optimistisch: "Zuckerverbindungen, die so genannten Oligosaccharide, sind beim Wachstum und der Wiederherstellung von erkranktem Gewebe, beim Eindringen von Bakterien und Viren und sogar beim Wachstum von Tumorzellen beteiligt. Wenn es gelingt, die wichtigsten Verbindungen ausfindig zu machen und im Labor herzustellen (zu synthetisieren), können daraus in ferner Zukunft neuartige Wirkstoffe, etwa zur Bekämpfung von Infektionskrankheiten, bei der Wundheilung oder in der Krebstherapie entstehen," heißt es in einem auf der Homepage der TU veröffentlichten Beitrag. Wann knackt der Braunschweiger "Glycochip" den Zucker-Code?
Das Massachusetts Institute of Technology bezeichnete 2004 die "Glycomics" als eine von zehn Technologien, die die menschliche Zukunft bestimmen werden. "Der Zucker-Code" verdeutlicht, was es mit der Forschung auf sich hat und versucht, den aktuellen Stand aufzuzeigen.