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Tatort: Das Mädchen Galina: Stuttgart in rot

19/06/2009 1:00. By teleschau - der Mediendienst GmbH
Ausstrahlung am 21.06.2009 um 20:15 Uhr auf ARD

Sie müsse für ein Referat bis Ende der Woche noch 20 Krimis schauen, sagt Kommissar Lannerts (Richy Müller) süße Nachbarin Lona (Birthe Wolter) und lädt zum Videoabend ein. Seine Antwort: "Ist doch eh alles Quatsch." Selbstironie des jungen, frischen "Tatort"-Teams aus Stuttgart? Kann es sich auch erlauben, bislang steht es bei Kritik und Publikum hoch im Kurs. Die neue Folge "Das Mädchen Galina" will allerdings ein bisschen viel auf einmal: Bei ihrer vierten gemeinsamen Ermittlung sehen Lannert und Bootz (Felix Klare) hinter feine Politiker-Fassaden, der eigenen Gefahr ins Auge, Menschen, die für ihre Träume über Leichen gehen - und viel rot. Der Zuschauer sieht außerdem ausnahmsweise mal mehr von Kriminaltechnikerin Nika Banovic (Miranda Leonhardt).

Erste Szene: Bootz und Lannert sitzen in rotem Schein im Auto. Die Ampel wird und wird nicht grün. "Typisch Stuttgart", mosern die beiden. Dass Rotlicht und die ach so idyllische Schwabenmetropole auch anderweitig ganz gut zusammengehen, soll der zugereiste Kommissar Lannert bald erfahren.

Die beiden, inzwischen Freunde geworden, sind eigentlich auf dem Weg zum Fußball. Doch dann erreicht sie ein Notruf. Lautlos dringen sie an der angegebenen Adresse in ein schickes Penthouse vor und finden dort die Leiche einer jungen Frau. Plötzlich wird das Feuer auf sie eröffnet ... und wenig später ist die Leiche verschwunden. Lannert sieht gerade noch einen Wagen aus der Tiefgarage abhauen. "Farbe?" fragt Staatsanwältin Emilia Álvarez (Carolina Vera). "Rot", sagt Lannert. "Rote Rücklichter." - So spannend dieser "Tatort" beginnt, so umständlich gestaltet sich leider der weitere Verlauf (wenn auch mit teils interessanten Bildern und Schnitten).

Über den Mieter der Wohnung - Fotograf Wolf Zehender (Christian Koerner) ist nebenberuflich schwäbische Kiez-Größe - führt die Spur bald auf die rote Meile von Stuttgart und weiter in die höheren Kreise der Gesellschaft. Das Mordopfer war "Das Mädchen Galina". Vor kurzem kam die 19-Jährige aus Kroatien zurück nach Deutschland, ihrem Geburtsland, um ihren Traum vom Leben in Reichtum zu verwirklichen. Wie so viele glaubte wohl auch sie, dabei die Prostitution als kurzen Umweg oder auch als Abkürzung nutzen zu können ...

Potenzieller Märchenprinz und letzter Kunde vor ihrem Tod war Bertram Högele (Stephan Schad): ein aalglatter Politkarrierist, der kurz vor dem großen Durchbruch steht. Bei seiner Karriere kann er sich vor allem auf seine Gattin Tonia (mit entsprechend verkniffener Mimik: Ulrike Grote) aus (einfluss-)reichem Hause verlassen. Doch nun bringt ihn seine geheime Leidenschaft unter Mordverdacht. - Um nicht die x-te Geschichte eines Menschen im Licht der Öffentlichkeit zu erzählen, der durch sein zweifelhaftes Intimleben in ein Verbrechen verstrickt scheint, gab Drehbuchautor Stephan Brüggenthies Höfeles 16-jähriger Tochter Laura (Anna Bullard-Werner) einen entscheidenden Part: Sie war mit Galina befreundet, kann nicht fassen, dass das die Hure ihres Vaters war und muss sich zudem fragen, warum das Mädchen sich überhaupt mit ihr angefreundet hatte ...

Bis zur genretypisch überraschenden Wendung im Fall wird diesmal nicht nur dem Privatleben der beiden Kommissare einiger Raum eingeräumt (vor allem Bootz streckt sich weiter im Spagat zwischen glücklichem Familienleben und gewissenhaftem, oft auch gefährlichem Dienst). Kriminaltechnikerin Nika Banovic (Miranda Leonhardt), dem Zuschauer bislang als kompetentes ein-Frau-CSI-Team erschienen, fühlt sich zum Bruder (Fjodor Olev) des Mordopfers hingezogen und gesteht ihm, sie fühle sich doch öfter mal wie das "Laufmädchen" ... Und dieses bekommt wenig später auch gewaltigen Anschiss von Lannert. Doch nicht immer nur Friede-Freude-Eierkuchen-Atmosphäre da im Stuttgarter Kollegium.

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