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(tsch) Erst kurzfristig wurde diese quirlige Dame mit der blonden Kurzhaarfrisur noch zur "Wetten, dass ..?"-Runde in Leipzig gebeten. Da machte sie dann im November 2007 nicht nur beim ZDF-Publikum als Entertainerin Eindruck, sondern auch beim Sender selbst. Inka Bause bringt eben mindestens zwei Schlüsselqualifikationen des Showbiz mit: Natürlichkeit und Professionalität. Immerhin startete die Tochter von Hit-Komponist Arndt Bause ihre Karriere als Sängerin Inka schon im Alter von 16 Jahren in der DDR. Doch trotz ZDF-Avancen bleibt die 39-Jährige vorerst RTL treu und bereitet gerade die vierte Staffel von "Bauer sucht Frau" vor - der ebenso umstrittenen wie einträglichen Kuppel-Doku-Sause (die letzte Staffel kratzte an der Zehn-Millionen-Zuschauer-Marke). Zwischendurch (am Ostermontag, 24.03., 19.05 Uhr) schaut die Moderatorin, die mit ihrer elfjährigen Tochter in Berlin lebt, aber nochmal bei den Kandidaten der vergangenen Balz-Runde vorbei und feiert "Bauer sucht Frau - Das große Wiedersehen".teleschau: Frau Bause, haben Sie mittlerweile Gerd Sonnleitner, den Präsidenten des Deutschen Bauernverbandes, persönlich gesprochen?
Inka Bause: Nein, leider nicht, aber das Leben wird es so einrichten, dass wir uns irgendwann begegnen (lacht).
teleschau: Er hat die Art, wie der Berufsstand in "Bauer sucht Frau" dargestellt wird, heftig kritisiert ...
Inka Bause: Ich verstehe ihn ehrlich gesagt ja auch: Er möchte auf eine andere Art Werbung für seinen Stand machen. Er möchte, dass wir filmen, wie fortschrittlich der moderne Landwirt ist, und nicht diese skurrilen Typen zeigen. Aber die anderen sind für mich schon eher Industrielle - und wer will denn das sehen? Wir möchten ein bisschen nostalgisch sein und suchen uns einsame Einzelkämpfer. Ich finde das charmanter, und denen muss auch mehr geholfen werden.
teleschau: Welche Kuppel-Erfolge können Sie nach drei Staffeln "Bauer sucht Frau" ziehen?
Inka Bause: Wir haben sieben Paare, zwei Hochzeiten und ein Baby! Aus der letzten Staffel gibt es zwei Zusammenzüge, eine Hochzeit bahnt sich an ... aber da muss man natürlich an Ostern nochmal reinschauen. Dann noch die Grimme-Preis-Nominierung - das hat uns alle umgehauen! Endlich finden nun einige Leute, dass wir gar nicht so böse sind, sondern es gut meinen.
teleschau: In der Presse hagelte es immer wieder schwere Vorwürfe.
Inka Bause: Entgegen allen Vorhaltungen, wir würden die Bauern vereinnahmen oder Informationen zurückhalten, kann ich nur sagen: Nach Drehschluss halten wir uns raus! Die haben ein Recht auf ein Privatleben. Deshalb mag ich das Format auch so. Wir sind nicht trashig. Da gibt es ganz andere. Wir hätten von Beerdigungen berichten können, wir hätten bei einer Geburt dabei sein können, aber wir wollen einfach nur Menschen glücklich machen.
teleschau: Was sagen Sie zu dem Vorwurf der Schummelei - dass alles nur für die Kamera inszeniert war?
Inka Bause: Machen wir uns nichts vor: Wir machen eine Doku-Soap. Da können wir nicht eine Woche lang filmen, wie die Frau in der Küche steht. Wir fragen schon mal den Bauern: Willste der nicht mal was Gutes tun? Natürlich geben wir Anregungen. Es hat ja einen Grund, warum manche Männer keine Frau haben. Aber ich kann mit Fug und Recht behaupten: Die Bauern entscheiden zu 100 Prozent selbst, ob sie mit den Frauen ins Bett gehen oder sie einen Tag später vom Hof schmeißen. Die Frauen können jederzeit gehen. Das kam oft vor - aber das senden wir natürlich nicht. Und wenn wir in einem Schlafzimmer drehen, dann wurden wir da freiwillig hineingebeten.
teleschau: Was sagen die Bauern selbst im Nachhinein?
Inka Bause: Mir hat noch keiner gesagt, er hätte es bereut, sondern dass ihnen die Sendung weitergeholfen hat - auch wenn sie keine Frau kennengelernt haben. Sie sind offener und gesprächiger geworden. Ich glaube, es haben jetzt alle begriffen, dass wir sie nicht absichtlich in Bedrängnis bringen und dass wir sie nicht lächerlich machen wollen. Sonst würden wir nicht so viele Bewerbungen bekommen und auch nicht so viel Lob vom Bauernverband - wenn auch nicht vom Chef. Der Berufszweig hat großen Aufschwung bekommen.
teleschau: Sie selbst haben kürzlich einen Exklusiv-Vertrag mit RTL über zwei Jahre abgeschlossen, obwohl Sie auch das ZDF umworben hat ...
Inka Bause: Ich habe mich für RTL entschieden, weil der Sender in den letzten drei Jahren an mich geglaubt hat. Ich wollte mich loyal verhalten - das ist meine Erziehung. Es kamen auch Angebote vom ZDF, worüber ich mich sehr freute, aber sie kamen sehr spät. Ich möchte eine Zusammenarbeit mit dem ZDF nicht ausschließen - zwei Jahre sind keine lange Zeit. Aber ich war vor vielen Jahren auch beim Casting für den "Fernsehgarten" und man entschied sich für jemand anderes ... Sagen wir mal so: lieber bei einem Sender die Erstbesetzung als bei einem anderen vielleicht ein Notnagel. Gesanglich und schauspielerisch kann ich aber sowieso machen, was ich will.
teleschau: ... zum Beispiel auf dem "Traumschiff" mitschippern.
Inka Bause: Ja! Aber mein Drehtermin wurde nun auf den Herbst verschoben: Es hatte zum ersten Mal nach 20 Jahren in Sri Lanka geschneit und der Drehplan konnte nicht eingehalten werden. Ich wurde aber sowieso ganz kurzfristig besetzt, weil auch Wolfgang Rademann meinen "Wetten, dass ..?"-Auftritt gesehen und gehört hatte, dass das ein großer Traum von mir ist.
teleschau: Warum eigentlich?
Inka Bause: "Traumschiff" schaue ich selbst noch immer mit meiner Mami. Das ist für uns Kult. Viele Sender unterschätzen leider, dass die Menschen sich an Dinge gewöhnen müssen und Rituale mögen. Sie lassen sich heutzutage immer sofort von der Quote ins Bockshorn jagen. Aber ich glaube, so modern und flexibel, wie die Menschen immer tun, sind sie gar nicht. Für uns alle ist das Leben so unruhig und hektisch geworden. Man muss viel schneller reagieren als früher, ständig erreichbar sein. Das ist Evolution: Entweder man mutiert, oder man wird gefressen. Das heißt aber nicht, dass man sich allem unterwerfen muss.
teleschau: Wie kann man sich dem Ihrer Meinung nach entziehen?
Inka Bause: Es wird immer wichtiger, einen Ostersonntag freizuhaben oder Geburtstage zu feiern. Man muss sich diese Inseln schaffen. Die Evolution geht vielleicht auch schon schneller mit uns einher als wir darauf reagieren können. Es weiß doch keiner mehr, wie die Technik funktioniert, aber wir benutzen sie.
teleschau: Haben Sie noch ein stinknormales Handy?
Inka Bause: Ich habe eine Variante, mit der ich auch mailen könnte, weiß aber immer noch nicht, wie das geht. Ich bräuchte eine halbe Stunde Zeit, um es mir erklären zu lassen. Aber wenn ich eine halbe Stunde Zeit habe, trinke ich lieber Kaffee oder gehe mit meinem Hund spazieren! Wenn ich meine Tochter von der Schule abhole, wird das Handy ausgemacht. Ich bin mittlerweile nicht mehr immer erreichbar. Als ich neu war bei RTL, dachte ich, ich müsste den ganzen Tag lang online sein. Nach einem Jahr merkte ich, dass mich das kaputt macht. Aber mein größter Trumpf sind meine Lockerheit und meine Natürlichkeit. Die kann ich mir nur bewahren, wenn ich zum Beispiel mal einen halben Tag lang einfach mit meiner Mutter im Garten die Hände in die Erde stecke. Das braucht jeder Mensch, aber viele wissen nicht, dass sie es brauchen.
teleschau: Neben der nächsten "Bauer sucht Frau"-Staffel bereiten Sie außerdem ein neues Album vor - und Sie scheinen sich immer noch viel Zeit für Ihre Fans zu nehmen ...
Inka Bause: Wenn ich ein Lied singe, verdiene ich damit Geld, damit befriedige ich meine Eitelkeit, das macht mir Spaß. Aber damit bin ich noch nicht für meine Fans da - das bin ich eigentlich nur, wenn ich mich Ihnen auch außerhalb meiner Arbeitszeit widme und ein paar Zeilen in mein Gästebuch schreibe. Aber man muss aufpassen und sagen: bis hierhin und nicht weiter. Deshalb habe ich auch keinen Fanklub mehr - das war mir zu viel Vereinnahmung.
teleschau: Ein großes Thema für Ihre Fans scheint Ihre Frisur zu sein - dazu gibt es sogar eine eigene Rubrik auf Ihrer Homepage ...
Inka Bause: Ich möchte, dass Sie schreiben, dass ich dazu gezwungen wurde! Ich würde mich nie so in den Mittelpunkt stellen! Aber alle wollten unbedingt wissen: Wie bekommt man die Haare so hin? Ich sage mir: Ein Plagiat ist die höchste Form der Anerkennung. Mein Friseur in Berlin ist mittlerweile so ein ganz kleiner Wallfahrtsort geworden.
teleschau: Sie scheinen einen recht natürlichen Umgang mit Ihrer Popularität zu pflegen - auch der Presse gegenüber. Liegt das daran, dass schon Ihr Vater ein Promi war und Sie bereits mit 16 zum Star in der DDR wurden?
Inka Bause: Bekannt zu sein, ist für mich natürlich. Das gehört zu meinem Leben. Ich fühle mich - als Sängerin - meinen Fans außerdem viel mehr verpflichtet als jemand, der nur moderiert - ohne aber sooo dankbar zu sein wie manche Volksmusikstars, die alles für ihre Fans tun und sich in ihr Privatleben schauen lassen.
teleschau: Wo liegt für Sie die Grenze?
Inka Bause: Bei mir hört's an der Haustür auf. Ich mache keine Homestories und kein "Promi Dinner". Aber ich kann doch verraten: Ich bin glücklich, ich habe die süßeste Tochter der Welt! Ich muss doch nicht immer sagen: kein Kommentar. Das einzig Blöde ist natürlich, dass durch die Prominenz auch private Schicksalsschläge für die Öffentlichkeit interessant sind - wie bei mir vor fünf Jahren. Da konfrontiert einen die Presse dann mit: "Wir haben erfahren, ihr Mann hat versucht, sich das Leben zu nehmen ..." Es gibt Informanten bei Polizei und Krankenhaus - nach zehn Stunden war das durch. Aber was soll ich in so einem Moment sagen, außer: "Ich will nicht darüber reden"?
teleschau: Vermutlich bekommen nicht nur die Bauern bei RTL Zuschriften von interessierten Singles, sondern auch Sie als Moderatorin?
Inka Bause: Ja, ich bekomme nette Briefe, in denen es heißt: "Ruf mich doch bitte an, ich bin ab 18.00 Uhr zu Hause" (lacht). Es kommen auch ganz reizende Zuschriften von allein erziehenden Vätern - aber ich kann natürlich als Promi darauf niemals antworten. Das ist manchmal sogar schade, aber das gehört sich nicht. Da muss ich einfach sagen: Wenn das Schicksal uns zusammenführen will, dann wird es das tun.