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Kidnapped - 13 Tage Hoffnung: Spannung in Häppchen

21/07/2008 1:00. By teleschau - der Mediendienst GmbH
Foto vergrößern Ausstrahlung am 31.07.2008 um 20:15 Uhr auf Sat.1

(tsch) So richtig aufgeben will Sat.1 das Genre Action-Krimiserie nicht. Obwohl zuletzt weder deutsche Serien wie "GSG 9" oder "R.I.S. - Die Sprache der Toten" noch die US-Produktion "Threat Matrix" das Publikum vom Hocker rissen, starten die Berliner einen neuen Versuch. Das Haltbarkeitsdatum ist bei "Kidnapped" jedoch schon aufgedruckt: Statt vorgesehenen 22 wurden 2006 nur 13 Episoden abgedreht, was Sat.1 im Untertitel "13 Tage Hoffnung" kompensiert. Von der Tatsache, dass die Entführungsstory bei den Amerikanern nicht sonderlich gut ankam, sollte man sich jedoch nicht abschrecken lassen. Es lohnt sich, den Pilotfilm anzusehen, zumal dieser zur Primetime ausgestrahlt wird. Ab kommenden Donnerstag (07.08.) geht es um 23.15 Uhr weiter.

Es ist ein ganz normaler Morgen im Hause Cain: Mutter Ellie (Dana Delany aus "Desperate Housewives") führt eine Reporterin für eine Homestory durch die Räumlichkeiten, tadelt ihre kleine Tochter auf Französisch und überwacht, wie das hispanische Hausmädchen das Frühstück bereitet. Sohn Leopold (Will Denton) taucht noch ein wenig im Pool, bevor sein Leibwächter ihn zur Schule bringt. Dass der 15-Jährige den Bodyguard tatsächlich nötig hat, stellt sich nur wenige Minuten später heraus: Gangster kidnappen den Millionärssohn und lassen seinen Aufpasser lebensgefährlich verletzt mitten auf der Straße liegen.

Angewiesen, nicht die Polizei zu rufen, wenden sich die Eltern an einen Spezialisten: den Ex-FBI-Agenten Knapp (Jeremy Sisto, "Six Feet Under"). Der wortkarge Ermittler schreitet sofort zur Tat, stößt aber bald auf Hindernisse: Seine alten Kollegen bekamen Wind von der Entführung. Knapp und sein alter Chef Latimer King (Delroy Lindo) müssen sich fortan engagieren. Schon bald ahnen sie, dass der Grund für Leopolds Entführung in der Vergangenheit von dessen Vater Conrad (Oscar-Preisträger Timothy Hutton) liegen muss.

Es sind kleine, düstere Puzzleteile, die dem Zuschauer in dieser Serie vorgesetzt werden. Häppchenweise erfährt man mehr über den ständig Ball spielenden Entführer und seine Helfer, das gewitzte Opfer und dessen so gar nicht perfekte Familie. Jeder scheint ein Geheimnis zu haben, was jeden verdächtig macht. Auch die Vergangenheit des undurchsichtigen, aber irgendwie sympathischen Knapp scheint eine Rolle zu spielen. Die stückweise Erzähltechnik hilft, die Spannung zu erhalten und das Publikum auf falsche Fährten zu locken. Sie strengt allerdings auch an. Vielleicht fiel "Kidnapped" deshalb bei den Amerikanern in Ungnade. Nach nur fünf Folgen verlegte NBC die weitere Ausstrahlung ins Internet.