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"Wir wollen den 'Marienhof' den heutigen Sehgewohnheiten anpassen", sagt Produzent Simon Müller-Elmau. Am 23. Juni (18.25 Uhr) wird ein Relaunch der ARD-Daily-Soap stattfinden. Durch eine Explosion verwandelt sich ein großer Teil der Kulissen in Schutt und Asche. Mit der Katastrophe will man eine optische Neuausrichtung der Seifenoper einleiten. "Gleichzeitig sollte der 'Marienhof' inhaltlich zu seinen Ursprüngen zurückgeführt werden." Täglich verfolgen im Schnitt rund zwei Millionen Zuschauer die Serie, die laut Müller-Elmau die authentischste aller deutscher Daily-Soaps sei - und es auch bleiben soll."Unsere 'Marienhöfler' sind ganz normale Menschen, die normale Probleme haben", findet der Produzent. "Wir zeigen einen echten Alltag, in dem zum Beispiel auch Geldprobleme vorkommen. Es fehlt das Märchenhafte, das viele andere Serien ausmacht." Diese Tatsache habe die Soap von Anfang an vom Rest unterschieden und solle nun wieder verstärkt in den Vordergrund rücken. "Das Motto lautet also: Back to the roots!"
Um diesem Realismus auch optisch gerecht werden zu können, seien Änderungen fällig gewesen. "Im direkten Vergleich mit Konkurrenten wie 'Alles was zählt' oder 'Gute Zeiten, schlechte Zeiten' (beide RTL, d. Red.) sah der 'Marienhof' doch inzwischen etwas veraltet aus." Um den 90er-Jahre-Look loszuwerden, habe man mehr Platz schaffen müssen. "Wir möchten mit beweglichen Kameras arbeiten, um noch authentischer zu wirken."
"Marienhof" wird in zwei Studios gedreht, die beide modernisiert wurden. Während das eine aber nur entrümpelt wurde, fielen die Galerie und damit gleich mehrere Schauplätze einer großen Explosion zum Opfer, die mit hohem Aufwand umgesetzt wurde: "Die Kulisse ist nur eine Fassade. Wir brachten viele kleine Sprengkörper an. Diese sollten dann Schutt mit Steinen und Sand sowie die Fensterscheiben auf die Straße blasen." Zuvor habe man einige Testsprengungen durchgeführt, um die Sicherheit der Crew und der vielen Setbesucher zu gewährleisten. "Alle Sprengkörper wurden gleichzeitig gezündet. Weil wir diese Szene nur einmal drehen konnten, wurde mit sieben Kameras zugleich gefilmt", berichtet Simon Müller-Elmau.
Auf dem Bildschirm erstreckt sich die Geschichte um die Explosion und die Bergungsarbeiten danach über mehrere Episoden. "Insgesamt widmen wir der Sache drei Folgen." Dort wird auch eine neue Hauptfigur zu sehen sein. Hendrik Borgmann spielt den Arzt Nic Stein, der die Verletzten versorgt. Außer ihm werden im Zuge des Relaunches noch zwei weitere Rollen eingeführt: die zweieiigen Zwillinge Ruth und Lea, gespielt von Maria Hönig und Simone Gorholt. Mehr personelle Veränderungen seien aber nicht vorgesehen. "Es wird niemand sterben oder anderweitig aussteigen", verrät Müller-Elmau. "Es war nicht unsere Absicht, einen großen Cast-Umbruch herbeizuführen."
Natürlich habe man mit der Explosion auch Aufmerksamkeit erzeugen wollen. "Den Zuschauern sollte signalisiert werden, dass jetzt etwas Neues beginnt. An die Quote knüpfen wir allerdings nicht allzu hohe Erwartungen." Vielmehr sei das Ziel, das Publikum langfristig mit dem neuen Look und den Geschichten zu überzeugen. "Das ist bei einem Daily-Format die einzige Chance."
Wie alle anderen Soaps litt der "Marienhof", der einst mehr als drei Millionen Zuschauer verbuchen konnte, in den letzten Jahren unter sinkenden Quoten. Simon Müller-Elmau glaubt allerdings nicht, dass die Seifenoper tot sei, im Gegenteil: "In der Summe schauen mehr Menschen Daily-Formate an als in den 90-ern. Aber inzwischen gibt es eben mehr Serien, die sich den Kuchen teilen müssen." Da aber Soaps wie "Alles was zählt" (ab 2006) auch in jüngerer Zeit erfolgreich starten konnten, bestehe keine Gefahr für die deutsche Dailys. "Man muss sie nur regelmäßig überarbeiten und immer wieder neu erfinden."
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