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Diana Amft: Auf den Spuren von Will Ferrell

30/06/2008 1:00. By teleschau - der Mediendienst GmbH
Foto vergrößern (tsch) "Mich verlässt schon jegliche Gesichtsfarbe, wenn ich nur an eine Spritze denke ..." Eigentlich keine guten Voraussetzungen für jemanden, der die Hauptrolle in einer humorigen Krankenhaus-Serie spielt. Doch Diana Amft alias Dr. Gretchen Haase sieht man das flaue Gefühl bei OP-Szenen nur an, wenn man ganz genau hinsieht. Und das auch nur aus einem Grund: "Da brauchte ich beim Dreh eigentlich kaum mehr Schminke, weil mir schon fast Originalschweiß auf der Stirn stand." Mit der neuen RTL-Serie "Doctor's Diary - Männer sind die beste Medizin" (ab Mo., 23.06., 20.15 Uhr) empfiehlt sich die Schauspielerin, die erstmals 2001 in der Kinokomödie "Mädchen Mädchen" für Aufsehen sorgte, endgültig als neuer Star unter den deutschen Komikern.

"Comedy ist Timing und Präzision." Offensichtlich beherrscht Diana Amft das ziemlich gut, doch der erklärte Fan von "Saturday Night Life" ("im Allgemeinen") und Will Ferrell ("im Speziellen") hat große Vorbilder und wollte es noch besser können. "Man kann immer dazulernen und sich verbessern." Deshalb ging Diana Amft auch von Anfang des Jahres bis Ende Mai bei der legendären Impro-Truppe "The Groundlings" in Los Angeles in die Lehre, jener Talentschmiede, dem auch das US-Kultformat "Saturday Night Life" so manchen Darsteller verdankt. "Nachdem ich mich im letzten Jahr endlich getraut hatte, dort vorzusprechen, und tatsächlich genommen wurde, lernte ich irrsinnig viel dazu", freut sich die deutsche Aktrice und fand es gar nicht schlimm, dass daneben nur wenig Zeit blieb, L. A. zu erleben. Außerdem war Diana Amft nicht alleine nach Kalifornien gereist. Ihr langjähriger Freund Granz Henman kam mit.

Mit dem Autor und Regisseur drehte Diana Amft nicht nur 2001 den Kinofilm "Knallharte Jungs" ("Damals hatten wir große Angst davor, zusammenzuarbeiten. Wir flogen zum Beispiel nicht im gleichen Flugzeug zum Casting!") - Das Paar entwickelte auch gemeinsam eine eigene Comedy-Serie: "Maja". "Das war eine sehr intensive Zusammenarbeit: Wir fuhren morgens gemeinsam zum Set und saßen abends noch an den Büchern. Toi, toi, toi - das klappte sehr gut. Wir konnten das Private absolut außen vor lassen."

Diana Amft spielt die Titelrolle in der Sitcom, die ab 1. Juli erstmals im digitalen Abo-Kanal Sat.1 Comedy ausgestrahlt wird (dienstags, 20.15 Uhr). Die Serie erzählt Episoden aus dem Leben von Kellnerin Maja Paradys (den gleichen Rollennamen hatte Diana Amft in "Knallharte Jungs"), die davon träumt, Schauspielerin zu werden. "So könnte man auch ein bisschen meine eigene Anfangs-Phase beschreiben", lacht Diana Amft. "Es stecken viele Insider-Geschichten drin - aber ich werde natürlich nicht verraten, welche!" Sie warnt jedoch davor, allzu viele Parallelen zwischen Maja und Diana suchen zu wollen, und verrät nur so viel: Beide stammen aus dem gleichen "klitzekleinen Dorf in Nordrhein-Westfalen".

Diana Amft verließ es bereits im Alter von 17 Jahren, als sie von zu Hause auszog. "Ich glaube, ich wollte einfach dieses Gefühl haben: Ich bin cool, ich bin mit 17 schon weg. Es stellte sich jedoch heraus, dass in erster Linie nur alles teurer war", fügt sie lachend hinzu. "Ich wollte eben unbedingt auf eigenen Beinen stehen und meinen Weg suchen - in immer größeren Orten." Er führte schließlich nach München, an die renommierte Schauspielschule Ruth von Zerboni und in die tatsächliche Selbstständigkeit mit 20. Der schlimmste Nebenjob aus jener Zeit? Erstaunlicherweise antwortet die Schauspielerin: "Als ich einmal als Pantomime auf einer Veranstaltung Zettel verteilen musste. Das ist null mein Ding! Pantomime war so weit weg von dem, wo ich eigentlich hin wollte: nämlich zu dieser überzeugenden Ehrlichkeit."

Wie nun in "Doctor's Diary - Männer sind die beste Medizin" zu sehen ist, scheint Diana Amft dort angekommen zu sein. "Die Figur Gretchen konnte ich von Anfang an durch und durch verstehen!" Außer vielleicht deren Heißhunger auf Schokolade. Und natürlich auch nicht die Leidenschaft für die Medizin. Die bewundere sie zwar sehr, als die Schauspieler zur Vorbereitung aber bei einer realen OP zusehen durften, habe sie lieber hauptsächlich zugehört. "Aber es war eine bewegende Erfahrung. Die Tatsache, was der menschliche Körper alles überlebt, fand ich faszinierend. Und auch sehr beruhigend."

Gretchen Haase hat Medizin studiert, wurde kurz vor ihrer Hochzeit von ihrem Verlobten betrogen und will nun erst einmal Karriere machen. Als Chirurgin. Während der Facharzt-Ausbildung muss sie sich zwischen zwei Männern entscheiden, mit ihrem Gewicht kämpfen und ihren Fuß immer wieder aus diversen Fettnäpfchen nehmen. Sie ist also in etwa die Antwort auf die Frage "Was wäre, wenn Bridget Jones in Deutschland Ärztin geworden wäre?" Aber Diana Amft fand dafür ihren eigenen, natürlichen Stil, zu dem unbedingt dieses gewinnende Lächeln gehört. "Sie ist eine Frau mit alltäglichen Problemen und Problemzonen. Jemand, der liebenswürdig, chaotisch und eben doch nicht so perfekt ist. Damit können sich einfach sehr viele Frauen identifizieren." Denn wer wollte schon von sich behaupten, perfekt zu sein? "Man kann im Leben auch einfach nicht alles richtig machen. Komischerweise lernt man mehr durch die Fehler als durch das, was man richtig macht. Das ist zumindest ein Credo von mir." Diesbezüglich kann der Lerneffekt im Moment ja eigentlich nicht so groß sein.