Ausstrahlung am 07.07.2008 um 21:00 Uhr auf ARD(tsch) Sie war alles: Sexsymbol und erfolgreiche Schauspielerin, Fitnessqueen und Polit-Ikone. Jane Fonda wurde 1937 als Tochter des großen Henry Fonda geboren und litt unter dem übermächtigen Vater ein Leben lang. Mit "Klute" schaffte sie 1971 ihren ersten Oscar für ihre Rolle als Prostituierte, als Produzentin erlangte sie Welterfolge wie "Coming Home" und das "China-Syndrom", mit dem sie den Beinahe-Gau von Harrisburg seherisch vorwegzunehmen schien. Michael Wulfes zeichnet in "Legenden: Jane Fonda" das Bild einer stets ruhelosen und erfolgreichen Frau, die das Publikum zu Bewunderungsstürmen hinriss und die Gegner zu seltsamen Exzessen.
Man bewunderte ihre Schönheit, ihre Fitness und vor allem ihren Mut, für ihre Überzeugungen einzustehen. Kaum ein Thema, für das sie in den 70-ern nicht lauthals den Mund aufmachte. Mal setzte sie sich für die Rechte der Indianer in den USA ein, mal wetterte sie gegen den Vietnamkrieg, reiste sogar nach Hanoi, um amerikanische Truppen zum Einstellen des Feuers zu bewegen. Später räumte sie ein, gelegentlich zu weit gegangen zu sein, und entschuldigte sich für das berühmte Foto, das sie mit den Waffen der Vietcong zeigt.
Mit ihrem Engagement, das sie nach Lust und Laune erst nach links, dann nach rechts verteilte, schuf sich die Tochter der Schauspiellegende Henry Fonda nicht nur Bewunderer: Ein Vietnamveteran spuckte ihr sogar Tabaksaft ins Gesicht, als sie ihre Autobiografie "My Life So Far" in einer Buchhandlung signierte. Außerdem weigerten sich Filmtheaterbetreiber in den USA, ihre Filme zu zeigen.
Schon in ihrem Buch rechnete "Hanoi-Jane" mit ihren Ex-Männern ab und enthüllte so manches pikante Detail aus ihrem Privatleben. Auch ihr Vater, dem sie eine kalte und lieblose Erziehung vorwarf und den sie für den Selbstmord ihrer Mutter (1950) verantwortlich machte, blieb nicht verschont. Zwölf Jahre alt war sie damals, jahrelang herrschte danach Funkstille zwischen Vater und Tochter. Sie ging nach Frankreich, heiratete den Ex-Bardot-Ehemann Roger Vadim und spielte die Sexpuppe "Barbarella" (1968) mit großem Erfolg. Wenig später bekam sie ihren ersten Oscar für ihre Rolle als Prostituierte in "Klute" (1971), 1978 folgte ein zweiter für den Vietnam-Film "Coming Home".
Spät erst kam die Versöhnung mit ihrem Vater. Sie überzeugte den schwer krebskranken Mann im Film "Am Goldenen See" (1981) gemeinsam mit ihr zu spielen.
Trotz des Erfolges im Beruf glich ihr Leben einer Achterbahnfahrt. Nach der Geburt von Tochter Vanessa und der Trennung von Vadim ehelichte sie 1973 den linken Provinzpolitiker Tom Hayden, mit dem sie Sohn Troy, der heute ebenfalls Schauspieler ist, bekam. 17 Jahre hielt die Ehe, während der Fonda Fitness zu ihrem neuen Steckenpferd erkor. Statt Mitte der 80-er weitere Kinohits zu liefern, zeigte sie amerikanischen Hausfrauen lieber Aerobic-Übungen per Video. Die Gage dafür investierte sie angeblich in ein Paar Silikonbrüste, nicht ohne ihren weiblichen Anhängern zu versichern, wie wichtig es sei, den eigenen Körper zu akzeptieren.
Noch einmal machte sie mit der Heirat des Medienmoguls Ted Turner auf sich aufmerksam - die Scheidung kam 2001. Doch längst ist sie wieder erfolgreich als Schauspielerin und engagiert sich heute für Kinder und minderjährige Mütter.
Am Montag, 14.07., 21.00 Uhr, setzt das Erste die "Legenden"-Reihe mi einem Portrait des Tierfilmers und Naturschützers Bernhard Grzimek fort.