Gerard Butler: Gerry, der Pacemaker

30/10/2009 0:00. By teleschau - der Mediendienst GmbH
Foto vergrößern Eine einseitige Rollenauswahl kann man Gerard Butler eigentlich nicht vorwerfen. Obwohl ein flüchtiger Blick in seine Filmografie dazu verleiten mag, ihn als Prototyp des muskelbepackten Actionhelden zu sehen. Hunnenkönig Attila, Soldatenidol Beowulf (das ZDF wiederholt "Beowulf und Grendel" am Donnerstag, 03.12., 00.35 Uhr) zuletzt Spartanerkönig Leonidas: Der Schotte verkörpert rohe, klassische Männlichkeitsideale. Über die bluttriefende spartanische Schlachtorgie "300" reifte der 39-Jährige endgültig zum Superstar. ProSieben zeigt die furiose Comicadaption von 2007 am Sonntag, 29.11., um 22.30 Uhr, in der Free-TV-Premiere.

Knapp 1,7 Millionen Kinozuschauer sahen in Deutschland Zack Snyders berauschende Verfilmung des Frank-Miller-Comics: "300" geriet ebenso spektakulär und stilisiert wie Robert Rodriguez' "Sin City" zwei Jahre zuvor. Und war ebenso umstritten. Butler jedoch begeisterte sich wie der Großteil des Publikums an der "physischen Kraft und Ästhetik" der spartanischen Heldenfiguren: "Natürlich fühlte ich mich wie ein richtiger Mann", sagte er im Interview: "Das war auch der Grund, weshalb ich Rollen wie Attila, Beowulf oder jetzt Leonidas annahm. Indem ich diese übermenschlichen Figuren verkörperte, konnte ich sie zurück ins Leben holen, ihnen Menschlichkeit einhauchen."

Eine Anstrengung, die vor allem dem weiblichen Publikum nicht entging. "Ich hätte nie gedacht, dass ich für Frauen jemals ein Sexsymbol sein würde", äußerte Butler kokett. "Ich glaube immer noch, dass Frauen nicht so einfach zu erregen sind, sondern sich allenfalls über Darsteller lustig machen, die die Chippendales-Nummer durchziehen. Doch vielleicht liege ich ja auch falsch, und Frauen sind gar nicht so tiefsinnig."

Dass für den umschwärmten Schotten die weibliche Psyche ein Buch mit sieben Siegeln sein könnte, scheint so unwahrscheinlich nicht. Der überzeugte Single teilt seine Appartments in Los Angeles, New York und London seit Jahren mit einer gewissen Lolita - einer Mops-Dame. Darüber hinaus dringt sehr wenig aus dem Privatleben des Stars an die Öffentlichkeit, von der schweren Jugend einmal abgesehen.

"Gerry", wie er genannt werden möchte, kam 1969 in Glasgow zur Welt, verbrachte aber einen Teil seiner Kindheit in Kanada. Nach der Scheidung der Eltern sah er seinen Vater erst im Alter von 16 Jahren wieder, und verlor ihn bereits mit Anfang 20 wegen einer Krebserkrankung. Zu dieser Zeit studierte Butler in Glasgow Jura. Später arbeitete er in einer Anwaltskanzlei, die ihn eine Woche vor Abschluss seiner Ausbildungszeit feuerte. "Desillusioniert und unzufrieden" sei er damals gewesen, dem Alkohol nicht abgeneigt: "Ich habe es geliebt zu trinken, bald war es das Einzige, was mir noch Spaß machte."

Seit Jahren rührt Butler keinen Tropfen mehr an - mit Erfolg an sämtlichen Fronten. Legendär ist jene Episode von einem Filmdreh in Schottland, als Butler einen Jungen vor dem Ertrinken im Fluss Tay rettete und anschließend mit einer Tapferkeitsmedaille geehrt wurde. He walks the way he talks, könnte man mit einem englischen Sprichwort einwerfen. Wo das noch hinführen soll? Nun, vielleicht zur Hauptrolle im geplanten Remake des John-Carpenter-Klassikers "Die Klapperschlange", wie seit Jahren hartnäckig gemunkelt wird. "Call me snake ..." - mehr Held geht dann wirklich nicht.

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