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Damit wir uns nicht falsch verstehen: Als pädagogisch wertvoll kann man die mehrteilige Doku-Soap auf RTL auch nicht bezeichnen. 16-19-jährigen Jungs und Mädels einen realistischen Vorgeschmack aufs Elterndasein zu geben oder - wie der Sender das nennt - "Familienkompetenz" zu vermitteln, das funktioniert auf diese Weise nur äußerst begrenzt. Immerhin sind die Jungs und Mädels ständig umringt von Kameramännern, Nannies und den Eltern, die über den Monitor nach dem rechten sehen. Im wahren Leben haben die meisten Teenagereltern weit weniger kompetente Unterstützung bei der Hand - zumindest nicht rund um die Uhr. Außerdem sind Showatmosphäre, Promibesucher und Interviews sicher nicht dazu angetan, den Probanden ein Alltagsgefühl zu vermitteln. Und drittens ist das mit dem Elternsein im wahren Leben eben nicht in vier Wochen erledigt.
Möbel bauen & Geld verdienen
Doch zurück zum Anfang: Da ziehen vier Teenagerpaare ins erste eigene Haus - jedes Paar in ein eigenes, versteht sich. Und da heißt es erst einmal: Möbel zusammenbauen. Für manche ist das schon Stress. Schülerin Tamara (16) und Azubi Basti (18) beschließen: "Erst ma ein rauchen gehn." Überhaupt wird in der Sendung gequalmt, was das Zeug hält. Trotzdem kriegen die Paare früher oder später ihr Mobiliar fertig und verbringen die erste Nacht im Eigenheim. Am Tag danach beginnt aber schon der "Ernst" des Lebens: Jeweils einer muss arbeiten gehen, um die Kohle fürs Essen zu verdienen. Bei drei Paaren sind's ganz klassisch die Männer, die sich auf den Weg ins Seniorenheim, Friseur und Autowaschanlage machen. Gymnasiastin Lila (19) ist da die Ausnahme. Sie bedient im Café, stellt aber gleich klar, dass sie das Geldverdienen später ihrem Freund Sebastian (16) überlassen wird.
Alle kommen mit ihren Jobs ganz gut zurecht. Nur Schüler Elvir (17) nicht. Der muss Autos waschen und macht schnell schlapp. So harte Arbeit, stellt er bald klar, ist einfach nichts für ihn. Er ist das nicht gewöhnt und will so was auch gar nicht erst einreißen lassen: "Entweder geht meine Freundin arbeiten," sagt er, "oder ich weiß nicht...". Freundin Nadine (18) ist gelinde gesagt überrascht, als sie von Elvirs Kündigung nach einem Tag erfährt. Lieber, so sagt er, will er kochen und putzen, das sei ja nicht so anstrengend.

Nadine versteht ihn - er ist halt ein ganz zarter. Und weil er so lieb zu ihr ist, verzeiht sie ihm fast alles, was längst jenseits der Zuschauerschmerzgrenze liegt. Dazu später mehr.
Schwanger für einen Tag
Die Paare kriegen Post: Ein Babybauch zum Umschnallen für jedes der Mädchen ist drin - mit dem Gewicht eines Babys im neunten Monat. Da wird viel gewitzelt, dann aber schnell gestöhnt, weil die Last zu Rückenschmerzen und mehr führt. Dass Schwangerschaft und Geburt kein Spaziergang sind, erfahren alle beim Kurs mit einer Hebamme, die der Gebärvorgang anschaulich schildert. Grund für gemischte Gefühle bei den Mädels. Doch diesmal müssen sie da ja nicht wirklich durch, um ein Baby zu bekommen. Das wird ihnen in der Sendung vor die Tür geliefert - zunächst in Form eines Babydummies, das Bedürfnisse und Geschrei eines echten simuliert. Nun muss gefüttert, getragen und gewickelt werden. Komisch ist das schon, doch fast alle finden sich damit ganz gut zurecht.
Dummie erdrückt
Fast alle. Denn Elvir, der mehr auf das Gel in seinen Haaren als auf die Babypuppe zu achten scheint, schießt nachts den Sendungsvogel ab: Statt ins Kinderbett, nimmt er das Dummie mit ins eigene - und legt sich im Schlaf prompt drauf. Die Folge: Das Dummie ist "tot" und die beiden kriegen ihr echtes Kind später als alle anderen Paare. Nadine macht das fertig, sie fühlt sich ganz im Gegensatz zu ihrem Freund schuldig. Elvir findet eine Ausrede nach der anderen und als Nadine nicht einstimmen will, spricht er die legendären Worte: "Du kannst jetzt auch mal Deine Fresse aufmachen und was labern."
Die echten kommen
Für alle anderen heißt es dann: Das Kind kommt! Diesmal das echte. Dramatisch in Szene gesetzt, tauchen die echten Mütter samt Kinderwägen auf, um den Erwachsenen auf Probe "ihr Liebstes" anzuvertrauen. Vier Tage dürfen sich die Teenies um die Babies kümmern. Genau das hatte im Vorfeld zum Sturm der Entrüstung geführt: Vier Tage von Heim und Eltern getrennt? Das kann nicht richtig sein. In Wahrheit ist alles viel harmloser, als angekündigt: Die Babies sind nicht durchgehend in fremden Händen. Die Eltern/Mütter sind fast ständig in der Nähe, überwachen vor Ort oder per Monitor und greifen ein, sobald es nötig ist. Zwischendurch übernehmen sie ihre Kiddies auch wieder, eine holt ihren zehn Monate alten Sohn jede Nacht zu sich. Ach ja, eine "Expertin" gibt es auch noch: Das ist Kolumnistin Katja Kessler, die sich durch vierfache Mutterschaft und ein selbstgeschriebenes "Mami Buch" qualifiziert hat. Ein B-Promi muss halt auch mit von der Partie sein...
Man fragt sich durchaus, warum eine Mutter/ein Vater sein Baby überhaupt für so eine Sendung überhaupt stundenweise weggibt. Doch so viel anders als bei einer Tagesmutter oder den oft eingesetzten Teenager-Babysitter ist die Situation auch nicht. Die Überwachung durch Fachpersonal ist sogar ein Pluspunkt und hier und da auch nötig, um Unterstützung zu bieten. Denn natürlich sind die Teenies mehr oder minder überfordert, müssen mit Windeln kämpfen und dem Stress, wenn eines weint, hinfällt oder seinen Unmut kundtut. Aber sie geben sich Mühe. Die wird dann in den folgenden Sendungen mit mehr Leihnachwuchs belohnt: mit einem Kleinkind, einem Schulkind und schließlich mit einem fast gleichaltriger Teenager.
Wie man in "stern tv" nach der Sendung erfahren konnte, hat die Sendung bei Basti und Tamara bewirkt, dass sie vorerst keine Kinder haben wollen. Das sei in ihrem Alter doch zu viel Verantwortung. Kluges Fazit - und vielleicht ein Gutes, dass die eher unspannende Sendung hat. Denn dass all diese Teenies selbst noch ziemlich kindlich und unreif sind, wird in der Show mehr als deutlich. Bevor sie nicht erwachsen sind, tun sie weder sich noch dem potentiellen Nachwuchs was Gutes, wenn sie schwanger werden.
Oder was meint Ihr?
Eure Kate
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_____________________________________Fotos: © RTL / Frank Hempel
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Benutzer Kommentare
die sendung war nicht schlecht, aber an der realität vorbei. heute bekommen die jugendlichen nur kinder weil sie kindergeld für sich und das kind, erziehungsbeihilfe, die wohnungen werden finanziert plus möbel die sie brauchen, dann noch der lebensunterhalt für sich. das macht 1300,-euro netto nur für den lebensunterhalt also nur zum leben. denn die miete plus heizungsgeld wird vom sozialamt komplett übernommen. davon muß manche familie leben und noch die miete davon bezahlen.und wie oft höre ich dann von solchen 16jährigen das ist cool dann kann ich ausziehen, werde mal schnell schwanger und bekomme alles finanziert.aber das sie dann 18jahre diese kind großziehen müssen daran denken sie nicht. die sendezeit war auch falsch gesetz die hätten sie lieber an den nachmittag senden müssen, wo die meisten jugendlichen auch schauen. das wäre angebrachter gewesen.dann die 150euro,das war ja nur für die woche für sich selber zum lebensunterhalt. die hätten noch windeln, babynahrung usw. kaufen müssen, dann hätten sie mal sehen können wie weit sie mit den 150 euro gekommen wären. dann hätten sie bestimmt kein geld für´s rauchen gehabt. also ein bischen der realität vorbei
Posted by: asangel60 on Do 15:32 04.Jun. | Missbrauch meldenFür die Quote schrecken die TV-Sender vor nichts zurück. Was oder wen ich noch weniger verstehe sind die Eltern der Kinder. Wie arm ist doch unsere Gesellschaft geworden und dann wundert man sich über verloren gegangene Werte. Die Sendung gehört abgeschafft und das so schnell wie nur möglich. Frasu v.d. Leyen ist nicht unbedingt für mich eine Sympathieträgerin aber in diesem Falle hat sie Recht.
Posted by: larado2002 on Do 16:08 04.Jun. | Missbrauch meldenFür die Quote schrecken die TV-Sender vor nichts zurück. Was oder wen ich noch weniger verstehe sind die Eltern der Kinder. Wie arm ist doch unsere Gesellschaft geworden und dann wundert man sich über verloren gegangene Werte. Die Sendung gehört abgeschafft und das so schnell wie nur möglich. Frasu v.d. Leyen ist nicht unbedingt für mich eine Sympathieträgerin aber in diesem Falle hat sie Recht.
Posted by: larado2002 on Do 16:09 04.Jun. | Missbrauch meldenich finde am tapfersten schlägt sich sebastian...der sollte sich mal von seine freundin trennen
Posted by: snippetobias on Do 16:14 04.Jun. | Missbrauch meldenIch find die Sendung unter gewissen Punkten sehr gelungen: 1. Es wird deutlich, dass (manche )Kinder keine Kinder haben sollten 2. Zusammensein und zusammenleben sind zwei paar Schuhe 3. Kinder sind kein Spielzeug Aber leider fehlt echt die Realität bezüglich Folgendem: 1. Es gibt Kinder in (langjährigen) Ehen, den geht es weit schlechter 2. Man hat als 17 Jähriger niemals ein 10 Jähriges Kind, wie in der Sendung später noch als Experiment gezeigt wird 3. Man hat zu eigenen Kindern immer einen anderen Bezug als zu Puppen oder fremden Kindern 4. Es gibt Kinder die gute Eltern sind Auch wird deutlich, dass man bewusst alle Vorurteile zur Show stellen wollte, denn die Paare sind wirklich sehr sehr unreif (Ich konnte in dem Alter schon besser mit meinem Leben umgehen) und haben null Ahnung von Kind und Kegel, Haushalt usw. Es ist echt schade, wenn man mit 19 keine Spühlmaschine anschalten kann beziehungsweise Geschirrspülen. Mal sehen, wie es ausgeht. Konnte mir nur Ausschnitte ansehen, denn am Stück war es eine Qual.
Posted by: proff_84 on Do 16:16 04.Jun. | Missbrauch meldendas schlimmste,was ich je gesehen habe,sie denken nicht an die kleine kindern,,,die mussen viel durch machen,,
Posted by: mgierse on Do 16:48 04.Jun. | Missbrauch meldenja sind wir denn bei "Rent a baby?". Unmöglich ist das was diese Sendung zeigt.Ich bin selber Mutter und würde meine Kinder niemals in diese Teenyhandy geben. Wenn die Sendung vorbei ist werden diese Leute merken das es nicht einfach ist.erst die Babys dann Kleinkinder, grundschüler und halbstarke werden auf Probe dort abgeliefert.Das spiegelt nicht die Realität wieder
Posted by: mara_dohrmann on Do 16:56 04.Jun. | Missbrauch meldenAlso ich finde die Sendung in soweit gut weil diese 4 Testpaare jetzt sehen wie schwer es ist ein Kind zu haben. Wenn diese 4 Paare jetzt auf Kinder verzichten finde ich das die sendung ein gutes hatte. Das sind dann wieder 4 Kinder denen ein Leben in Armut erspart wurde. Vielleicht öffnet diese Sendung ja noch weiterin Teenis die augen, das Kinder nicht so ganz das wahre sind wenn man selbst noch ein Kind ist.
Posted by: mastercheater12 on Do 17:07 04.Jun. | Missbrauch meldenHm, wenn man sich die potentiellen Eltern ansieht, tun einem die zukünftigen Kinder fast Leid. Es fängt mit dem ständigen Rauchen an, dass über Kinder gestellt wird, geht über ziemlich asoziale Sprache und Naivität und endet damit, dass es vollkommen okay ist, die eigene Freundin zu schlagen (und später vielleicht auch das eigene Kind...?) und mit Vorstrafen wegen Körperverletzung (scheint heutzutage ja auch normal zu sein, dass man mit so jungen Jahren schon einen Haufen Anzeigen angesammelt hat) Ich hoffe für die Jugendlichen, dass ihr Verhalten größtenteils entweder gespielt war oder dass sie noch dazu lernen, bevor sie wirklich Kinder bekommen. Die Sendung fand ich größtenteils ziemlich langweilig und werde sie daher nicht weiter verfolgen.
Posted by: lostvampire69 on Do 17:31 04.Jun. | Missbrauch meldenWar ja klar das der Ali kein Bock auf Arbeit hat
Posted by: waddehadde_2000 on Do 17:58 04.Jun. | Missbrauch melden