Lipstick Jungle: Lippenstift statt Sex?

Do 11:56 17.Sep. von Kate

Lipstick Jungle Manche Mädels verzweifeln gern mit den Hausfrauen, andere sehnen sich immer noch nach den guten alten "Sex and the City"-Zeiten zurück. Eine neue Serie soll Abhilfe schaffen: Doch sind die Ladies aus dem "Lipstick Jungle" wirklich ein vollwertiger Ersatz für Carrie & Co.?

Zunächst spricht einiges dafür. Im Pilotfilm werden uns die drei Serienheldinnen vorgestellt: Filmproduzentin Wendy, Zeitschriftenchefin Nico und Modedesignerin Victory sind schön, haben eine grandiose Karriere hingelegt und leben in der Stadt, die niemals schläft - New York. Natürlich geht es auch bei ihnen um (nicht unattraktive) Männer, selbstverständlich sind die Damen immer topgestylt und ohne Frage sind sie wie ihre Vorgängerinnen ein guter Beweis, wie toll, langlebig und wertvoll Frauenfreundschaften sein können.

Bestsellervorlage
Zudem stammt die Vorlage für die Serie ebenfalls von Autorin Candace Bushnell (siehe unterstes Foto). Der gleichnamige Roman war ein Bestseller - und ist nebenbei bemerkt eine sehr zu empfehlende und enorm unterhaltsame Lektüre. Auch die Besetzung kann sich sehen lassen: Leading Lady ist eine Schauspielerin, die wir wie Sarah Jessica Parker bereits aus "Film und Fernsehen" kannten: Brooke Shields. Die haben wir zuletzt für ihre gefühlvolle Rede bei Michael Jacksons Beerdigung bewundert und sahen sie das erste Mal im erotischen Teen-Movie "Die blaue Lagune". Brooke ist immer noch wunderschön und spielt exzellent. Ihre Kolleginnen - Kim Raver und Lindsay Price - stehen ihr kaum nach. Doch hier hören die Gemeinsamkeiten mit "Sex and the City" auf.

Weniger Sex
Zunächst einmal gibt es definitiv weniger Sex - sowohl in expliziter Form als auch als Talkthema. Gut, Magazinboss Nico (verheiratet) hat eine heiße Affäre mit einem schnuckeligen jungen Fotografen. Aber wirklich zur Sache geht's nicht. Und auch sonst sind die Damen in Liebesdingen gesetzt. Da wird mal über Kokosöl für eine intime Massage gesprochen und sich besorgt erkundigt, ob's in der Ehe noch zum Geschlechtsakt kommt, aber das war es dann schon auch. Die Gründe? Wendy und Co. sind schon ein paar Jährchen älter als Carrie und ihre Genossinnen, zwei von ihnen sind verheiratet und die dritte angelt sich schon in der ersten Folge einen millionenschweren Lover, der sie - so viel sei verraten - mit diversen Ups ans Downs bis zum Ende der Serie beschäftigen wird.

Altersfrage?
Die Frage ist nur: Ist das Grund genug? Sicher: Wenn man einen hochkarätigen Job hat, Kinder und einen liebenden Gatten bleibt nicht mehr soooo viel Zeit für atemberaubende Leidenschaft. Allerdings kommt einem der ungute Verdacht, dass die Macher zu viel Offenherzigkeit bei etwas reiferen Frauen für nicht angemessen gehalten haben. Und das ist schade, hat doch Kim Catrall als männervernaschende Samantha bereits das Gegenteil bewiesen.




Keine schrillen Töne
In Sachen Mode wurde ebenfalls ein Gang zurückgeschaltet. Von Extravaganz keine Spur. Wie es sich für erfolgreiche Businessladies gehört, wird viel Kostüm getragen und allenfalls mit schönem Schmuck akzentuiert. Dabei hätte sich der Modeberater der Serie durchaus beim Charakter der Designerin ausleben können. Aber auch wenn sich bei ihr Ansätze zu ausgefallenerem Styling zeigen: Letztlich ist auch sie immer eher brav und "altersangemessen" gekleidet. Fazit: Selbst wenn "Lipstick Jungle" keine SATC-Kopie sein kann und will - der heimliche Hauptdarsteller Mode wird TV-Fashionistas fehlen.


Frauenfragen
Noch ein Manko: Die Dialoge erreichen längst nicht die Brillanz der Gespräche zwischen Carrie, Samantha und Co. Sie werden selten frech, geschweige denn dirrrrrrrrrrty und man hat nicht so viel zu lachen, weil der geschliffene Wortwitz fehlt. Klingt alles allerdings schlimmer, als es ist. Wendy und Konsorten sind eben keine schrillen Typen, sondern sehr erwachsene, erfolgreiche Frauen in den besten Jahren. Bei ihnen geht's ums Thema: Dürfen Frauen Karriere machen und welchen Preis zahlen sie dafür in Gesellschaft, Ehe und Liebesleben?




Das ist aktuell und eine Frage, die viele beschäftigt. Allerdings nicht unbedingt die Jüngeren. Was vermutlich der Knackpunkt ist und Grund dafür, dass die eigentlich ziemlich sympathische und unterhaltsame Serie nach nur zwei Staffeln eingestellt wurde. Einmal mehr hat man da nach der werberelevanten Zielgruppe geschielt, zu denen Frauen um die 40er - zumindest wenn es nach Werbern und TV-Machern geht - nicht gehören. Keine kluge Sicht der Dinge und ein Argument mehr dafür, die ersten und einzigen beiden Staffeln im TV zu genießen.

Findet zumindest

Eure Kate

Lindsay Price - Ohne Fleiß keine Price

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Fotos: Titelbild © NBC Photo:Andrew Eccles, alle anderen Bilder © gettyimages

Mehr zur Serie auf ProSieben.de

 

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Benutzer Kommentare

  • (1)

    Diese Damen sind zwar auch etwas überzeichnet - ich befürchte mal, Amerikanerinnen sind so - aber bei weitem nicht so wie SATC. Mir gefällt diese Serie weitaus besser! (Aber vermutlich bin ich mit über 30 der Zielgruppe näher...)

    Posted by: raphi_baer on Di 14:54 06.Okt. | Missbrauch melden
  • (2)

    ich find sie hauptsächlich langweilig.

    Posted by: ashmodai777 on Sa 13:22 17.Okt. | Missbrauch melden