Supertalent, Show 2: Jenseits der Schamgrenze

So 10:44 18.Okt. von Kate

Dieter Bohlens Supertalent

Immerhin, diesmal musste man nicht so viel leiden, wie bei der ersten Show. Aber ein Supertalent war auch nicht in Sicht. Dafür ein verrückter Bauchmuskelperformer, trompetende Twins und Kinder berühmter Eltern.

"Als der liebe Gott damals das Hirn verteilt hat, warst Du glaub ich grad Sit-ups machen." So Dieters vernichtendes Urteil zum ersten Wagemutigen des Abend. Der heißt Ingo und behauptet von sich, die härtesten Bauchmuskeln Deutschlands zu haben. Die hat er natürlich nicht. Dafür eine irre Wuschelfrisur und keine Ahnung, dass er sich vor Millionen Menschen zum Affen macht mit seiner kunstfreien Tanz-Kraftsport-Kombi. Da hilft's auch nix, sich aufs Jurypult zu schmeißen. Natürlich ist "Superingo" raus - und ist ein fragwürdiges Beispiel mehr für die Lust des privaten Fernsehens an schlichten Gemütern, die für ein bisschen Ruhm ihre Würde aufgeben.

Neben Kandidaten, die fürs Fremdschämen engagiert werden, gibt es die "schweren Schicksale". Leicht zu erkennen an der unterlegten Tragikmusik im Vorstellungsclip. So auch bei Maria, einer 45-jährigen überdrehten Mehrfachmama, die ein Kind verloren hat. Das ist furchtbar und sollte nicht für TV-Quoten in Szene gesetzt werden. Aber solange wir und die Kandidaten mitmachen... Maria also will singen, tut's auch und macht es so schlecht nicht. Eine Runde weiter.

Schwebendes Schnittchen
Dann gibt's was fürs Frauenauge: Dima aus Moskau kommt mit hautengen Leggins und freiem Oberkörper in Sahneschnitten-Ausführung. Der Athlet legt eine 1-a-Performance an der Stange hin, um die er fast schwerlos schwebt. Für die anschließende Entzauberung sorgt zuverlässig der Dieter mit gespieltem Bedauern. Mit "Du scheinst dir wehgetan zu haben - du hast da ja ne Riesenschwellung," spielt er auf Dimas stretchumspielten Intimbereich an. Weiter ist er natürlich, allerdings sagt die Erfahrung, dass Akrobaten im Finale letztlich doch keine Chance haben.

Musikalische Adern
Dann muss wieder gelitten werden: Der 15-jährige Jan tritt mit rosa Bunnyohren auf dem Kopf auf und will Küblböck singen. Keine gute Idee, einen schlechten Sänger schlecht zu kopieren. Geht auch gründlich schief und ist ziemlich peinlich. Unnötig böse ist Dieters Rausschmiss trotzdem: "Hier musst Du mehr draufhaben als Zahnbelag und Hüftspeck." Seine Nachfolger sind ähnlich begabt. Auch sie können eigentlich nix, haben dafür aber ganz viel Enthusiasmus zu bieten. Die 45-jährigen Zwillinge, beide Bäcker, plauschen im Dittsche-Dialekt über ihre "musikalischen Adern" und dass sie sich beim Musikmachen wie freie Vögel fühlen. Ihre Performance hat was von Buchstabentanzen à la Walddorfschule und bringt sie natürlich nicht weiter.

Singender Fensterputzer
"Heiß! Heiß! Heiß!" Das nächste Paar lässt Bruce schwärmen. Sven und Roma (im Leder- Supermini) legen im Wahnsinnstempo eine tatsächlich spektakuläre Rollschuh-Akrobatik-Nummer aufs Parkett und lösen so ein Ticket für die nächste Runde. Und schon ertönt wieder die Schicksalsmelodie: Auftritt Peter, Sohn des einigermaßen bekannten Schauspielers Günther Kauffman ("Wickie"). Vom Promibonus in seinem Leben anscheinend keine Spur. Er verdient sich sein Geld mit Fensterputzen, trauert um jung gestorbene Freunde und glaubt fest daran, dass ihm seine verstorbene Mutter zusieht. Singen kann er auch ein bisschen, gut genug für die Jury.

Profikinder
Es folgt das erste Kind des Abends. Richard ist mit seinen zehn Jahren schon ein Vollprofi. Lächelt und winkt wie ein alter Showhase und erobert mit Nenas "Leuchtturm" und seiner Zugabe, dem Kelly-Hit "Angel", das Publikum. Er kommt ebenso weiter wie Varietékünstler Valentin, der im Wurmkostüm Verrenkungen vollführt. Kind Nummer zwei will tanzen. Die Hip-Hop-Nummer des siebenjährigen Ethan ist auch ganz originell. Laut Dieter stört eigentlich nur eins: Sein erwachsener Mitperformer Ali. Kind Nummer drei ist gleichzeitig Promispross Nummer zwei. Ihre Erzeugerin: Die ehemals erfolgreiche Schlagersängerin Michelle, die angeblich was dagegen hat, dass ihre 13-Jährige Tochter beim "Supertalent" ihr Glück versucht. Durchgesetzt hat sie sich leider nicht. Celine singt. Nicht besonders gut, aber so, das man sie mit Bedenken weiterlässt.

Pangeflöte
Krönender Abschluss soll die 28-jährige Panflötenspielerin Petruta sein. Auch sie kriegt einen gefühlvollen Einspieler (alleinerziehende tapfere Mutter in Rumänien, behinderte Schwester) bevor sie lospustet. James Lasts "Einsamer Hirte" säuselt gefühlvoll durchs Auditorium. Klingt vielleicht fies: Aber das hat man in gleicher Qualität schon auf zig Entspannungs-CDs gehört. Aber Petruta ist so sympathisch, dass es auch mit ihr ein Wiedersehen geben wird.

Geschafft, Show Nummer zwei liegt hinter uns. Gänsehautfrei, teils schmerzhaft, teils erträglich. Nächsten Samstag geht's weiter. Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie unsere TV-Kritik oder fragen sie ihren gesunden Menschenverstand. Empfiehlt...

Eure Kate

 

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Fotos: © RTL/Max Kohr

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Benutzer Kommentare

  • (1)

    einmal sich so einen scheiss anschauen,ist einmal zuviel.seit ihr deutschen wirklich so blöde um so etwas zu produzieren ?

    Posted by: lybiafan on Mi 19:58 21.Okt. | Missbrauch melden
  • (2)

    momentmal!zu kommentar von Iybiafan:wo kommst du denn her?zu deiner info diesen abgedroschenen mist gibt es mittlerweile in fast jedem land..das konzept kommt im uebrigen aus den usa und ist dort nicht besser produziert..es ist einfach so das das ganze vielleicht ein bis max. zweimal wirklich interessant ist..irgendwann sind nun mal die Talentresourcen ausgeschoepft..ich find es es trotzdem eigenartig das es tatsaechlich leute gibt die sich freiwillig so zum affen machen lassen!(da wundert es mich am wenigsten das da die kinder von "promis" auf die buehne gezwungen werden-traurige sache)

    Posted by: crazy_louisianna on Do 04:43 22.Okt. | Missbrauch melden
  • (3)

    www.seidseit.de

    Posted by: hmgoldhammer on Di 12:55 03.Nov. | Missbrauch melden
  • (4)

    schwachsinn, schwachsinn, schwachsinn. Volksverdumung

    Posted by: danielrique86 on Di 17:12 03.Nov. | Missbrauch melden