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«Der Papa wird hier bald Chef», bellt er jedem, der es nicht hören will, entgegen. Karriere, sülzt er weiter, ist wie die Tour de France. «Entweder Du fährst mit Schweineblut oder mit Windschatten - immer so knapp hinterm Arsch vom Vordermann.» Wer für diese Zitate verantwortlich zeichnet? Stromberg, Bernd Stromberg, gespielt von Christoph Maria Herbst. Der stellvertretende Leiter der Abteilung Schadensregulierung bei der Capitol Versicherung startet in zehn neuen Folgen noch einmal durch und will wieder nach oben.
Auf seinem unaufhaltsamen Weg auf der Karriereleiter ist kein Hindernis zu groß. Der Kantinenkoch ist dabei das kleinste Problem. Vor ihm quetscht Stromberg mit bloßer Hand den Heidelbeerkuchen aus und kommentiert total arrogant: «Schmeckt wie Oma unterm Arm.» Der Bürohengst empfiehlt dem «Kantinen-bin-Laden» oder «Mikrowellen- Mongo», wie Stromberg den glatzköpfigen Küchenmeister nennt, sich selber ins heiße Wasser zu stellen und als Würstchen servieren zu lassen. «Und die grünen Bohnen verkaufst Du wohl als Froschschenkel, wie?»
Stromberg wäre nicht Stromberg, würde er mit solchen Entgleisungen nicht ganz fürchterlich gegen die Wand fahren. Denn wenig später offenbart sich, dass der Kantinenchef kein geringerer als der Cousin eines Vorstandsmitglieds ist, und schon läuft die Beschwerde gegen Stromberg - die Karriere des profilneurotischen Schwätzers wird zur Hängepartie. Die widerliche Hauptfigur, in der jeder Zuschauer Züge von sich selbst entdecken kann, ist für Hauptdarsteller Herbst ein «masochistischer Anteil in mir, zu dem ich stehe», wie der 43-Jährige zugibt.

(Bild von: ProSieben / Willi Weber)
«Stromberg», inzwischen in der 4. Staffel angelangt, hing länger am seidenen Faden, ähnlich wie Strombergs Karriere, denn die Quoten waren nie überzeugend. Dafür wurde das dokumentarisch wirkend gedrehte Material bereits 130 000 Mal als DVD verkauft, wie ProSieben zu berichten weiß. «ProSieben setzt am wenigsten Gewicht auf die nüchternen Zahlen», sagt Produzent Ralf Husmann von der Firma Brainpool, der selbst bei Stromberg das «Miteinander von Tragik und Komik» bewundert. «Man verlässt sich beim Sender darauf, was man gut findet und vertraut auf eine langfristige Entwicklung.»
Die Originalvorlage der Serie stammt aus England und heißt «The Office». Aber von diesem Vorbild hat sich Stromberg weit entfernt und hat seine eigenen Konturen entwickelt. Der deutsche Bürochef ist nicht so wie sein britischer Kollege ein Faxenmacher und großer Komiker. Er prahlt und wettert in einem Großraumbüro, in dem jeder seine eigenen Probleme wälzt und seinen eigene Variante von Eskapismus herausgebildet hat, um der Willkür des widerlichen Chefs zu entgehen. Dabei ist der, sagt Husmann, eigentlich ein ganz einsamer Mensch auf der Suche nach Anerkennung.
(Bild von: ProSieben / Willi Weber)
Eine nächste Staffel von «Stromberg» ist derzeit nicht in Planung. Vielmehr arbeitet die Produktion an der Vorbereitung eines Kinofilms. Husmann kümmert sich um die Finanzierung, die auch aus Fördermitteln zustande kommen soll. In den Sternen steht jedoch die Zukunft der zweiten Brainpool-Serie für Sat.1: «Der kleine Mann» lief bei ProSieben nach Quoten unter den Erwartungen. Doch Husmann hofft auf die Wiederholung. Wenn dann die Marktanteile im Vergleich zur Premiere steigen, ist die Chance auf eine Fortsetzung deutlich höher.
Quelle Hamburg (dpa)
Weitere verbale Schmakerl:
„Gerade wenn Du beruflich kurz vor Waterloo stehst, ist so ‘ne
zwischenmenschliche ... Frau ... das ist dann eben umso wichtiger."
„Hier kommt jetzt mal ein bisschen Zug in die Bude: Diese, ich sage mal,
polnische Arbeitsmoral, damit ist Feierabend."
Christoph Maria Herbst im Interview
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Benutzer Kommentare
Stromberg ist einfach nur geil! Bernd Stromberg ist ein Ar***, aber ein symphatischer. :)
Posted by: arwen_abendstern1986 on Mi 21:21 04.Nov. | Missbrauch meldenStromberg ist genial:D
Posted by: larsdietrich90 on Fr 13:47 06.Nov. | Missbrauch melden