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    Thomas Gottschalk versus Frank Elstner: Der große TV-Clash

    Pünktlich zum Start der sechsten Staffel von „Das Supertalent" musste sich Thomas Gottschalk erneut harsche Kritik anhören — und zwar von „Wetten, dass..?"-Erfinder Frank Elstner. Der „Supertalent"-Juror geht nun in die Offensive. „Frank Elstner darf mir alles sagen, aber er hat nicht immer Recht", so der 62-Jährige.

    Damals schien noch alles in Butter: Frank Elstner und Thomas Gottschalk 2011 bei "Wetten, dass..?" (Bild: ddp images)Damals schien noch alles in Butter: Frank Elstner und Thomas Gottschalk 2011 bei "Wetten, dass..?" (Bild: ddp  …

    „Wenn er mir in einem Interview vorwirft, ich hätte mich auf Lady Gaga nicht vorbereitet, dann ist das ein Widerspruch in sich", verteidigt sich Gottschalk in der „Bild"-Zeitung gegen die Verbalattacke von Kollege Frank Elstner. Die meisten Gäste seien mehr oder weniger „gaga" und „mit einem journalistischen Anspruch hatte mein Job auf der ,Wetten, dass ..?'-Couch nie etwas zu tun". Wer glaube, dass Gäste zu "Wetten, dass..?" kommen würden, um interviewt zu werden, täusche sich.

    Elstner, „Wetten, dass..?"-Erfinder und erster Moderator der ZDF-Show, hatte Gottschalk in einem Gespräch mit dem „Spiegel" kritisiert. Als „Wetten, dass..?"-Zuschauer habe sich Elstner immer geärgert, wenn Gottschalk „Weltstars zu Gast hatte und ihnen oft keine vernünftigen Fragen gestellt hat. Es reicht nicht, Lady Gaga einzuladen - man muss sich auch auf sie vorbereiten. Bei Thomas wirkt es immer so, als müsse sich ein Moderator nicht anstrengen."

    Das ist grundsätzlich keine neue Kritik an Gottschalk. Immer wieder bekam der Entertainer zu hören, er bereite sich nicht ausreichend auf  seine Gäste in der ZDF-Show vor. Doch eben diese Nonchalance war es auch, die Gottschalks Moderationsstil bei „Wetten, dass..?" so besonders machte.

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    Dass ein Frank Elstner auf der Couch mit hochkarätigen Gästen lässig Fragen aus dem Hut zauberte, die dem Star-Interview einen munteren Plauderton verliehen — undenkbar! Elstners Aussage, er habe bei „Wetten, dass..?" früher so geschwitzt, „dass ich mir in Hemden und Sakkos extra Dreiecke habe einnähen lassen", unterstreicht diesen Gegensatz nur.

    Schon in seiner Biografie „Wetten Spaß" hatte Elstner ähnliche Vorwürfe in Richtung Gottschalk geäußert. Warum der 70-Jährige nun erneut gegen Gottschalk schießt, nachdem die letzte Folge der Smastagabend-Show mit Tommy bereits im Dezember vergangenen Jahres ausgestrahlt wurde, erscheint wunderlich.

    Offenbar spielt verletzte Eitelkeit eine Rolle. Denn dass Gottschalk „nach seinem Weggang vom ZDF ,Wetten, dass...?' als ,abgenagten Knochen' bezeichnet hat, fand ich als Erfinder dieser Show nicht in Ordnung", so Elstner weiter. Immerhin habe die Show Gottschalk zum Multimillionär gemacht.

    Möglicherweise fällt es Elstner auch schwer, als Ziehvater Gottschalks dessen weitere Karriere nach seinem Ausstieg bei „Wetten, dass..?" zu akzeptieren. Gottschalks ARD-Vorabendshow war ein Flop auf  ganzer Linie. Danach heuerte er bei  „Das Supertalent"  an — ohne Frage eine erfolgreiche Sendung, nur spielt Gottschalk bei RTL neben Jury-Boss Dieter Bohlen lediglich die zweite Geige.

    Für den Privatsender erwies sich der einstige Quotenkönig noch nicht als der erhoffte Heilsbringer in Sachen Zuschauergunst. Lediglich 6,34 Millionen Menschen wollten die Premiere Gottschalks bei „Das Supertalent" sehen. Damit holte die Sendung zwar am Samstagabend den Quotensieg, startete aber schlechter als im vergangenen Jahr.

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    Gottschalk gibt sich indes betont lässig: „Hört mir auf mit schlechten Kritiken und schwachen Quoten, damit macht mir keiner mehr die Stimmung kaputt. Es haben viele zugeschaut und lustig war's", so der Show-Veteran zur „Bild". „Ich könnte bei einer Tasse Tee in Malibu sitzen und darüber klagen, wie schlimm das Fernsehen geworden ist, aber lieber spiele ich noch ein bisschen mit."

    Fragt sich nur, wie lange noch. Falls „Wetten, dass..?" mit der Neubesetzung durch Moderator  Markus Lanz ein Erfolg werden sollte, wird Gottschalk bei der RTL-Konkurrenz besonders schlecht dastehen. Mehrmals werden die beiden Sendungen am Samstagabend zeitgleich in den Startlöchern stehen und sich im direkten Quotenkampf behaupten müssen.

    Was die neue „Wetten, dass..?"-Besetzung angeht, gibt sich Elstner jedenfalls zuversichtlich:  „Die Nachfolgesuche des ZDF war ein erbärmliches Schauspiel. Aber sie haben jetzt den Richtigen gefunden", so der 70-Jährige, der große Stücke auf den Moderator aus Südtirol hält. „Ich hatte Lanz vor drei Jahren der ARD vorgeschlagen, aber deren Verantwortlicher lehnte ihn mit der Begründung ab, Lanz erinnere ihn an einen Kellner in einem Wiener Kaffeehaus." Er sei sicher, dass die ARD sich heute schwarz ärgere.

    Scheitert Lanz jedoch bei „Wetten, dass..?", wer weiß, ob das ZDF nicht doch noch mal mit Gottschalk um die Ecke kommt. Nach Wolfgang Lipperts Quotendesaster Anfang der 90er musste es der Entertainer schließlich schon einmal richten. Vielleicht sollte Elstner also nicht ganz so heftig gegen seinen „abtrünnigen Sohn" wettern.

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