Sitcoms sind nicht selten soziologische Experimente. In „Die Nanny" trifft eine prollig-sirenenhafte Mini-Jobberin aus Queens auf einen verstockten, verwitweten Millionär von der Upper East Side (samt seiner psychisch leicht angeknacksten Kinder). Was dann folgt? Na klar, eine Romanze. Aber auch ungebändigtes Chaos! Und Mutter Sylvia. Ab 1993 (in Deutschland ab 1995 auf RTL) wirbelte „Die Nanny" das Leben der Familie Sheffield durcheinander und zeigte, was wirklich wichtig ist im Leben: Herz. Humor. Und eine große Klappe. Nach sieben weltweit erfolgreichen Staffeln gab's das Happy End für Fran Fine und ihren Boss. Doch was wurde danach aus den Serien-Stars?
Fran Drescher
Als Nanny wurde sie berühmt (und nebenbei als Produzentin, Drehbuch-Autorin und Serien-Erfinderin auch steinreich). Privat blickt die so lebensfrohe 53-Jährige auf einige Tragödien zurück. So wurde sie 1985 in ihrer Wohnung in Los Angeles von einem bewaffneten Mann vergewaltigt und ausgeraubt. Bereits 1983 überstand sie eine Brustkrebs-Erkrankung. Im Jahr 2000 wurde bei ihr ein Tumor in der Gebärmutter festgestellt, an dem sie offenbar schon zwei Jahre lang gelitten hatte. Die Operation verlief zum Glück erfolgreich und ohne Komplikationen. Seitdem engagiert sie sich - auch auf politischer Ebene - für die Krebsfrüherkennung bei Frauen. 2007 gründete sie dafür eine eigene Organisation: „Cancer Schmancer". So heißt auch eine ihrer zwei Autobiografien, in der sie schreibt: „Mein ganzes Leben drehte sich immer nur darum, negative Dinge in positive umzuwandeln." Für ihre Verdienste wurde sie von der US-Regierung 2008 in den Diplomaten-Rang erhoben. Seither reiste sie als offizielle „Abgesandte für Frauengesundheitsfragen" etwa in den Kosovo, nach Rumänien oder Polen.
Doch die Schauspielerei hat Fran Drescher trotzdem nicht aufgegeben. Im Juni startet ihre neue Sitcom „Happily Divorced" (Glücklich geschieden) in den USA.
Auf der Leinwand debütierte die New Yorkerin übrigens schon 1977 im Disco-Klassiker „Saturday Night Fever" als heißer Travolta-Flirt.

Charles Shaughnessy
Die Nanny wäre beeindruckt: 2007 erbte der Schauspieler von einem verstorbenen Cousin den britischen Adelstitel „Baron". Seitdem trägt der 56-Jährige die offizielle Anrede „The Right Honourable The Lord Shaughnessy". Der Darsteller des Maxwell Sheffield entstammt einer britischen Showbusiness-Familie und stand bereits in den 60ern als Kind auf der Theaterbühne. Nach einem Jura-Studium in Cambridge lernte er in einer Schauspielschule in London seine zukünftige Frau kennen. Ihr folgte Shaughnessy Anfang der Achtziger in deren Heimat: Los Angeles. Dort wurde er schon bald mit der Seifenoper „Zeit der Sehnsucht" berühmt. Seit dem Ende von „Die Nanny" gastierte er in Serien wie „Veronica Mars" oder „Mad Men".

Daniel Davis
Als Sheffields ebenso treuer wie spitzzüngiger Butler Niles erntete Daniel Davis stets die größten Lacher der Show. Auch er feierte vorher seinen Karriere-Durchbruch in einer Soap Opera: dem in Deutschland nie gelaufenen „Dallas"-Abklatsch „Texas". Für den 65-Jährigen bleibt „Die Nanny" der größte TV-Erfolg. Seine lebenslange Leidenschaft bleibt das Theater. So trat er bis heute in 31 (!) verschiedenen Shakespeare-Stücken auf. Für das Broadway-Stück „Wrong Mountain" wurde er 2000 für den Tony Award nominiert. Auch im Kino war er schon in Nebenrollen zu sehen, so etwa in „Jagd auf Roter Oktober" (1990) oder „The Prestige" (2006).

Lauren Lane
Unvergessen bleibt auch Serien-Zicke C.C. Babcock: Maxwells heimlich verliebte Business-Partnerin, Niles' Nemesis - und, zum Happy End: Braut und Mutter seines Kindes -, Frans überhebliche, sarkastische Rivalin. Als Darstellerin Lauren Lane 1997 schwanger war, wurde ihre Rolle übergangsweise aus der Serie herausgeschrieben und C.C. nach einem Nervenzusammenbruch für drei Monate in ein Sanatorium verfrachtet. Mit ihrer mittlerweile 13-jährigen Tochter (und drei Boxer-Hunden) lebt Lauren in Texas und Los Angeles. Von ihrer TV-Karriere hat sie sich bereits vor zehn Jahren verabschiedet. Zurzeit ist sie Theater-Professorin an der Universität von San Marcos, Texas.

Madeline Zima
Ist DIE aber groß geworden! Fans der Serie „Californication" kennen Madeline Zima als frühreifen One-Night-Stand aus der Hölle. Noch zehn Jahre zuvor spielte sie als hochintelligentes Nesthäkchen des Sheffield-Clans Gracie ihre erwachsenen Kollegen ein ums andere Mal an die Wand. Kein Wunder: Der Kinder-Star stand schon im Alter von zwei Jahren vor der Kamera. Bis vergangenes Jahr hatte sie eine feste Rolle als bisexuelle Freundin von Hayden Panettiere in „Heroes". Zuletzt drehte die 25-Jährige die Indie-Kinofilme „Crazy Eyes" und „Lake Effect" ab.

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Benjamin Salisbury
Als „Brighton" war er der amüsant-altkluge Snob in spe - und wurde zum Kinder-Star. Heute hat sich der 30-Jährige von seiner Schauspiel-Karriere abgewendet. Er studierte Fernseh-Journalismus in Washington, D.C., ist seit 2006 verheiratet und lebt in Los Angeles. Dort arbeitete er zuletzt in der Entertainment-Abteilung des Eishockey-Teams LA Kings.

Nicholle Tom
Die Figur der schüchternen Sheffield-Tochter Maggie wurde noch kurz vor Serien-Start erfunden - als nötiger Kontrast zur Übermacht an doch eher unverblümt dauerquasselnden Charakteren. Nicholle Tom war zu diesem Zeitpunkt bereits durch die „Ein Hund namens Beethoven"-Filme bekannt geworden war. Seit dem Ende der Serie spielte sie vor allem in US-Fernsehfilmen und als Gast in Serien wie „Cold Case" oder „The Mentalist".

Renee Taylor
Die heute 78-Jährige hatte vor ihrem Erfolg als Fran Fines äußerst präsente Mutter schon eine beachtliche Hollywood-Karriere hinter sich. 1970 war sie zusammen mit ihrem Ehemann Joseph Bologna (die zwei sind heute seit 46 Jahren verheiratet) für einen Drehbuch-Oscar für den Film „Love and Other Strangers" nominiert. Zuvor spielte sie für Mel Brooks in dessen Satire „Frühling für Hitler" die Rolle der Eva Braun. In jüngerer Zeit war Taylor u.a. als Nachbarin in „How I Met Your Mother" sowie in den Teenager-Serien „Victorious" und „Shake It Up" zu sehen.

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