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    „17 Meter”: Menschliche Monstertrucks und Quatsch vom Feinsten

    Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf entkommt man nicht: Schließlich sind der Nerdbrillen-Hipster und der kleine Fiese als Helden der Sparkasse in gefühlt jeder Werbeunterbrechung zu sehen. Dumm nur, dass der Spot nur mittelwitzig ist — und Werbung selbst den größten Fan irgendwann nervt. Vor allem aber hat das Duo mehr drauf als nur Sprüche aufzusagen. Am Samstag konnten die beiden ihr Talent wieder zur Primetime unter Beweis stellen: Sie moderierten die ProSieben-Spielshow „17 Meter - Wie weit kannst Du gehn".

    Joko (5.v.l.) und Klaas (5.v.r.) als Teamkapitäne an der Seite ihrer Mannschaft (Bild: ProSieben)Joko (5.v.l.) und Klaas (5.v.r.) als Teamkapitäne an der Seite ihrer Mannschaft (Bild: ProSieben)

    Die härteste Quizshow der Welt

    „17 Meter" ist laut Sender die „härteste Quizshow der Welt". Tatsächlich müssen Mitglieder von zwei gegnerischen Teams nur besagte 17 Meter überwinden, bevor sie den gesuchten Begriff auflösen können. Doch die Strecke hat es in sich, schließlich kommt sie in jeder Runde als ein anderer Hindernisparcours daher — und zwar jeweils in einer zarten und verschärften Version. Dem Siegerteam winkt ein Gewinn von bis zu 100.000 Euro. Joko und Klaas, die bereits im vergangenen Jahr die erste Staffel der Show moderiert haben, sind diesmal wieder Teamkapitäne. Dass den Kapitän des Verliererteams eine grausame Strafe erwartet — ein Zahnarzt spritzt ihn moderationsunfähig —, soll Extramotivation sein.

    Joko allerdings ist sein Dödel-Image wichtiger: Er sucht sein Team nämlich in — huahua — Kuchen und klatscht dort erst mal einem Einheimischen eine Torte ins Gesicht. Brüller! Sein Team besteht aus dem Küchenpersonal des örtlichen Hotelrestaurants und einem ehemaligen Playmate. Zum Abschluss der Kennenlernrunde können Ludwig, Tobias, Matze und Kerstin immerhin schon passabel drohen: „Klaas, ich mache aus deinem Team Gurkensalat!" Klaas selbst sucht „menschliche Monstertrucks" und vermutet sie aus unerfindlichen Gründen in Mainz. Die „American Gladiators" Markus, Heidi, Jens und Josef bringen ihm sicher den Sieg. Denn wer in fleischfarbenen Tops mitten in Mainz Strumpfhosen-Tauziehen macht, übersteht bestimmt auch die Runden im Fernsehstudio.

    Kerstin (Team Joko) beim Bürostuhlrennen mit Feuerlöscher-Antrieb (Bild: ProSieben)Kerstin (Team Joko) beim Bürostuhlrennen mit Feuerlöscher-Antrieb (Bild: ProSieben)

    Extreme „Schnick, Schnack, Schnuck"

    Tatsächlich gibt es schon beim ersten zarten Durchgang — die 17 Meter führen durch einen bodenlosen Glastunnel — einen Zwischenfall: Tobias (Team Joko) fällt aus dem Kasten und verletzt sich. Während er ins Krankenhaus gebracht wird, springt Ersatzkandidat Michael ein. So aufgestellt, bestreiten die Teams Bürostuhlrennen mit Feuerlöschern als Antrieb, surfen auf Metallflügeln oder puzzeln sich zum Ziel. Originell ist auch „Stein, Schere, Papier", bei dem die Kandidaten jeweils 17 Gegner im „Schnick, Schnack, Schnuck" bezwingen müssen. In der zweiten Stufe werden zusätzliche Hindernisse eingebaut oder die Kandidaten baumeln von der Decke, während sie Rechtecke zusammenlegen.

    Wie sich die Kandidaten quälen, ist beeindruckend. Was aber nervt, ist, dass bei dem ganzen Geturne das Quiz runterfällt. Denn die Ratebegriffe sind mit „Klaas" oder „Piraten" extrem naheliegend und die Hinweise dazu sind eher aus der Kategorie Holzhammer als dezente Fingerzeige. Auch nicht hilfreich, dass Team Klaas schnell in Führung geht: Schon in Runde sieben ziehen sie ins Finale ein. Im Finale selbst, bei dem die Mannschaft möglichst vollständig über wackelnde „Blumen" auf eine Plattform übersiedeln muss, gibt es allerdings einen Hauch von Nervenkrieg. Schließlich fällt das zweite Teammitglied ganze vier Mal auf den Boden und verliert wertvolle Zeit. Weil so nur das halbe Team die Aufgabe schafft, gibt es für Team Klaas nur 20.000 Euro statt der vollen Gewinnsumme.

    Der Parcours bei „17 Meter“ muss auch von der Decke hängend bezwungen werden (Bild: ProSieben)Der Parcours bei „17 Meter“ muss auch von der Decke hängend bezwungen werden (Bild: ProSieben)

    „Es ist immer noch Joko Winterscheidt"

    Was der Sendung an Spannung fehlt, machen allerdings Joko und Klaas wieder wett. Als Kapitäne halten sie die Moral hoch, herzen die Teammitglieder und dissen die Gegner. Dass sie sich dabei selber nicht ganz grün sind, sorgt für die größten Spaßmomente. Nachdem der bestrafte Joko zum Beispiel mit betäubtem Unterkiefer nur noch unverständlich nuschelt, lässt Klaas ihn Champagner trinken — der Joko gleich wieder aus dem Mund läuft. Dazu witzelt Klaas: „Man hat das Gefühl, man sieht einen Tatort mit Til Schweiger, aber es ist immer noch Joko Winterscheidt."

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