Roman Sasse (Barnaby Metschurat) lebt mit zwei Familien zusammen - ohne dass die eine etwas von der anderen weiß. Fremdgehen für Fortgeschrittene, könnte man jetzt vielleicht witzeln, wenn man auf das groteske Lügenkonstrukt blickt, das dieser Mann sein Leben nennt. Doch der Kalauer bleibt einem im Halse stecken, denn im neuen Kölner "Tatort" ist absolut nichts lustig, schon gar nicht die Geschichte des zweifachen Familienvaters Sasse. "Trautes Heim" ist solideste, seriöse Krimikost mit einem Plot, der wahrscheinlich gar nicht so abstrus ist, wie es zunächst erscheint.
Schenk (D. Bär, l.) und Ballauf (K. J. Behrendt) haben viel gesehen, aber der neue Fall macht die altgedienten Krimi-Hasen fassungslos (Bild: WDR / Stratmann).
Die meisten Familienväter werden sofort unterschreiben, dass sie mit ihrem ganz normalen Alltagswahnsinn schon gut ausgelastet sind. Wer mag sich schon ausmalen, wie es ist, wenn man sich gleichzeitig um zwei Familien und zwei Haushalte kümmern muss, wenn man neben der Ehefrau seit vielen Jahren eine heimliche Geliebte hat, wenn man zwei Kinder mit verschiedenen Frauen hat, wenn man kurzum ein Doppelleben führt.
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