Ran an den Speck: In acht Folgen der RTL-Reihe „Alexa — Ich kämpfe gegen Ihre Kilos!" schult eine Ernährungswissenschaftlerin schwer Übergewichtige mit lebenswichtigen Tipps, wie sie ihre Essgewohnheiten besser in den Griff bekommen.
Foodcoach im Einsatz: Alexa Iwan (links) redet Sandra ins Gewissen (Foto: RTL).
„Warum macht Sie das denn?": Man spürt richtig, wie Alexa Iwan leidet. Gerade eben hat die resolute 45-Jährige, die sich für die acht Folgen ihrer RTL-Helptainment-Reihe „Alexa — Ich kämpfe gegen Ihre Kilos" (Start: ab Mittwoch, 11.7.) neudeutsch „Foodcoach" nennen darf, etwas Fürchterliches beobachtet. Sandra Schultheiß, eine schwer übergewichtige Berliner Mutter, hat ihr gerade gezeigt, wie sie für sich und Sohnemann Frank ein leckeres Abendessen zubereitet. Auch er bringt für seine 13 Jahre deutlich zu viel auf die Waage.
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Auf dem Speiseplan steht Kartoffelbrei, die Erdäpfel schwitzen bereits im Topf — als Sandra es gut meint und eben noch mal mit dem Löffel durch die Butter fährt. Beim Viertelpfund-Päckchen fehlt nach der Kartoffel-„Veredelung" nach Hausfrauenart plötzlich die Hälfte. Foodcoach Alexa Iwan rollt entsetzt die Augen. So viel Fett muss doch nicht sein, klagt sie — und weiß bereits, welche Lektion sie der Frustesserin Sandra als erstes auf ihren neuen Lehrplan setzen wird.
Resolute Haushaltshilfe: Alexa Iwan verrät, wie man vernünftig kocht (Foto: RTL/Ruprecht Stempell).
Immerhin hat sich die überforderte Alleinerziehende, die mit ihren Pfunden schwer unglücklich ist, sich selbst bei Alexa Iwan und dem RTL-Team gemeldet — flehentlich sogar. Die ausgebildete Ökotrophologin Iwan ahnt bereits, dass sie mit ihrer Ernährungsberatung ganz unten anfangen muss — bei der Nahrungsmittelkunde und bei praktischen Kochtipps. Tränendrüsenfernsehen als echte Lebenshilfe. Einer der Ratschläge: Wer beschichtete Pfannen und Töpfe benutzt, muss zum Braten und Brutzeln kein zusätzliches Fett beigeben. Es ist eine banale Erkenntnis, die viele ihrer Schützlinge ernsthaft zu überraschen scheint.
"Wir machen keine Show", versichert Coach Alexa Iwan (links, Foto: RTL).
„Ich mache keine Beratung am Schreibtisch", versichert Alexa Iwan energisch. „Ich coache die Leute, indem ich mich bei ihnen zu Hause neben sie stelle und in ganz alltäglichen Fragen berate." Wichtig ist ihr, dass die Familien wirklich kooperieren wollen. „Ich gebe den Impuls", erklärt sie. Umsetzen müssen ihn dann die Betroffenen selbst. Sie sollen künftig besser auf die Herkunft der Zutaten achten und um offensichtliche und versteckte Kalorienbomben (Fertiggerichte!) einen Bogen machen. „Ich mache keine Diät mit den Leuten", beteuert Alexa Iwan daher. „Es geht darum, zu verstehen, wie man sich mit einer guten und ausgewogenen Lebensmittelauswahl richtig ernährt."
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Iwans Sendereihe, die im April vergangenen Jahres in einer ersten Testfolge über vier Millionen Zuschauer vor die Bildschirme bannte, kommt erzieherisch daherkommt — und das mit durchaus forderndem Zungenschlag. Selbst Kritik am übermäßigen Fernsehverhalten muss in der RTL-Sendung erlaubt sein. „Fernsehen kann sehr blöde machen", sagt Alexa Iwan unumwunden, „weil es blöde Sendungen gibt". Allerdings gehört der TV-Konsum einfach zu unserem Alltagsleben dazu — gute Sendungen können durchaus Lebenshelfer sein. Dass sie damit auch ihre eigene Dokutainment-Reihe meint, verwundert nicht wirklich. „Es geht um den maßvollen Umfang", sagt die telegene Food-Expertin. „Die Dosis macht das Gift."
Auch Frank hat schon ein paar Pfunde zuviel auf den Rippen (Foto: RTL).
Etwas gereizt reagiert sie, wenn man ihre Sendereihe mal wieder mit der SAT.1-Sendung „The Biggest Loser" vergleicht, in der zuletzt Kickbox-Expertin Christine Theiss Übergewichtige beim Ausdauertraining schwitzen ließ. „Was wir machen, ist keine Show", sagt Alexa Iwan. „Es ist der ganz ernsthafte Versuch, übergewichtigen Menschen zu helfen." Daher könne man anders als bei reißerischen Abspeck-Wettbewerben auch gar nicht mit Hauruck-Erfolgen rechnen, die sich nach dem Vorher-Nachher-Prinzip so schön im Fernsehen in Szene setzen lassen. Alexa Iwan fordert Gelassenheit und eine Strategie der kleinen Schritte ein. „Es geht hier um Verhaltensänderungen", sagt sie. „Das ist wie beim Rauchen-Abgewöhnen - es ist ein mühsamer, langer Prozess." Künftig nicht mehr mit dem Esslöffel durch die Butter zu fahren, wäre ein erster solcher Schritt.
„Alexa — Ich kämpfe gegen Ihre Kilos!" läuft ab 11. Juli jeweils mittwochs um 20.15 Uhr bei RTL
