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    „Let’s Dance”-Finale 2012: Magda tanzt, Rebecca dreht sich um sich selbst

    Wenn sich Sylvie van der Vaart die extralangen Extensions anklipst, RTL das ganz große Bühnenfeuerwerk zündet und selbst Jury-Griesgram Joachim Llambi ein paar nette Worte parat hat, dann ist es endlich soweit: Im TV-Schwofzirkus „Let's Dance" steht das Duell der Duelle, der Wettkampf der Wettkämpfe, das große Finale der fünften Staffel an! Die Endgegner: das Model und der (Tanz-)Freak. Die Aufgabe: drei perfekte Auftritte aufs Parkett bringen. Und das ganze mit den Waffen zweier Frauen. Rebecca Mir oder Magdalena Brzeska, wer wird „Dancing Star 2012"?

    Showdown bei Let’s Dance: Die beiden Finalistinnen kämpfen um den Pokal (Bild: Getty Images)Showdown bei Let’s Dance: Die beiden Finalistinnen kämpfen um den Pokal (Bild: Getty Images)

    11 harte Wochen lang haben sie gekämpft, Choreo um Choreo bis zum Erbrechen geübt und zeitweise harsche Jury-Kritik über sich ergehen lassen. Trotzdem hat sich das Theater für „Holzhüfte" Magdalena Brzeska und "Gazelle" Rebecca Mir, der die ellenlangen Beine öfter mal im Weg standen, mehr als gelohnt: Immerhin ließen sie insgesamt zehn Konkurrenten hinter sich. Völlig zu Recht, wie die Einlagen der ausgeschiedenen Promis im Finale noch einmal verdeutlichen: Im Gegensatz zu Marc Terenzi (tanzt wie ein Backstreet Boy), Stefanie Hertel (versucht viel zu bemüht, ihr Dirndl abzustreifen) und Lars Riedel (ist schlicht taktlos) bewegen sich Becky und Magda inzwischen wie Vollprofis!

    Die anderen Kandidaten wie Uwe Fahrenkrog-Petersen zeigen, warum sie nicht im Finale sind (Bild: Getty Images)Die anderen Kandidaten wie Uwe Fahrenkrog-Petersen zeigen, warum sie nicht im Finale sind (Bild: Getty Images)

    Wenn auch auf ganz unterschiedlichen Parketten. Denn während Brzeska wirklich um des Tanzens willen tanzt („Ich lebe dafür"), dreht sich Mir vor allem um sich selbst — und die ungezählten Boulevard-Meldungen über ihren geschickt inszenierten Flirt mit Partner Massimo Sinató. Auch im Finale geben die Fake-Turteltäubchen noch mal alles in Sachen Eigen-PR. Da säuselt er vor laufender Kamera, dass man sich „gesucht und gefunden" habe, schmiegt sie sich bei der Rumba betont lasziv an seine Schulter.

    Das ist natürlich ein sehr durchsichtiges Manöver — zugegebenermaßen aber auch eine gute Show: „Six-Becky" (Hartwich über Rebeccas Bauch, mit dem man Käse reiben könnte) und Massi dabei zuzusehen, wie sie sich bei der Salsa in Zahnpasta-Lächeln und flotten Hüftbewegungen überbieten oder sich während des Freestyle gegenseitig ausziehen, macht schon Laune. Da schwärmt Maite Kelly von einer „Naturgewalt an Positivität", freut sich Motsi Mabuse über Rebecca, die „emotionale Bombe".

    Sexy Becky lässt im Finale die Bauchmuskeln spielen (Bild: Getty Images)Sexy Becky lässt im Finale die Bauchmuskeln spielen (Bild: Getty Images)

    Doch das „ganz große Kino" (Kelly), die echten Emotionen, die liefert am Ende eben nicht die GNTM-Zweite. Sondern die Frau, die bei „Let's Dance" schon mal ganz unten (also raus) war — und sich dann, nach dem freiwilligen Ausstieg von Gitte Haenning, mit eisernem Willen wieder bis nach oben tanzte. Da können Kritiker noch so oft unken, sie habe als 26-fache Deutsche Meisterin in Rhythmischer Sportgymnastik einen unschlagbaren Beweglichkeitsvorsprung: Die Leistung, die Magdalena Brzeska im Disco-Endspiel abruft, hat nur bedingt etwas mit ihren körperlichen Voraussetzungen zu tun.

    Magdalena Brzeska ist strahlender ‚Dancing Star 2012’ (Bild: Getty Images)Magdalena Brzeska ist strahlender ‚Dancing Star 2012’ (Bild: Getty Images)

    Klar, es sieht schon super aus, wenn die Ex-Turnerin ihr Bein über den Kopf von Partner Erich Klann schwingt oder mal eben einen Spagat aufs Parkett legt. Vor allem überzeugt die Mutter von zwei Töchtern jedoch mit ihrer Leidenschaft, ob nun beim Cha Cha Cha, dem Tango oder während des Freestyle (zu dem sie im Stil von „Fluch der Karibik" rockt). „Man kann das nicht viel besser machen", lässt sich da selbst Fiesling Joachim Llambi zu einem positiven Urteil hinreißen. Kein Wunder also, dass Brzeska am Ende gewinnt. Sie ist — Gleichstand mit Mir nach Jury-Punkten hin oder her — einfach DER Publikums-Liebling und die verdiente Siegerin der Herzen. Das einzig Traurige an Magdalenas Triumph ist vielleicht, dass wir sie so bald wohl nicht mehr in tänzerischer Aktion erleben werden.

    Aber alles hat eben ein Ende — und das ist auch irgendwie gut so, wie wohl nicht nur Moderator Daniel Hartwich findet: „Jetzt können Sie sich Sylvie von ihrer besten Seite ansehen. Von hinten." Danke, und ab.

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