Normalerweise stößt Deutschlands zukünftige „Elite" hier auf ihren Schulabschluss an: Saison für Saison saufen sich in Lloret de Mar ganze Busladungen von Abiturienten noch mal schön den Kopf frei, bevor es im Leben ernst wird. Genau das planen auch Ling-Ling, Maikiboy, Lory Glory und fünf weitere Partywütige mit wohlklingenden Spitznamen, die sich von ProSieben an die spanische Mittelmeerküste haben verfrachten lassen. Mit dem kleinen, aber doch sehr feinen Unterschied, dass ihre Köpfe bereits VOR der Anreise frei sind — und zwar von jeglichem Inhalt.
Acht Assis aus dem Ruhrgebiet feiern in „We love Lloret “die Party ihres Lebens (Bild: ProSieben)
Sie bezeichnen sich selbst als „Ruhrpott-Assis" (Maikiboy) und benehmen sich auch so: Für die Reality-Doku „We love Lloret" hat ProSieben eine irrwitzige Truppe junger Menschen zusammengecastet, die eines eint — null Bock auf nichts, von Alkohol und Party einmal abgesehen. Da gibt es die grell geschminkte Frisöse Lory Glory auf hohen Hacken, die in ihrer Freizeit bevorzugt „Sexyhaftes" shoppt, den rappenden Altenpfleger Tim, der lieber „Emilio Fernando Gonzalez" genannt werden möchte und die blonde Sexbombe Leo, die sich gerne auf dem Assitoaster durchgrillen lässt und über sich selbst sagt: „Ich verschlinge die Männer zum Frühstück."
Und es gibt Jerôme aka Babba. Der Industriemechaniker ist eine, na ja, Klasse für sich. Wenn er sich nicht gerade im Fitnessstudio aufpumpt, schraubt er an seiner getunten Karre — oder der jeweils aktuellen Frau herum. Es braucht keine zehn Sendeminuten von „We love Lloret", um herauszufinden, was die zwei größten Talente dieses Posers sind: Babba kann sich Baseballcaps falsch herum aufsetzen und „lustige" Reime („Sei froh und munter, dann holt Jerôme sich einen runter") absondern.
Mehr wird aber streng genommen auch gar nicht erwartet. Sollen die acht Spanien-Urlauber in der 250 qm großen „Finca Fiesta" laut Showkonzept doch vor allem eines: Für drei Wochen das erfolgreiche MTV-Format „Jersey Shore" nachspielen, in dem einfach gestrickte Amis mit Migrationshintergrund bei der promillelastigen Dauereskalation abgefilmt werden. Und das mit dem Alkohol, das muss man Babba, Ling-Ling, die eigentlich Vanessa heißt, und dem „Polen" (ja, in gewissen Kreisen scheint das als Name durchzugehen) nicht erst beibringen. Kaum in Lloret angekommen, werden nämlich gleich mal ein paar Bierchen gekippt.
Fleischbeschau und feuchtfröhliche Poolparty in der Finca Fiesta (Bild: ProSieben)
Anschließend das übliche Proleten-Programm: voll bekleidet in den Pool hüpfen, über die Oberweite der Damen diskutieren (Emilio: „Mich fasziniert an Leos Brüsten, dass sie echt groß sind!") und erste Konflikte wort-, aber wenig geistreich austragen. Die Diskussion um die Zimmerverteilung beendet Jerôme kurzerhand mit: „Ihr könnt mir einen lutschen, Alter!" Nicht mal Sexbombe Leo, die groß rumtönt, es zwischen den Laken schon mit zwei Kerlen gleichzeitig aufgenommen zu haben, scheint dieser Gedanke jedoch besonders zu begeistern. Als der 22-Jährige ihr ungefragt die Zunge in den Hals schiebt, macht sie deshalb auch nur so halb mit.
Auch Emilio gibt sich flirtfreudig: „Ich wirke wie das Nesthäkchen, dabei habe ich es fäustlich hinter den Ohren!" Wovon sich in der ersten Nacht sowohl Frisörin Lory Glory als auch Leo überzeugen dürfen: Der einen krault er den Rücken, der anderen das Haupt. Dabei nützt das doch gar nichts! Nicht nur Leos Kopf müsste statt gekrault nämlich eher mal gewaschen werden. Aber das kommt dann sicher in der kommenden Woche. Stichwort: Bierdusche. Wohl bekomm's!
