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    Mediales Süßholzraspeln für den “King of Pop”

    Wie die Zeit vergeht: Drei Jahre ist es her, seit Michael Jackson die Bühne des Lebens verließ. Superlative - positiver wie negativer Ausprägung - hafteten ihm an wie kaum einem anderen Künstler seiner Generation. Die Gerüchte um seine Beziehung zu minderjährigen Jungen, extreme Schönheitsoperationen und sein teilweise eigenartiges Verhalten in den letzten Jahren seines Lebens (man denke an die unheimliche Baby-aus-dem-Fenster-Episode) brachten ihm den wenig schmeichelhaften Titel "Wacko Jacko" ein. Heute dagegen wird er wieder salbungsvoll "King of Pop" genannt, wie er sich selbst einst taufte. Die Kehrtwende in der medialen Darstellung Michael Jacksons hat - wie so vieles dieser Tage - vor allem kommerzielle Gründe: Glorifizierung lässt den Rubel rollen. Auch ARTE hofft beim Thementag "Michael Jackson - The King of Pop" auf satte Zuschauerzahlen.

    Michael Jackson durchbrach als Musiker die Grenzen zwischen Schwarz und Weiß. (Bild: ZDF / Sony BMG)

    Unter dem schlichten Titel hat der Kultursender zum dritten Todestag des Sängers, am 25. Juni, einen Schwerpunkt programmiert, der sowohl die musikalische Karriere Jacksons abbildet, als auch seine Ausflüge ins Filmgeschäft und sein wenig bekanntes Privatleben. Zum Einstieg zieht das bereits mehrfach gezeigte dokumentarische Doppelporträt "Doctor Prince und Mister Jackson" (2009), um 13.55 Uhr, Parallelen zwischen den beiden Künstlern, deren Leben und Karrieren erstaunlich viele Parallelen aufweisen. Anschließend, um 15.05 Uhr, blickt der zweiteilige Dokumentarfilm "Die Jacksons" (1992), den ARTE erstmals zeigt, auf die Anfangszeit des "King of Pop", der mit der Familien-Soulband The Jackson Five bereits im Alter von sieben Jahren auf der Bühne stand.

    Michael Jackson, hier in "The Wiz", litt zeitlebens unter der Willkür der Medien. (Bild: ZDF / 1978 Univ. City …

    Zwei weitere Erstausstrahlungen sind die deutsche Dokumentation "Michael Jackson: Eine Karriere zwischen Schwarz und Weiß" (2012), um 19.20 Uhr, und ein Mitschnitt der Cirque-du-Soleil-Show "The Immortal World Tour", um 20.15 Uhr. Um 21.40 Uhr läuft Sidney Lumets "Wizard of Oz"-Neuadaption "The Wiz - Das Zauberhafte Land" von 1978. Nur übelste Zyniker könnten nahelegen, dass Jackson hier seine Lebensrolle fand: Er spielte die Vogelscheuche.

    Schade, dass einem diese Jackson-Gedenktage heute so sauer aufstoßen. Zu Lebzeiten schlachteten die Medien Michael Jackson auf dem Altar des Kommerz, labten sich an seinen Fehltritten und kritisierten ihn aufs Schärfste. So gesehen kann das mediale Süßholzraspeln heute im Grunde nur als Heuchelei bezeichnet werden.

    (Thementag "Michael Jackson - The King of Pop", Sonntag, 24. Juni, ab 13.55 Uhr, ARTE)

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