Auswanderer-Dokus sind der Renner, Kochshows auch und Promi-Magazine gehen ja sowieso immer. Wieso also nicht alle drei Formate kreuzen? VOX' 10-teilige Doku-Soap „Mein Promi Restaurant" (immer sonntags, 23.15 Uhr) macht genau das — und begleitet in der ersten Folge TV-Autohändler Jörg Krusche, die frühere „Tatort"-Schauspielerin Roswitha Schreiner und Ex-Porno-Sternchen Dolly Buster dabei, wie sie sich ans Abenteuer Gastronomie wagen. Krusche will eine versiffte Disco wieder aufmöbeln, Schreiner das bayrische Lebensgefühl nach Bali exportieren und Buster eine Nudel-Kette gründen.
Dolly Buster und die Nudel: Der Ex-Erotik-Star will ein Restaurant eröffnen (Bild: Vox)
Erfahrung in der Gastronomie hat bisher keiner der drei Promis. Immerhin Jörg Krusche, der noch bis vor kurzem mit Partner Dragan als „Die Autohändler" über den Fernsehschirm flimmerte und sich mittlerweile als Party-Sänger auf Malle durchschlägt, stand aber schon mal „vorm Tresen". Jetzt will der 44-Jährige auch dahinter: Er plant, die Club-Legende „Big Ben" wieder zum Hotspot von Köln zu machen. Ein recht ambitionierter Plan, wie die erste Besichtigung der Location klarmacht. Kaputte Spiegel, Schmierereien an der Wand, der Müll stapelt sich auf der Tanzfläche — das „Big Ben" hat seine besten Zeiten lange hinter sich. Oder, um es mit Krusches Kölscher Schnodderschnauze zu sagen: „Das ist das größte Ka**fass, dass ich je gesehen habe. Ich will duschen in Sagrotan!"
Skeptische Blicke von Autohändler Krusche (r.) bei der Diskothek-Besichtigung (Bild: Vox)
Statt sich zu desinfizieren, geht Krusche aber erst mal nach Hause — die Plauze mit ein paar Lecker Würstchen füllen und sich über die Kosten seines Mammut-Projektes Gedanken machen: „Da kriegst du einen guten Porsche für. Einen richtig guten." Ja, der Einstieg ins Gaststättengewerbe ist ein teures Vergnügen. Keine weiß das besser als Schauspielerin Roswitha Schreiner. Die ehemalige „Rote Rosen"-Darstellerin hat bereits 80.000 Euro investiert — für die Pacht eines Lokals auf der indonesischen Insel Bali, das in Rekordzeit zum Biergarten „Little Bavaria" umgebaut werden soll. Gemeinsam mit Gatte Andreas will sie eigenes Weißbier brauen und bayrische Köstlichkeiten auf den Tisch bringen.
An sich keine schlechte Idee: Auf den Tischen tanzende Asiaten gehören ja schließlich nicht nur im Münchner Hofbräuhaus zum Alltagsbild. Doch was nützt ein guter Plan, wenn es an der Umsetzung hapert. Deko (na klar, Geweihe) und Bierhumpen hängen im Zoll fest, die indonesischen Bauarbeiter wollen überraschenderweise nicht rund um die Uhr schuften und das Bierbrauen steht auf der Kippe, weil die Lizenz fehlt. Alles in allem wirken Schreiners Gastro-Bemühungen ungeplant und wenig koordiniert. Aber so ist man das ja von deutschen TV-Auswanderern irgendwie gewohnt: Erst mal machen, dann über dem Chaos verzweifeln und sich wundern, warum in Paraguay eigentlich keine Sau deutsch spricht.
Schauspielerin Roswitha Schreiner wünscht sich ein bayrisches Brauhaus auf Bali (Bild: Vox)
Ein bisschen, hüstel, professioneller geht da schon Ex-Erotik-Star Dolly Buster an den Aufbau des ersten eigenen Lokals heran: Sie schart eine regelrechte Expertenhorde um sich, die ihr „die Stange halten soll" (Off). Vom erfahrenen Gastwirt über die Innenarchitektin bis hin zur Fotografin ist alles dabei. Zudem hat Buster eine Vision. Ihr Restaurant in Frankfurt am Main soll nämlich nur der Anfang sein — der Anfang eines eigenen Nudel-Franchise-Unternehmens mit dem wohlklingenden Namen „Buster Pasta".
Buster will offenbar endgültig weg vom alten „Schmuddel"-Image und sich als gediegene Geschäftsfrau etablieren. Dafür organisiert die 42-Jährige sogar ein Promo-Shooting, bei dem sie mit Kochmütze und Pasta posiert: "Ich kenne doch die Journalisten. Die graben sonst wieder ein Foto aus, auf dem ich nackt bin." Auch in Sachen Öffentlichkeitsarbeit ist Dolly ihren Mistreitern von "Mein Promi Restaurant" eben meilenweit voraus.
