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    “Die Kennedys” gehen bei ARTE in Serie: Krisen, Korruption und Katie Holmes

    Katie Holmes. An dem Namen kommt man zum Serienstart des US-Achtteilers "Die Kennedys" bei ARTE natürlich nicht vorbei. Es passt halt auch zu gut: Die zierliche Brünette versteht es in der Rolle der Jackie Kennedy offenbar ebenso gut, eine kaputte Beziehung als Traumehe zu verkaufen, wie ihr das zuletzt im Privaten an der Seite des berühmten Scientologen Tom Cruise gelang. Keine Frage: "Die Kennedys" ist eine Serie mit Sprengstoff — was aber vor allem andere Gründe hat. In den USA entfachten die intimen Einblicke ins Innenleben des einflussreichen Präsidentenclans eine heftige TV-Kontroverse. Wollte Serienmacher Jon Cassar ("24"), ein erklärter Konservativer, die Säulenheiligen des liberalen Amerikas gezielt in den Schmutz ziehen?

    Ein Traumpaar? Katie Holmes und Greg Kinnear als "Die Kennedys" (Foto: ARTE / Kennedys Productions).

    Vor allem das Familienoberhaupt — dargestellt von Tom Wilkinson — kommt in der edel ausstaffierten 30-Millionen-Dollar-Produktion unvorteilhaft weg. Angetrieben vom eigenen politischen Versagen ist Joe Kennedy Senior geradezu besessen von der Vorstellung, einen seiner Söhne ins Weiße Haus zu befördern — fast alle Mittel sind ihm recht. Dabei würde John Fitzgerald (Greg Kinnear), genannt Jack, so gerne als Harvard-Dozent schöne Studentinnen verführen. Doch als der ältere Bruder im Kriegseinsatz ums Leben kommt, lässt ihm der strenge Senior keine Wahl. John F. Kennedy wird schier willenlos Präsident. Der mächtigste Mann der Welt ist aber zumindest anfänglich ein anderer: der Vater.

    Klangvolle Namen tummeln sich in den Hochglanzkulissen der Aufregerserie: Barry Pepper spielt (übrigens preisgekrönt) Robert F., genannt "Bobby" Kennedy. Kristin Booth ist Roberts Ehefrau Ethel, Diana Hardcastle verkörpert Mutter Rose. So edel das strenge Dekor daherkommt: Inhaltlich führen die Stars nichts anderes auf als eine Präsidentenseifenoper. "Dallas" im Weißen Haus sozusagen. Darüber täuschen auch die großen historischen Wegmarken nicht hinweg, die in den acht Folgen der Reihe nach verhandelt werden. Vom Wahlkampf über die berüchtigten Mafiaverstrickungen und die fatale Affäre mit Marilyn Monroe bis zum tödlichen Attentat auf Bobby Kennedy im Juni des Jahres 1968. Nein, der Blick der Serienmacher zielt nicht aufs Weltpolitische, sondern ins Private, gleichsam durchs Schlüsselloch, wo die Fantasie ebenso hindurchpasst wie die überlieferten Fakten.

    Wo sind die Mädchen? Barry Pepper (l.) und Greg Kinnear als Kennedy-Brüder (Foto: ARTE / Kennedy-Productions).

    Vor allem hieran nahmen die Kritiker der Serie in den Staaten lautstark Anstoß. Mutmaßungen zufolge waren es sogar Vertreter des Kennedy-Clans selbst, welche die geplante Ausstrahlung der Serie auf dem amerikanischen History Channel unterbanden. Der Talksender ReelzChannel sprang im April 2011 ein und wurde mit vier Emmys belohnt.

    Auch hierzulande ist es etwas überraschend keine große Sendeanstalt, die die Erstausstrahlung des Edelformats verantwortet. Der Kultursender ARTE zeigt "Die Kennedys" immer donnerstags, 20.15 Uhr. Am 26. Juli und am 2. August sind je drei Folgen zu sehen. Die Episoden sieben und acht sind abschließend am 9. August als Doppelfolgen programmiert.

    ("Die Kennedys", Donnerstag, 26. Juli, 20.15 Uhr, ARTE)

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