Alles Walzer bei „Popstars"? Die Schritte, die Fabian beim Coaching aufs Parkett legt, haben mit der Choreo zumindest nicht viel zu tun. Genau genommen sieht es überhaupt nicht nach Tanzen aus, was Fabian da tut. „Fabian ist einfach ein ursympathischer, tanzender Weihnachtsbaum", seufzt Detlef. Auch Züleyhas Vermutung, der Österreicher sei „fünf Meter groß" und könne seine Gliedmaßen nicht koordinieren, passt da ins Bild. Dabei ist der 20-Jährige nicht der Einzige, der in dieser Woche zu kämpfen hat.
Noch eine Woche bis zum Finale: Die Popstars-Kandidaten zeigen Nerven (Bild: ProSieben/Richard Hübner)
Männerversteher unter sich
Eine Woche ist es noch zum Finale, in der letzten Entscheidungsshow müssen die Möchtegern-Popstars vor Live-Publikum singen. Kein Wunder, dass so mancher Kandidat jetzt Nerven zeigt. Schmalzlocke Alex, zum Beispiel, hat über Nacht sein ganzes Selbstbewusstsein verloren. Die Challenge, bei der er auf einem Tisch im Restaurant singen muss, stresst ihn komplett. „Alex ist ein schüchternes Häuflein Elend", befindet der Dance Instructor. Zum Glück kann man die Blockade ganz easy lösen, indem man einen Erdklumpen „Angst" nennt und sich der Angst dann in einer großen Geste entledigt, indem man sie weit wegwirft. Zumindest glaubt D!, der erneut den Männerversteher gibt, dass diese symbolische Handlung Wunder wirkt. Der Männerversteher rettet auch Cem aus dem Tal der Bocklosigkeit. Dafür reicht es, ihn einfach einmal ausgiebig in den Boxsack dreschen zu lassen. Wahnsinn, wie instinktsicher D! das alles löst. Vielleicht war das Problem auch eher ein Problemchen.
Detlef D! Soost hilft Alex beim Lösen seiner Blockade (Bild: ProSieben/Richard Hübner)
„Ich bin hier bei ,Popstars' und nicht bei ,Herzblatt'."
Überhaupt fehlt den Konflikten seit dem Ausscheiden von Diva Gaye eindeutig der Drama-Faktor. Bei den Mädels ist eine unkonzentrierte, weil arg verliebte Mira schon das größte Problem. „Ich bin hier bei ,Popstars' und nicht bei ,Herzblatt'", lästert Geldeintreiberin Gianina, und Gruppenkollegin Joanna nickt zustimmend. Mit der abgelenkten Mira „Forever" von Medina einzustudieren, ist wohl tatsächlich kein Zuckerschlecken, in erster Linie dient das Ganze aber als Vorwand für minutenlange Rückblenden. Überhaupt kommen die rückschauenden Ausflüge in die Vergangenheit in dieser Folge verstärkt zum Einsatz: Langatmig wird so die Liebesgeschichte zwischen Straßenmusiker und Pole-Dancerin nacherzählt oder Cems Sporttrauma — er muss sich immer übergeben — noch einmal aufgerollt. Dem entgegengeschnitten sind Vorblenden, in denen Jury und Kandidaten beschwören, wie unendlich weltbewegend die Entscheidung ist, die in fünf Minuten kommen wird.
Die Popstars-Anwärter üben mal wieder "Performen vor Publikum" (Bild: ProSieben/Richard Hübner)
Survival für (fast) alle!
Diese offensichtliche Zeitschinderei ist nicht nur extrem nervig, sie kann vor allem nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Jury sich in dieser Woche mal wieder herzlich wenig hat einfallen lassen. Das lahmarschige Wochenmotto „Performen vor Publikum" ist nämlich keineswegs so neu, wie behauptet wird. Schon in der ersten Woche des Workshop mussten die Kandidaten schließlich auf einem Kindergeburtstag und in einem Seniorenheim auftreten — diesmal werden sie eben auf einen Hippiemarkt und danach in ein Restaurant geschickt. Der Unterschied ist so groß nicht. Von Detlef erwartet man mittlerweile eh keine originellen Einsichten mehr, und der Rest der Jury ließ sich auch in dieser Woche wenig blicken. Geht den „Popstars" kurz vor dem Finale endgültig die Luft aus?
Ganz stimmt das nicht, denn die letzte Entscheidungsshow vor dem Finale bringt eben doch eine Spannung mit sich, die sich auch mit Einfallslosigkeit, Zeitschinderei und jeder Menge „Nur ein Spot"-Werbung nicht so leicht kaputtmachen lässt. Neben den „Forever"-Mädels, die in weißen Wallekleidern performen, treten der süße Alessio, Cem und Streberin Stephanie mit Ushers „Scream" an. Prollette Züleyha, Alex (schön) und Fabian (smart) versuchen sich an Tanzschritten und am Partyhit „Shine On" von Rio. In der ersten Runde setzt sich nur die Usher-Gruppe durch, alle anderen müssen im tränenintensiven Survival-Song noch einmal gegeneinander ansingen. Zur Feier des Tages macht die Jury dabei eine Ausnahme: Die Regel, dass von jeder Gruppe, die in den Survival-Wettstreit geschickt wird, mindestens ein Mitglied gehen muss, wird vorübergehend außer Kraft gesetzt. Nur Züleyha muss gehen. Ob sie im Finale allzu viel verpasst? Wir werden sehen.
