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    Schlag den Star 2012: TV-Koch Steffen Henssler gegen Winzer Sebastian

    Bei der Promi-Variante von "Schlag den Raab" tritt diesmal der 39-jährige Fernsehkoch, "Topfgeldjäger" und Sushi-Papst Steffen Henssler gegen Winzer Sebastian (27) aus Igel an der Mosel an. Beide sind mit vielerlei Wassern gewaschen, die sie für dieses Duell zu prädestinieren scheinen: Neben gastronomischen Höchstleistungen betätigen sie sich in der Freizeit als leidenschaftliche Hobbysportler. Der Koch joggt und boxt, während der Weinexperte zwischen brachialem Rugby und dem Hobby als Balletttänzer beim Karnevalsverein ein noch breiteres Spektrum abdeckt. Henssler gibt sich siegesbewusst, und auch der sympathische Winzer will unbedingt gewinnen. Für ihn geht es neben Ruhm und Ehre schließlich um mehr: Der Jackpot liegt bei 100.000 Euro. Stefan Raab ist sein Ass im Ärmel: In einem von neun Spielen kann er vom "Normalo"-Kandidaten als Joker eingesetzt werden und diesem so möglicherweise zum heiß ersehnten Gewinn verhelfen.

    TV-Koch Steffen Henssler (l.) stellt sich in 'Schlag den Star' seinem Herausforderer (Bild: ProSieben)TV-Koch Steffen Henssler (l.) stellt sich in 'Schlag den Star' seinem Herausforderer (Bild: ProSieben)

    Die Spiele: Kraft, Wissen und Zungenfertigkeit

    Das erste Spiel — 50 dicke, gespannte Seile nur mit einer Schere durchschneiden — entscheidet Kandidat Sebastian trotz Blessuren an den Fingern souverän für sich. Beim folgenden Erkennen von Filmmelodien ist der Altersunterschied jedoch auf der Seite des Fernsehkochs. Hier kann Henssler punkten, zumal der deutlich jüngere Sebastian "2001 - Odyssee im Weltraum" mit "Star Trek" und "Psycho" mit "Scream" verwechselt.

    Außer Atem vom vorangegangenen Fußballmatch, in dem Sebastian erneut in Führung geht, zieht der Winzer in Spiel 4 endlich die Raab-Karte als Joker. Denn im „Quiz" konnte sich der Entertainer fast immer behaupten. Bissig streitet Raab um Kleinigkeiten und steigt vor Anspannung beim Nachdenken sogar auf seinen Stuhl. Auch Henssler ist nervös, behält aber Nerven. Eine kleine Sensation: Diesmal gewinnt Henssler knapp, aber verdient, und liegt vorne.

    Zur Nebenrolle verdammt: Raab darf als Joker nur an einem der Spiele teilnehmen (Bild: ProSieben)Zur Nebenrolle verdammt: Raab darf als Joker nur an einem der Spiele teilnehmen (Bild: ProSieben)

    Wirklich witzig wird es dann im Spiel "Tiere schmecken": In bester "Wetten, dass...?"-Tradition müssen die Kontrahenten unterschiedlich viele Plastikbuchstaben in den Mund nehmen und Tiernamen daraus erkennen. Hier ist Zungenfertigkeit und Gehirnsynchronisation gefragt — und keine Scheu vor Peinlichkeiten. Der Weinbauer macht Punkte: Mit vollen Backen "Tiger", "Reh" oder "Katze" auszusprechen, bringt nicht nur Stefan Raab und das Studiopublikum zum Lachen. Fernsehkoch Henssler dagegen ist wohl eher in der kulinarischen Zubereitung von Tieren geübt und verliert das „Abschmecken".

    Die Sendung: Die Rolle des Stefan Raab

    Die Punktestände der Ess- und Trinkexperten liegen meist knapp beieinander und sorgen für Spannung bis zum Schluss. Die beiden Männer, die immer mehr zu kämpferischen Jungs mutieren, mühen sich unter Einsatz von zahlreichen Fäkalflüchen beim taktischen Nagel-in-den-Baumstumpf-Versenken ab. Beim Spiel „Cornhole", in dem mit lockerer Hand und Zielgenauigkeit kleine Kissen in ein weit entferntes Loch geworfen werden müssen, lassen die grenzwertigen Sprüche von Kommentator Frank Buschmann ("Der war nah am Loch, hätte er den versenkt wäre es gleich ein Dreier gewesen") eine stärkere Präsenz von Stefan Raab vermissen. Der steht in dieser Promi-Abwandlung der Ur-Sendung „Schlag den Raab" zu weit im Hintergrund, denn gerade seine Verbissenheit macht diese Art von Fernsehunterhaltung zu etwas unterhaltsam Speziellem, das aus der TV-Einheitsware heraussticht.

    Die Entscheidung: Wer hält die Schmerzen in den Armen länger aus? (Bild: ProSieben)Die Entscheidung: Wer hält die Schmerzen in den Armen länger aus? (Bild: ProSieben)

    Beim alles entscheidenden Match am "Reck der Qualen" wird es nochmals eng: Wer hält sich länger oben? Stocksteif hängen die Gegner an ihren Stangen und geben ihr Bestes. Trotz lahmer Schultern und einer verletzten Hand gewinnt Henssler nach beeindruckender Zeit von über 2 Minuten am Reck den Abend und erhöht damit den Jackpot auf 150.000 Euro. Das ist schade für den netten Winzer, aber sicher gut für die Einschaltquote der nächsten Ausgabe von "Schlag den Star". Der wäre allerdings dringlichst zu wünschen, dass Stefan Raab seine Mastermind-Qualitäten wieder ein bisschen öfter ausspielen kann. Er ist, obwohl zur Nebenrolle degradiert, Dreh- und Angelpunkt der Sendung. Dem Geschehen die dringend benötigte Würze zu geben, schafft er ganz sicher mit leichter Hand.

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